30. Juli 1989 – Post von Heiner H.


# (70. Geburtstag des ehemaligen Lehrers, früheren Flaksoldaten) #

Lieber P.!

Recht herzlichen Dank für Deinen Brief mit den Geburtstagswünschen und das Buch. Ich habe ja 8 Bücher bekommen, noch mehr Getränke und Blumen… Die Geburtstagsfeier verlief sehr harmonisch. Es war ein herrlicher Sonnentag. Gretl und Heide hatten alles gut vorbereitet, so daß die Gäste sehr zufrieden waren. Schule und Partei kamen schon am Vormittag. Zum Abendbrot waren beide Tische mit 15 Personen besetzt. Die Gehschwachen wurden mit dem Auto geholt und auch zurückgefahren.

Lieber P., das Buch von Dir habe ich gleich gelesen, weil ja doch Erinnerungen wachgerufen wurden. Es gibt ja einen Einblick von einfachen Leuten. Die Erlebnisse des Flaksoldaten kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe ja eine viel größere und wechselhaftere Reise mitgemacht. Die stärksten Bombenangriffe erlebte ich in Bremen. Doch die heikelsten Situationen kamen noch später, als man schon die Stimmen aus den Panzern hörte, der Chef war an der Schlagader verletzt, ein “Sani” drückte sie ihm ab, alles ging schön durcheinander. Das war noch linksrheinisch, später waren wir auch in Düsseldorf, wovon im Buch vom Einsatz die Rede ist. Obwohl der Soldat von einer durchaus angenehmen Zeit schrieb, hat er dann das Gefangenenlager nicht überstanden. So sind die humanen Amerikaner mit den Deutschen umgegangen…”

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