03. März 1982

Die Straßenbahnzählung steht 13:36. Auf 13 Fahrer, die die Stationen ansagen, kommen 36, die sie nicht ansagen. Einen besonderen Spaßvogel hatten wir heute früh. Stationen sagte er nicht an, aber bei der Endstation: „Endstation! Alle aussteigen! Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Arbeitstag!“

Zivilschutzbelehrung - die Jüngeren sind beim Erklingen der Sirenentöne z. T. unaufmerksam, machen Scherze. Die Alten sind ganz ernst. […]

F., wenn er aus der Krippe kommt, ist oft voller Widerstandswillen. Gegen alles lehnt er sich dann auf, geradezu zwanghaft. Man darf ihn dann nicht brechen wollen. Auch resignieren darf man nicht. Man muß ihn gewinnen durch große Einfühlung, Zeit für ihn, Phantasie.

Marikas Ausstellung,

(Marika Voß, Malerin und Grafikerin in Berlin, http://www.neuhauser-kunstmuehle.at/voss.htm)

ihre Arbeiten sind freundlich, dem Leben zugewandt.Sie hat Talent und ist freier geworden.Für meine Begriffe wird für sie die Arbeit an ihrer „Idee“ zunehmend wichtiger. Der Leiter der Werkstattgalerie erzählt von seiner Arbeit (ca. 1100,-Mark brutto), ist Soziologe, hat schlechte Beziehungen zum Wohngebiet („Kommißköppe“). Ordnung und Sicherheit - für die Autos. (Wie ist ein schwelender Müllcontainer zu löschen? Indem man ihn neben die parkenden Autos stellt.)

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Heute in den Zeitungen der Entwurf des Thälmann-Denkmals von Lew Kerbel für den neuen Thälmann-Park - widerwärtig. Eine solche Entscheidung in ihrer Geistlosigkeit, Kunstlosigkeit, Instinktlosigkeit, Leblosigkeit - ein neues Gerümpel-Denkmal!

Lenin: Elemente der Dialektik Nr. 12: „Vom Nebeneinander zur Kausalität und von der einen Form des Zusammenhangs und der wechselseitigen Abhängigkeit zu einer anderen, tieferen, allgemeineren.“ Das ist die allgemeinste Formulierung wichtiger gegenwärtiger Erfahrungen von mir.

Heidi Damaschun erzählt (mit ziemlichem Engagement) von ihrer Arbeit an der Sektion Marxismus-Leninismus.

Meine altbekannte Physiotherapeutin mit dem schwarzen Wuschelhaar und den aufgeworfenen Lippen heute getroffen und von fern wechselseitig gegrüßt. Ist sie die Frau, auf die ich mich freue, sie etwas näher kennenzulernen?

Ein Tag voller Routinegedanken und Nacherleben von früher Gewesenem. Keine „Sternstunden“ des Schöpferischen., aber Eindrücke gespeichert, mit denen der Geist weiterarbeiten wird.

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