Archive for the ‘Hebbel’ Category

15. Oktober 1982 – Neue Deutsche Welle. Und Hebbel

Montag, Dezember 8th, 2008

Gymnastik,

Lesen: “Sinn und Form”, 5/82, “Weltbühne” 41/82, BZ, “Budapester Rundschau”, “Kleingarten”

Noch einmal zum Hebbel-Bild des Menschen als Fluß:

Ja, und selbst ist man wie ein Wanderer, der die Flüsse quert. Ich steige in den Fluß hinein, er erscheint mir breit, unendlich wie das Meer (besonders, wenn ich halb verdurstet und in Finstern einstieg), seine Strömung trägt mich; doch schwimme ich unablässig weiter, so kommt das andere Ufer in Sicht, ich gehe an Land und überschaue rückblickend von der Uferhöhe den ganzen Strom in seiner Breite (während seine Länge, sein Lauf weiter Geheimnis bleibt).

Heute früh kommt L. Auf die “Spitzenklöpplerin” zurück. Die unerfüllte Sehnsucht sei die wirklich vollkommene, ideale Liebe (sinngemäß). Sie hebt am stärksten empor und läßt die größte Kunst entstehen. Ich vergaß, daran zu erinnern, daß nur die Erfüllung wirkliche Kinder zeugt, was in gewisser Weise über jedem Kunstprodukt steht. […]

Alles in allem: Ich vertrete das übergreifende, das goethesche, das faustische, realistische Ideal; das Werden und Vergehen, das Sehnen (Knospen)/Blühen/Reifen/Sterben (Winterschlafen). Poesie im ganzen Kreislauf, also subjektive Erhöhung, Belichtung, Vergeistigung des ganzen profanen Prozesses, während andere (L.) mit einer Art poetischen (oder auch ängstlichen?) Starrsinns auf der Phase beharren, die alles Schöne im Kern enthält (ohne seinen Untergang mitzufühlen, ohne sein Janusgesicht zu erkennen….

Mit der idealen Sicht zerbricht die Sicht oder es kommt die freie Sicht.

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Else Lasker-Schüler, um 1905

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Neue Deutsche Welle:

Wir sind glücklich!

Solange der Bildschirm die Träume uns gibt,

Solange der Kanzler uns so innig liebt,

Solange die Hoffnung im Frühformat winkt,

Solange die Sonne im Osten versinkt…

[…]

Ein Lied der aufs Streckbett gespannten Ironie, nicht das einzige dieser Art; wieviel noch deutlichere mag es geben, die nicht gesendet werden?

Auch das Lied “Vergiß es, vergiß es…” drückt durchaus “Zeitgeist” aus, besonders der Refrain:

Vergiß es, das Leben geht weiter,

bis zur Grenze, dann kommt mal’n Ende.

Vergiß es, vergiß es, es kommt, wie es kommt,

Ist doch klar, daß nicht jeder oben schwimmt.”

Gehirnamputiert”

Da war so ein Traum.

Es ist was Tolles passiert,

Ganz aus Versehen, gehirnamputiert.

Nie mehr Probleme,

Egal was passiert,

Bist Du gehirnamputiert.

 

Durch Realität schon völlig frustriert,

Doch dann dieser Traum gehirnamputiert.

Problemloses Dasein ist garantiert,

Bist Du gehirnamputiert.

 

Du fühlst Dich wohl, es geht Dir gut,

nie mehr Probleme,egal, was passiert

bist Du gehirnamputiert.

 

Warum wurde diese “Welle” produziert? Wird sie mit Kohl als Bundeskanzler weiter produziert?

Die ausgewählten Texte repräsentieren aber nicht das ganze Gesicht dieser Welle. Sie deuten mehrt an, woran die Manipulatoren anknüpfen.

 

Und das Meisterstück, textlich, wie musikalisch, wie interpretatorisch, das “Lied von der Königin” (wie die Szene einer Oper!).

Na so eine komische Königin,

die hat ja Räder unten dran.

Na, das ist ja eine Königin,

Wärst Du da gerne Untertan?

Rollt sie durch ihr Reich,

Vom Gebirge bis zum Deich.

Sie rollt und rollt ganz ungeniert,

Wie toll sie dabei noch regiert,

Eine tolle Königin.

 

Bergab regiert sie ziemlich milde,

Bergauf schimpft sie auch manchmal wilde,

Bergab weht ihr Gewand, das Schöne,

Berauf senkt sie auch mal die Löhne.

