31. März 1982 - psychische Kapazität
Rückenschmerzen
[…] Training: Das strikte Befolgen einer Kommunikationsregel (Reflektieren, Orientieren) hat dazu geführt, daß ich mich klüger verhielt, als ich es im Kopfe war. Das „zielabgewandte“ Reflektieren, also der indirekte Weg, erwies sich als der kürzeste Weg zum Ziel.
Die psychische Kapazität: Sowohl Kapazität der Reizaufnahme (-auswahl), als auch der Reizverarbeitung, als auch Äußerung des psychischen Geschehens. Bei der Reizaufnahme: Auswahl des mehr Bedeutenden, Weiteres wird mit abnehmender Bewußtheit oder gar nicht mehr aufgenommen.[…] Wobei wahrscheinlich Inhalt und Dynamik des an 1. Stelle Aufgenommenen mitentscheiden über das an 2., 3. usw. Stelle Aufgenommene. Bei der Reizverarbeitung: Konzentration (bis zur völligen Absorption aller psychischen Kräfte) auf Wesentliches und Blockierung des Verarbeitung (und Aufnahme) anderer Reize. Allenfalls reicht es noch dazu, einige Merkpunkte festzuhalten für spätere Verarbeitung. Eng verbunden damit ist eine Unlust, ein Unmut gar, sich zu äußern. Massive Reizaufnahme oder -verarbeitung läßt oft erstmal verstummen, eine Unfähigkeit, sich klar oder schnell oder abstrakt/rational zu orientieren. Die Einsicht, daß vor aller Reaktion aber auch vor neuer massiver Reizaufnahme die Ruhe zur inneren Verarbeitung, ich meine die Ruhe zum Ablaufen unbewußter Vorgänge, gesichert werden muß. Diese Ruhe wird oft gestört. Das wirkt oft negativ. Doch sind auch positive Störungen, Induktion positiver Wechselwirkungen, denkbar?
Fr. Bacon, „Essays“, Dieterich, 1967:
„Es ist nämlich eine untrügliche Regel, daß Liebe stets vergolten wird, sei es nun durch Erwiderung, sei es durch eine heimliche Verachtung.“ (S.39)
„Eheliche Liebe pflanzt das menschliche Geschlecht fort, freundschaftliche Liebe veredelt es, aber wollüstige Liebe vergiftet und erniedrigt es.“ (40)
„Es gibt nämlich Menschen, die an Unklarheiten ihr Gefallen haben und es als lästig empfinden, wenn sie sich auf eine Begriffserklärung festlegen sollen. Im Denken wie im Handeln geben sie dem freien Willen den Vorzug. (3)