31. Juli 1982 - Antagonismus durchdringt unseren Alltag
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Lesen: Goethe, “West-östlicher Divan”, Fühmann, “Pavlos Papierbuch”, Granin, “Das Gemälde”, “Lexikon der Antike”
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Wir sind uns zu oft nicht bewusst, wie sehr wir Kinder des Antagonismus sind.
Zum Beispiel: Westliche Radiosendungen sind massiert nicht zu ertragen. Erträglich werden sie nur auf der Basis unserer Propaganda.
Ebenso: Es ist die Vaterlandsverteidigungs eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Nur der jahrzehntelange Angriff auf die Existenzberechtigung der DDR kann in so breiten Kreisen eine so selbstverständlicher Abneigung gegen den Wehrdienst hervorrufen.
Eine Gesellschaft des Privateigentums bringt die sozialökonomische Macht des Mannes und zu ihrer Sicherung das Patriarchat hervor. Ohne Privateigentum gibt es keinen sozialökonomischen Zwang bei der Zuordnung der Nachkommen. So entsteht zunächst spontan wieder Matriarchat. Die höhere Stufe besteht eventuell darin, dass in der Perspektive die Qualität der Menschen und der Gesellschaft so steigt, dass es keine relativ naturwüchsige Zuordnung der Nachkommen zu einem bestimmten Elternteil gibt.
Mit Scharmanidis zwei junge Sowjetbürger kennen gelernt, die wohl zu den Privilegierten gehören. Will sie nächsten September besuchen und dann ins sowjetische Leben riechen, in seine Hierarchie?
Granin “das Gemälde” seziert diese Praxis der Administration, der Macht. Fühmann “Drei nackte Männer” hat dasselbe Thema.
Wie die Macht ausgeübt wird ist die zentrale Frage unserer Revolution, unserer Kultur, unserer Moral. Auf diese Rechnung ist der Finger zu legen. (Und wozu gebrauchen wir unsere Macht?)