In der Stadt ist ihr das Volk lieb und teuer.

Im Wald erhöht sie dann die Steuer…

Eine perfekte Königin,

Prima, prima

Mit Rädern unten dran.

Hebbel: Ich glaube eine Weltordnung, die der Mensch begreift, würde ihm unerträglicher sein, als diese, die er nicht begreift. Das Geheimnis ist seine eigentliche Lebensquelle, mit seinen Augen will er etwas sehen, aber nicht alles; sieht er alles, so meint er, er sieht nichts.” (182) Vergl. S. 188: “Der Mensch ist die Kontinuation des Schöpfungsaktes, eine ewig werdende, nie fertige Schöpfung.”

Interessant zum (systematischen) Denken, das nicht eine allgemeine Gabe, sondern ein ganz besonderes Talent sei…. (184). Er betont die Produktivität (Kreativität) des echten Denkens.

Beschäftigung, nur Beschäftigung, und man ist geborgen, man weiß solange nichts von sich, als man etwas tut.” (185)

Goethes spätere Urteile… sind nicht Urteile seines Magens, sondern seines Gaumens.” (186)

Einen Sachverhalt in ein richtiges, reiches, leicht verständliches Bild setzen, wie hier H. können wir heute so schlecht. Wir versuchn eine Gestalt durch Abstraktionen zu umreißen. Doch die Abstraktionen sollten selbst wieder in Gestalten sclüpfen, sollen “tanzen”, wenn sie für uns da sein wollen.

Ehemals waren die Erwachsenen, wie die Kinder; wie hoffnungslos sind die Zeiten, wo die Kinder wie die Erwachsenen sind. Warum lernen wir so viel und so schnell!” (187)

(Kaum ein Gedanke von H., der nicht “aufgehoben” werden muß.)

Es ist kaum ein Trost, daß wir immer höher kommen, da wir immer auf der Leiter bleiben.” (189)

Zum Geist: Es könnte sein, weil er aus fremden Welten stammt, daß er “uns nur besuchte, nicht aber in uns wohne.” (191)

(Er tappt auf etwas Richtiges, Tiefes. Das Wesen des Menschen ist kein dem Individuum innewohnendes Abstraktum.)

Nicht, was der Mensch soll: was und wie er’s vermag, zeige die Kunst!” (193) (Dann wird sie realistisch sein.)

Nichts kann bewiesen werden, als – was zu beweisen sich nicht verlohnt.” (193)

Man verfault im bloßen Umgang mit sich selbst.” (193)

Stoff ist Aufgabe:Form ist Lösung.” (194)

Die Prosa stellt das Gedachte, die Poesie das Gelebte dar.” (195)

Unsere Tugenden sind meist die Bastarde unserer Sünden.” (198)

Die Erinnerung ist das einzig Feste, was dem Menschen bleibt; dies sollte der Bösewicht bedenken, daqnn würd’ er sich nicht aus so vielen Stunden Höllen zusammenzimmern.” (198)

(Die Erinnerung! – ein großartiger Gedanke (für junge Menschen).)

Philosopheme: Verstandesträume” (199)

Das Aufbrausen ist die Lebensäußerung des Zorns und zugleich sein Tod.” (200)

Jeder Klotz paßt hin, wo man ihn hinstellt.” (201)!

Die Poesie soll alle Strahlen des Menschen, dieser Nebelsonne, auffangen, sie verdichtet auf ihn zurückleiten und ihn so durch sich slbst erwärmen.” (201) “Das Leben gehört soweit in die Poesie, als es innerlich produktiv ist.” (210)

Nur das Geendete ist unendlich.” (202)

Das Gemeine ist verloren, sobald es kämpft.” (205) (Wenn’s doch so wäre!)

Es ist ungleich sündlicher, das Göttliche inm unserer Nähe nicht zu ahnen, es ohne weitere Untersuchung für sein schzwarzes Gegenteil zu halten, als es in weltmörderischer Raserei zu zerstören, weil wir es nicht besitzen können.” (208)

Sagen wir “das Neue”, statt “das Göttliche”, wie steht es dann um uns?

Das Göttliche in seiner Nähe zu ahnen – ist das nicht der einzige wirkliche Auftrag des Menschen?

 “Schon Ratschläge sind in vielen Fällen Angriffe auf die Selbständigkeit;…” (211)

(Helfen heißt auf dem vom Subjekt eingeschlagenen Weg helfen.)

