05. Mai 1982 - Individualismus



[…] b820505-1.jpgReri, die Zahnschmerzen hat, ist eher abweisend in der Stimme, erneuert ihre Einladung nicht. Ich dränge mich nicht auf. Entweder haben wir beide Lust, einander zu ficken oder nicht. Große Bittgänge kann sie nicht erwarten.

In „Sinn und Form“ 2/82 Gedichtetes von J. Rennert, aus einer Station des Griesinger- Krankenhauses. - Im Grunde hatte Karin Ohde bei mir „verschissen“ als sie sagte, daß sie aus dem Griesinger-Krankenhaus, wo sie Soziologin war, als Verkäuferin zum Kunsthandel wollte.

(Hegrü: „Als Leiterin muß ich mich ganz anders geben, als ich bin.“ - Sachlichkeit, Stärke dieser heutigen Frauen, worunter sie leiden.)

Ohde, Merker, Waalkes, Max, Tannert, Manne, Libuda, L. (aber nicht Konrad Wolf) - mehr oder weniger suchen sie alle die Freiräume in den Poren dieser Gesellschaft, das Glashaus für ihre ihnen so liebe Individualität. Nein und nein, das ist nicht mein Weg. - Letztlich aus dieser Überzeugung entscheide ich mich für den Kaderdirektor!

(Deshalb entscheide ich mich auch für Goethe, zu dessen Würdigung Germs in „Sinn und Form“ Wichtiges sagt. Goethescher Sensualismus - Klarheit darüber kann vielleicht mein Drängen vor vulgären Abirrungen bewahren?)

Wenn meine Neu- und Lebensgier sich selbst genügt, heißt das, daß sie auch frei von Güte und Weisheit ist.

b820505-2.jpg

 

Leave a Reply