25. Januar 1989 – fehlende Öffentlichkeit

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War gestern Abend im Konzert. Es war schön. Bei Bachs Triosonate hatte ich das Gefühl, daß ich alles mit weiser, verzeihender Gelassenheit nehmen sollte. Dann aber, des Abends, C. gegenüber, hatte ich nur Fremdheit in mir. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn da nicht immer wieder der alte Verdacht wäre…

Anleitung beim Parteisekretär – stramme Führung durch unsere Partei – es ist deprimierend, durchgreifende Disziplinierungsübungen, Wirbel um das Kampfprogramm der GO. # Grundorganisation der SED #

Lehrgang startet in die Kollektivarbeit. Jetzt in der Vorbereitungsphase war viel Leerlauf. Sorgen um die Quartiere.

# Aus einem Brief an die Großmutter von F. nach Wasungen. #

 “… Die Tage hier – vermutlich anders bei Euch – vergehen eilig. Anscheinend geht das ganze Leben rasant vorbei. Die Tage sind nicht leer, nein angefüllt mit Getöse, sogar übervoll, es schwappt ständig über. Trotzdem, es gibt nicht nur Getöse. Oft schaffen wir uns Augenblicke, kleine Gewichte wirklichen Lebens. (Das erfordert viel Mühe, viel Widerstand.) Quälend ist aber sehr, daß die kleinen Momente wirklichen Lebens, die man als Einzelner oder paarweise schafft, in dieser unserer Gesellschaft so gar keine echte Resonanz finden. (Dabei suchen so viele Einzelne Resonanz. Aber alle sind sie eingemauert und in Watte gepackt. Da entsteht keine öffentliche Resonanz.) Gruß”

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