 

Das Bewußtsein ist nicht produktiv, es schafft nicht, es beleuchtet nur, wie der Mond;” (213)

Die Frucht des Baumes ist nicht für den Baum.”(218)

 

Notiz übert das Entleeren:

Mein Prinzip in diesem Buch ist doch, nichts Menschliches auszusparen, nichts “Unmoralisches” zu verdrängen. Es kommt viel Sex zur Sprache. Noch nie kam ich darauf, den Gang zum Abort zu registrieren (wohl aber die Orgasmen). Was ist dafür der eigentliche wesentliche Grund? Physische Selbstverständlichkeiten sind uninteressant; die Atemzüge usw.

Die Lidbewegungen lohnt es nicht, zu registrieren (solange sie sozial bedeutungslos sind).

Heidrun stimmte heftig zu, als ich sagte, nichts Menschliches sei mir fremd. (Für mich kulminiert dies in “Schweinereien”. Für sie offensichtlich in Mordgedanken. – Als wir hier nicht dasselbe meinten, nahm sie gleich zurück.)

Heidrun, eine sensibel-sinnlich-leidenschaftliche Frau mit einem (vielleicht von Kindheit herrührendem) Defizit an kluger Selbstlenkung, -führung. In dieser Hinsicht von gewisser Grobheit, Unbeholfenheit, Ratlosigkeit, die zu ihrer Depressivität führt. H. erwähnte, wie leicht sie manchmal zui rühren ist.

Ahne ich damit etwas von den “Ufern” dieses Stroms?

Jedenfalls bin ich ihr gut gesonnen. Doch werde ich mich nicht auffressen lassen.

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14. Oktober 1982 – noch einmal Tätigkeitsanalyse. Und Hebbel

Montag, Dezember 8th, 2008

L. erzählt vom gestrigen Film “Spitzenklöpplerin”, der ganz und gar der Film ihrer ersten Liebe gewesen sei.

# Hier eine Beispielseite der täglichen Aktivitätenlisten aus dem Tagebuch. #

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Ein Tag, der mich nach schwerer Nacht müde gemacht hat. Zwar allein aber ganz zufrieden. Der – unerwartet - gute Verlauf des Gesprächs mit Jeanette trägt mich heute. Diese Belastung war doch wohl größer in der Nacht als mir bewußt war.

# Erläuterung: Möglicherweise vermissen aufmerksame LeserInnen auf der abgebildeten Aktivitätenliste den expliziten Ausweis von Tätigkeiten für das MfS. In der Tat hielt ich mich auch bei diesen Aufzeichnungen an die Regeln der Geheimhaltung. In der hier abgebildeten Aktivitätenübersicht vom 14.10. sind solche MfS-Aktivitäten unter 5.15.2 = “Kommunikation, Gespräche, Geselligkeit mit mehreren Partnern” klassifiziert, und nur mir ist aus den mitgeteilten Namen der Partner, in diesem Falle Jeanette und Sean, die spezielle Art der Tätigkeit erkennbar. #

Nun freue ich mich auf den Sonntag mit Heidrun, die ich morgen vielleicht mal anrufe.

Im Kopf bildet sich schon der Brief der nächsten Woche an Evi.

Netter Schwatz mit A. und R; wenn diese Runde doch nun hoffentlich wirklich meine Ausstandsrunde gewesen ist!

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Hebbel: “Ich bleibe dabei: die Sonne scheint dem Menschen nur einmal, in der Kindheit und der frühen Jugend…”

Tieck: “Nur wer Kind war, wird Mann.”

Hebbel ebd. über seinen Vater: Er war herzensgut “aber die Armut hatte die Stelle seiner Seele eingenommen. Ohne Glück keine Gesundheit, ohne Gesundheit kein Mensch!” (S. 177)

Hier ist Hebbel Materialist. (Vergl. S. 185, wo H. schreibt, daß ihm pekuniäre Rücksichten das zu häufige Briefeschreiben verbieten oder S. 186: Er habe “seit 21/2 Jahren, einen Sommer ausgenommen, nicht mehr warm gegessen…”

Diese ungeistigen Nebensächlichkeiten sind unerhört wichtig!

der größte Fortschritt der neueren Zeit, daß der Mensch sich jetzt nicht bloß wohl befinden, sondern auch gelten will…” (178)

(Etappen der Persönlichkeitsentwicklung in der Geschichte! Und heute?)

Die Menschheit läßt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.” (181)

Auch das ist knurrig materialistisch.

