20. Mai 1982 – Arbeitsgepflogenheiten



[…]

G. # mein Chef, dessen Arbeit ich seit Wochen mit übernommen habe, weil er krank ist # besucht uns, läßt sich informieren. Auf Drängen Renates # meine für Buchhaltung und Soziales zuständige Kollegin # ringt er sich dazu durch, mir sein Geld vom ersten Tag seiner Krankheit an (18.3.) zu zahlen.

# Gemäß einer gesetzlichen Regelung bestand erst nach einer längeren Zeit der Krankenvertretung (erst nach vier oder sechs Wochen?) ein Anspruch auf eine erhöhte Vergütung. Die erhöhte Vergütung konnte maximal das Einkommen des Vertretenen erreichen. #

Er fragt, ob ich „auf Freiersfüßen“ gehe, fragt, wie es mit meinen „Fluchtabsichten“ stehe

# gemeint ist meine Absicht, die Arbeitsstelle zu wechseln (Kaderdirektor); „eigentlich“ verfolge ich diese Absicht, die meiner eigenen planmäßigen Kaderentwicklung dienen soll, in Übereinstimmung mit ihm. #

und daß ich doch andernfalls „Verdienter Aktivist“ werden könnte.

# Ein Lockangebot. Von dieser rel. begehrten Auszeichnung war nie die Rede, wie überhaupt mein Chef seine Mitarbeiter mit Auszeichnungen und Prämierungen kurz hielt, solange er selbst nicht in deren Genuß gekommen war. Dies Thema jetzt anzuschneiden, hing eindeutig mit meinen Wechselabsichten zusammen. #

Renate meint, das sollte ich noch mitnehmen. # und dann trotzdem gehen # Aber das bringe ich nicht fertig.

[…] Abends Theaterbesuch (mit dem Lehrgang) „Blaue Pferde auf rotem Gras“.

[…] Straßenbekanntschaften – Es ist nicht gesagt, daß die Frauen, die ich meist vergeblich anspreche, nie oder mit mir nie zu einem Abenteuer bereit wären. Nur in diesem Moment sind sie darauf nicht vorbereitet. Marita, wie Reri, wie Karo sind durchaus manchmal abenteuerlustig. Dann muß ich auf sie stoßen. Das ist halt üblicherweise beim Tanz, wenn sie sich aufgerafft haben und sich vergnügen wollen, weil sie es zu Hause nicht mehr aushalten. Bei anderer Gelegenheit geraten Kontakte meist in eine ernsthaftere Ebene. […]

b820520.jpg

Reri sagte sehr deutlich, daß die Weiber den Mann weich machen wollen, und zugleich enttäuscht sind, wenn er weich wird, daß sie ihn also nicht weich haben wollen.

b820519-3.jpg

[…]

 

Leave a Reply