24. Oktober 1982 – Heidrun; Maxi Wander: “Guten Morgen, Du Schöne”

Lesen: “Guten Morgen, Du Schöne”, “Deine Gesundheit”

Der platte Chatterly-Film. Meine Abneigung äußere ich so eindeutig, daß Heidrun sich nur anschließen kann. Aber ein bisschen so geliebt werden möchte sie doch (mit Blumen auf der Haut).

Der Abend brachte ganz deutlich unsere Entfernung zum Ausdruck. Sie leidet sichtbar darunter. Das Spiel der Geschlechter ist für sie diesmal schließlich weitaus befriedigender als je zuvor (bei uns). (Da sie immerfort einen Schuldigen finden muss, findet sie ihn diesmal bei sich.)

Mein armer malträtierter Körper! Es steckt viel “Arbeit” in meinem Tun, von Glück gibt es da nichts zu reden, aber es ist doch ein gesundes Gefühl, sich rechtschaffen sattgefickt zu haben

(Anblick des schlafenden Marcel-Kindes auf der Liege.)

Wichtig gestern im Kino der Vorfilm über Goethes italienische Reise.

# Damals fragte ich mich mit Bedauern, ob ich Italien wohl jemals sehen würde. #

Originalität F.: Das kaputte Auto muss “operiert” werden. Ein Stück Russisch Brot hält er sich als Brille auf die Nase.

Die Protokolle der Maxi Wander sind schon aufschlussreich; jedoch nicht überschätzen! Diesen Monologen fehlt der Widerpart, der Aussagen auch relativieren kann, auf’s Objektive festnageln könnte. Wann sagen die Frauen Wahrheiten und wann Illusionen? – d. i. schwer zu unterscheiden. Das Buch enthält auch ‘ne Menge Klatsch – hart gesprochen. (Und daraus, wie sich Klatsch und Bedeutendes mischen, zieht es seine Lebensnähe.)

 

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