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27. - 29. September 1982 – Krankenhaus bald zu Ende

Mittwoch, Mai 7th, 2008

[…]  7 Zimmerkumpel […]

Lesen: „Wissenschaft und Fortschritt“, „für Dich“

Dante (III 9-11- Gesang)

Hören: (Kopfhörer): 2. Brandenburgisches Konzert, 5. Sinfonie Prokofjew, Haydn, Mozart, sehr schön ist die konzertante Sinfonie Es-Dur für Bläser und Orchester, „Neue Deutsche Welle“-Kassetten überspielt; Schostakowitsch, Streichquartett op. 8, Beethoven, Klaviertrio Nr.1 op.1

Lichtbildervortrag über Indien

 Behandlungen: Lakenbad, Wickel, Perl, Periost, Velomed, Sauna, Muskeltest

Hebbel:

Der Mensch ist ein etwas, das nur zwischen zwei Grenzen zum Vorschein kommt, ein Strom, der nur mittels seiner Ufer erfaßbar wird.“ (176) 

[…]

Besuch bei F. Glückseliges Spielen mit F., mit der Straßenbahn, der Eisenbahn, den Spielkarten und dann gemeinsames Knabbern am Maiskolben, gegenseitiges Füttern.

Abends eine Stunde ungestört mit Evi im Schwesternzimmer. Sie knabbert den ganzen mitgebrachten Maiskolben auf und verstreut um sich „Späne“, wie ein Eichhörnchen. Mit Bechern Milch stoßen wir an und geben uns den Bruderkuß. Wir haben unser freundschaftliches, väterlich-töchterliches Verhältnis besiegelt und sind beide gleichermaßen froh darüber. […]

26. September 1982 – unnütze Klarsicht

Dienstag, Mai 6th, 2008

[…] 7 Zimmerkumpel, Männix, Mischa und Reiner erzählen Armeestories:

“Schildkröte”, “Musikbox”, “Cremen und Löffeln”, “Schwarze Kuh”, “Schmeicheln”.

[…] Lesen: „Wissenschaft und Fortschritt“ 9/82. (Ökosystem Müggelsee), Goethe: „In meinem Beruf als Schriftsteller

Hören: (Kopfhörer): Schostakowitsch, Sinf. Nr. 5 Op.47, Lieder mit Ernst Busch, Robert Schumann, Messe op. 147 (nicht hinreißend)

Hebbel:

Kriege zu führen, ist die menschlichste Versuchung eines Fürsten“ (S.151) Und wenn er Recht hätte? Auch für unsere sozialistischen Fürsten? Gibt es Machtmißbrauch, so gibt es jeden Machtmißbrauch (zumindest der Möglichkeit nach). (Ist es ein Vorteil, wenn wir eine Art menschliche Automaten (anscheinend) an der Spitze haben? Sie kommen nicht in menschliche Versuchung? Aber als Automaten der Macht?)

 

# Eine charakteristische Eintragung: Hebbel regt mich zu einem sehr „bösen“, sehr „schlimmen“ Gedanken über unsere realsozialistischen Führer an. Mehr nicht. Ich bildete mir etwas auf mein „illusionsloses Denken“ ein, zog aber weder praktische (Zur gleichen Zeit war die Afghanistaninvasion der Sowjetunion.) noch ernsthafte theoretische Schlüsse. Ich erlaubte mir, vor mich hin zu „denkeln“. Weder von einem „eingreifendem Denken“, noch überhaupt von einem klaren, folgerichtigen und auf denkerische Konsequenz zielendem Denken kann die Rede sein. Ich „Kämpfer für eine bessere Welt“ hatte meine (selbst gestellte) Aufgabe längst verraten und mich, kritische Nörgelei pflegend, in den Verhältnissen eingerichtet.
In den Verhältnissen eingerichtet, meine kritisch nörgelnde Stimme via Blogs pflegend, bin ich auch heute. #

Nicht nach der Länge seines Armes, nach der Länge seines Auges muß der Mensch sein Glück messen.“ (154) Ja, aber… Ja, bin für Bewußtheit. Aber sollte es nicht Glück für Arm und Auge und Sexus und Gaumen und … also ein allseitiges menschliches Glück geben? Wobei jeder dieser Glücksmomente seinen Mangel an sich selbst haben müßte. Und vielfältige Spannungen zwischen diesen verschiedenen Glücksmomenten.

