06. Mai 1982 - Pornografie
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Ich spüre wieder das Gefühl der Erschöpfung. Möchte gerne im Protokollbuch schreiben, doch fehlt mir oft die Kraft. In dieser Situation neigen ich dazu, mich an Bildern zur ergötzen und sie hier einzukleben. Agieren auf der Bildebene als Ersatz für geistiges Durchdringen!
Wenn ich (hinsichtlich meines Aktinteresses) mit aller Konsequenz das realisierte, was mir Vergnügen macht (und ich will es tun), was kommt dann heraus? Was ist Pornografie?
“Entlarve” ich mich dann selbst als partiell asozial? Gibt es eine Abstufung von Handlungen -
a, die öffentlich sein können,
b, die in vertrauten Kreisen sein können,
c, die nur in absoluter Intimität sein dürfen?
(Gibt es etwas, was nur gedacht wird, aber nicht einmal gedacht werden darf?)
Das Gran Asozialität in jedem menschlichen (weil biologischen) Individuum!
Diese Fragestellungen haben für mich besondere Brisanz, weil ich sie alle mit dem Gefühl eines Kaderdirektors in spe schreibe.
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Selbstbefriedigung vorm Einschlafen aus einer Art Unlust heraus, einer Art Mutwillen, weil ich weder Reri, wie erwartet, noch Marita ohne weiteres (willenlos) in meinen “Harem” eingliedern kann. Geht es mir darum, mich völlig willkürlich der Frauen, immer neuer Frauen, zu meinem Genuß bedienen zu können?
Voller Vergnügen lese ich in der “Griechischen Anthologie”, auch jetzt, womit ich das Protokollieren abbreche.
