21. Dezember 1988 – Kadergespräch

Kadergespräch H. Dö. mit mir (und G.).

Sie sagen, daß meine Erfahrungen aus der Praxis (Leitung großer Kollektive) zu gering seien. Und, daß ich ein ehrlicher Genosse sei, meine Ansichten und Zweifel aber manchmal unpassend nach Ort und Form äußere. G. veranschaulicht dies an meiner Sputnikdiskussion in seiner Arbeitsberatung.

# Ich hatte mich dort gegen das zeitweilige Verbot der sowjetischen Monatszeitschrift „Sputnik“ gewand. #

Ich entgegne, daß ich mich für befähigt halte, die ZF zu leiten, dies auch gern tun würde und eine Menge Ideen zur Weiterarbeit hätte. Punktum. Ich sei aber nicht auf den Leiterposten fixiert und könne auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter sinnvoll arbeiten. Was meine politischen Äußerungen betrifft, so seien sie – von immer möglichen mißverständlichen Formulierungen abgesehen – Ausdruck gerade einer bewußten Position eines ehrlichen, verantwortungsbewußten Genossen, gerade in heutiger Zeit.

So sind wir uns in schönster Weise einig.

Ich spreche die Weiterentwicklung der Nachwuchskaderentwicklung an (Modell Leichtindustrie) und H. Dö. lehnt das als unrealisierbar (praktische 9-Monatsetappen) ab.

Wer wird neuer ZF-Leiter werden? Mornhinweg? Wäre passabel.

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