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# Besuche (Exkursionen) in Betriebe unseres Industriebereichs waren eine beliebte Veranstaltungsform in unseren Lehrgängen. Sie dienten – nach einem Diktum von Willi Stoph: „Erfahrungsaustausch ist die billigste Investition.“ – dem Kennenlernen der verschiedensten positiven Beispiele betrieblicher Leitungstätigkeit. #
1 Uhr 40, Die Anstrengungen der Exkursion lassen die Nachtschmerzen unerträglich werden. Wir wohnen im SKL-Wohnheim Klewitzstr.
# SKL – Schwermaschinenbaukombinat „Karl Liebknecht“, bedeutender Dieselmotorenbauer der DDR, besonders Schiffsdiesel. #
Weil ich nicht schlafen kann, schwätze ich mit dem Nachtpförtner. Er war 15 Jahre lang in der Gießerei, dann Unfall, Sehnen der linken Hand durchtrennt. 35x fürchterliche Massage (sinnlos). Nun fühlt er sich gut in seinem Posten. Im Wohnheim sind Kubaner und Vietnamesen untergebracht. Mit letzteren keine Probleme. Die Kubaner schlafen mittlerweile fast alle außerhalb.
In der Stahlgießerei betreut uns das „Faktotum“ z. b. V. (Invalidenrentner) Winckelmann. 1967, bei der KA des ersten Lehrgangs der ZF, war er GD der VVB Armaturen. Wie die Zeiten eilen!
# Die Halbjahreslehrgänge meiner Dienststelle „Zentralstelle für die Heranbildung von Führungskadern“ (ZF) fanden seit 1967 statt. Als krönender Abschluß galt immer die Kollektivarbeit (KA). Für diese Arbeit wurde den Lehrgangsteilnehmern vier bis sechs Wochen Zeit eingeräumt. Sie wurden meist in zwei Gruppen zu je 4 bis 5 Teilnehmer eingeteilt und untersuchten ein relevantes Thema der Leitungstätigkeit in zwei oder mehr Betrieben. Themenstellung und fachliche Anleitung und schließlich Verteidigung der fertigen Studie(n) wurde meist mit einer Fachabteilung des MSAB („Ministeriums für Schwermaschinen- und Anlagenbau“) vereinbart, während die Planung, Organisation, empirischen Untersuchungen und Erarbeitung des Abschlußberichts selbständig vom Lehrgang durchzuführen waren. „GD“ war die gebräuchliche Abkürzung für den Generaldirektor eines Kombinats oder, in früherer Zeit, einer VVB („Vereinigung Volkseigener Betriebe“). Kombinate bzw. VVB wurden gelegentlich als „sozialistische Konzerne“ bezeichnet. Sie waren von sehr unterschiedlicher Größe. Im Schwermaschinen- und Anlagenbau umfaßten sie oft 15 bis 20 einzelne Betriebe mit insgesamt mehreren zehntausend Beschäftigten. Die Stahlgießerei Rothensee Magdeburg gehörte zum Armaturenkombinat MAW („Magdeburger Armaturenwerke“). #
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Rothensee macht mit 2700 Arbeitskräften 36.000 Tonnen, bald 50.000 Tonnen Stahlguß. Welche Schicksale doch ein solcher Riese hat und welche Schicksale auch daran hängen, welche er fordert.
Auf einem Bild von der Grundsteinlegung Rothensee ist Zimmi und Winckelmann.
#“ Zimmi“ = Minister für Schwermaschinen- und Anlagenbau Gerhard Zimmermann und Winckelmann. Beide inzwischen mit Herzinfarkt außer Gefecht. #
Nachmittags muß Winckelmann zur DSF, # „Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft“ # wo er 2. Vorsitzender im Bezirk ist, 1. Vorsitzender ist…. Hoberg! # ein weiterer ehemaliger GD eines Kombinats #

