21. August 1989 – Sommerurlaub, der letzte in der DDR


Der Urlaub ist zu Ende. Heute ab 9 Uhr bin ich wieder auf Arbeit.

Nachhängen der Gedanken an Carwitz, wo es wirklich über alle Maßen schön war.

Nun endlich Brief an F. schreiben:

… Carwitz – Hinter dem Haus und Garten beginnt, zum See hin geneigt, eine Wiese, und dort, vielleicht 80 m hin, ist unter hohen Bäumen ein stabiler breiter Anlegesteg (privat), auf dem wir sitzen, palavern, ruhen und schlafen und von dem aus man in den Schmalen Luzin springen oder das Paddelboot hineinsetzen kann.

Der Luzin, 30m tief, ist im Grunde trinkwassersauber. Wir waren täglich, beginnend frühmorgens 7 Uhr nach dem Aufwachen, 5-, 6-mal baden. Öfter auch wieder nicht, da wir sowohl zu Fuß als auch mit dem Paddelboot lange Touren gemacht haben….

Auch Hin- und Rückfahrt haben uns gefallen über die schönen und schön gelegenen Städtchen Templin und Lychen. Beide haben wir zum ersten Mal gesehen, Templin dabei mit noch vollständig erhaltener Stadtmauer.

Über die Versorgungssituation und das Gaststättenwesen speziell, sollte man kein Wort verlieren. Es reicht wohl, wenn ich sage, daß es uns in diesen ganzen 14 Tagen Urlaub nur einmal (!) gelungen ist, ein Mittagessen in einer Gaststätte zu ergattern (ohne Anstehen). Im Urlauberzentrum Feldberg ist Anstehen vor allen Läden normal – nicht nur Bäcker, Fleischer, auch Textilwaren, Haushaltwaren; Fischladen sowieso…“

War in der HdM-Buchhandlung, dann HdSWK, französisches Kulturzentrum; bin erschöpft.

Ob man nicht einfach zu viel Informationen aufnimmt, nach unnötigen Informationen jagt?

Am Anlegesteg in Carwitz, unter den Zitterpappeln von Schmachte, braucht man nichts mehr.

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