Schöne Tage im „Strohschnitterhaus“ in Ahrenshoop.
(Das „Strohschnitterhaus“ war/ist? das alte Haus eines früheren Kapitäns in den Dünen von Ahrenshoop, in unmittelbarer Nähe des Strandes. Es gehörte damals der WPU, Wilhelm Pieck Universität Rostock, als Gästehaus/Ferienhaus. Es wurde gern für Familienfeiern genutzt, wenn es, nach entsprechend langer Voranmeldung, gelungen war, Plätze zu bekommen.)
Schön ist eine Tafel mit acht, neun Personen und breiten, schweren Stühlen. Wie ärmlich wirkt die heutige Minifamilie dagegen.
Das Grab von Peter E. besucht.
(Peter E., eigentlich Peter Emil Erichson, war der (hier ist dieser abgegriffene Ausdruck einmal angebracht) legendäre Inhaber des Hinstorff Verlages Rostock. http://de.wikipedia.org/wiki/Hinstorff
Wenn ich immer der Überzeugung war, daß es für die Entwicklung zu einem freien, offenen Menschen unerläßlich ist, als Kind/junger Mensch einige herausragende Erfahrungen (und seien es wenige) zu machen, so denke ich nicht zuletzt an Peter E. Die Freundschaft unserer Familie zu Peter E. entstand, weil mein Vater 1951/52 als leitender Bau-Ingenieur beim Wiederaufbau der Langen Straße in Rostock eine äußerst kurzfristige Räumungsaufforderung an Peter E. wegen dort genutzter Lagerräume abwenden konnte und ihm, soweit ich weiß, auch beim Finden von Ersatzräumen behilflich war. Peter E. begleitete meine kindlichen literarischen Versuche mit dem größten Interesse, und ich spürte eine zu Herzen gehende Wärme.
Peter E. rief in mir eine Ahnung hervor, daß das Leben zauberhaft sein kann.)
„Tagebücher und Briefe“ von Maxie Wander wird von allen hintereinanderweg verschlungen:
„Schlimm ist nicht, daß die Menschen möglichst viel möglichst schnell haben wollen, sondern, daß sie nicht geben können.“
Ich fahre jetzt im Zug nach Rostock, kurzer Besuch bei Vati. Pink Floyd, „The Wall“, spielt das Tonband eines Abiturienten auf der Nebenbank. Nach dem Abitur kommt er drei Jahre zur Armee, dann will (soll) er Pädagogik studieren. Er hält auch was von H. Eisler, und Maxie Wander hat er auch gelesen. Damit wäre ich beim unterbrochenen Thema – aber der Zug läuft in Rostock ein.
Und jetzt läuft er aus Rostock aus.
Zwischen Vati und Stiefmutti eine beängstigende Situation. Sie müssen sich trennen, sonst gibt es ein Unglück. Aber selbst der Scheidungsvorgang kann schon zum Unglück führen. Es hat sich nun so gefügt, daß Mutti einem Herzenswunsch, Lebenswunsch von Vati im Wege ist. wenn sie nicht zu völligen Selbstaufgabe bereit ist, ist er zu jeder Gewaltanwendung fähig. Darum müssen sie sich trennen, und er muß sein Leben als einsamer Alter beschließen, der sich für Geld von einem dienstbaren Geist versorgen läßt.
Das werde ich jetzt ihnen so schreiben. Ich kann ihnen wirklich nur noch einen Rat für ihr Überleben geben.