Emanzipation des Gassenkots muß man nicht verlangen.“ (154)

Daß so wenig Schriftsteller Stil haben, liegt in ihrer Unfähigkeit, dem letzten hohen Zweck die nebenbei erreichbaren näheren und kleineren zu opfern, überhaupt in der menschlichen Unart, mit jeglichem Schritt eine Art von Ziel erreichen zu wollen.“ (155)

Das ist eine grobe Wahrheit oder eine wahre Grobheit, keine Dialektik. Nimm „Klim Samgin“. Hier ist Stil und hoher Zweck, jedoch die Kleinigkeiten werden nicht geopfert, sondern für diesen hohen Zweck zum Leben, zum Tanzen gebracht.

Ist manches, was bei Hebbel als Geist erscheint, nur Extremismus? Ist kluger Extremismus nicht in Wahrheit eine wichtige Art von Geist? Ist wahrer Geist nicht immer auch extremistisch?

Niemand umfaßt das Element, worin er lebt, sondern das Element umfaßt ihn.“ (156) Solche Erkenntnisse sind ein Damm gegen den Brechstangenoptimismus mancher, die sich Marxisten-Leninisten nennen.

… wenn du wahrhaft liebst, mußt du wieder geliebt werden, denn die Natur berechnet immer eine Kraft auf die andere.“ (159)

Die Natur zerstört ruhig und gleichgültig das Schönste, was sie hervorgebracht. Das „erregt die Empfindung ihres unvergleichlichen Reichtums, ihrer unerschütterlichen Sicherheit, ihres unverrückbaren Ziels.“ (160)

[…]Dichten: Der gemeine Stoff muß sich in die Idee auflösen und diese sich wieder zur Gestalt verdichten (164). Statt das Geistige zu verkörpern, vergeistigen sie gern das Körperliche. (169).

Das Kunstwerk: Grenzenlos in Bezug auf den Inhalt, begrenzt in Bezug auf die Form. (166).

Das Denken erscheint als bewußtes Gefäß des Unbeschränkten und ist daher beschränkt. Das Darstellen wirkt im Beschränkten ein Unbeschränktes. (Daher sind alle philosophischen Systeme abgetan worden mit der Zeit, aber kein einziges Kunstwerk.) (168)

 

 

25. September 1982 – „Klim Samgin“

Donnerstag, Mai 1st, 2008


[…]
7 Zimmerkumpel
Behandlungen:Lakenbad, Wickel
[…]
Lesen: „Neues Leben“ (Jugendmagazin), Gorki „Klim Samgin“ (127-131, begeisternd), Hebbel Tagebuch (Einleitung)
Hören: (Kopfhörer): Schostakowitsch, Sinf. Nr. 5 Op.47, (schönes Scherzo), Oratorium „Savonarola“ eines modernen Ungarn.
Im Garten: Weinstock, Apfel „Auralia“, Schattenmorelle, „Ostheimer Weichsel“, alle geschnitten.

Hebbel:
„Die Masse macht keine Fortschritte“ (S.162)

„Die meisten Menschen haben gar nicht das Bedürfnis, klar über ihre Zustände zu werden; sie wollen nur hindurch, wie etwa durch eine Krankheit. Diese gewinnen im Leben keine Resultate, sie machen nicht einmal Erfahrungen; ihr ganzes Leben ist vielmehr eine immer währende Flucht durch Gefängnisse, und sie täten wahrlich wohl, sich an das erste beste zu gewöhnen, weil sie dann doch einen Standpunkt hätten, von dem aus sie die Welt, gut oder schlecht, betrachten könnten.“ (!48f)
Hebbels Gedanken über den Massenmenschen sind für mich immer etwas wert, Nachholeerkenntnisse, auch wenn sie das geschichtliche Schöpfertum der Massen nicht abbilden. Heute wollen die o.g. Menschen ebenso unbewußt wie früher durch ihre Zustände hindurch, aber weniger wie durch Krankheiten als vielmehr wie auf einer Lustreise, weniger Flucht als Wettlauf. Doch letztlich ist das kaum ein Unterschied.

„Oft ist es, als ob im Menschen ein hohes geistiges Bedürfnis erwachte, in dem er ein körperliches befriedigt. Gewiß ist die Sinnlichkeit die Klaviatur des Geistes.“ (S.150)

Fastertypen:
Peter Ripke, der Bahnpostbeamte, Trinker, 4 Kinder, er kam mit ins Orgelkonzert, ein krankhafter Angeber, Wichtigtuer, nicht besonders intelligent dabei.
Männe (Manfred Krüger), er ist im Käfig seiner Roheit gefangen (Neger = „Preßkohle“, magerer Mensch = „Buchenwaldprothese“), die sich unversehens mit Sensibilität beißt.
Dr. Ingo Heda, der feige Schwadroneur, Frauentyp, Zuhältertyp, ob er zu Hause was zu melden hat?

[…]

# Aus einem Brief an die Eltern. #

„… Nachdem ich nun 12 Wochen Krankenlager hinter mir habe, ist wohl doch ein Ende abzusehen. Seit einer Woche gehe ich täglich etwa zwei Stunden spazieren, fahre Hometrainer und tue einiges mehr, um wieder ganz ins Lot zu kommen. Eine Ursache für diese ganze Entwicklung scheint darin zu liegen, daß mein rechtes Bein 1-2 cm kürzer ist als das linke. Das hat, zusammen mit Abnutzungs- und Belastungserscheinungen zu der seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule geführt. Diese ist nun schon weit zurück gegangen aber halt immer noch nicht ganz verschwunden. Krankenhausmühlen mahlen langsam (zumindest bei mir wohl zu Recht) und so muß ich immer noch nach Wochen und kann noch nicht nach Tagen rechnen. Das Spazierengehen, In-den-Garten-Fahren, sogar mal nach Hause oder in die Stadt zu fahren, genieße ich aber sehr…“
[…]

# Aus einem Brief an einen Freund. #

„… Was die Klinik hier angeht, so bin ich, ohne zu idealisieren, des Lobes voll. Es wird intensiv gearbeitet in einer ruhigen, ja fröhlichen Atmosphäre. Viel könnte man dazu im Einzelnen sagen aber wichtig ist das Summa Summarum, ein - ich nehme ein sehr großes Wort – gelebter Humanismus, ein alltäglich spürbarer. Beeindruckt hat mich das Ethos einiger Mitarbeiter hier (Schwestern, Physiotherapeuten, Küchenkräfte, Ärzte). Daß für relativ wenig Geld so hart so gerne gearbeitet wird!…“
[…]
Beim Kranksein ist mehr als nur geduldiges Ertragen möglich. Man kann sich Mühe geben, Anderen Freude zu machen, gut zu sein, kann sich für die anderen zusammennehmen. Wenn ich’s recht bedenke ist das für mich ein starker Antrieb und ein möglicher Sinn des Krankseins. (Dies ist kein eingebildeter Sinn! Einstmals Marita und vor kurzem Schwester Grit erzählten mir, wie besonders sympathische Kranke, die dann starben, sie beeindruckt haben. So kann man (als Kranker) dann doch über seinen Tod hinaus leben.) Also auch hier: Aus dem Käfig heraus!

„Klim Samgin“ I, S. 127-130
Auf drei Seiten hintereinander kann ich nur sagen: Genial! Wunderbar! Ein Empfinden hab ich, wie bei den allergrößten Kunstwerken (aber wohl noch nie bei einem Roman): Atemberaubend; die Schönheit, Bewußtheit, Menschlichkeit, die ich hier spüre, ahne und nicht erklären kann, verschlägt mir einfach den Atem.

Die Eisenringe ums Herz:
Als ich L. kennen- und lieben lernte, spürte ich diese Ringe springen, die sich während der Ehe um’s Herz gelegt hatten; Ringe der Traurigkeit, des Deprimiertseins. Nach L. trage ich keinen neuen Ringe. Ich halte das Herz ohne sie im Gleichgewicht, ertrage das zitternde, bloße Herz. (Stimmt, was ich schreibe?)
In meiner Ehe gab es eine lange, lange Agonie.
Mit L. gab es eine solche Agonie nicht. Es war ein bewußter herbeigeführtes Ende.

24. September 1982 – Clemens zum Geburtstag

Montag, April 14th, 2008

[…] 7 Zimmerkumpel

Behandlungen: Lakenbad, Wickel, Perl, Periost, Sauna,

Frau Beyer bringt eine ihrer Weintrauben zum Kosten.

[…] Hören: (Kopfhörer): Beethoven, Klaviertrio Nr. 1, Klavierquartett von Dvorak

[…] nachmittags zum Garten, F., der mir freudig entgegenläuft

[…] abends Konzert in der Schlosskirche Buch

Konzertprogramm

 

 

21.45 Uhr, Schwester Evi läßt den Fernseher abstellen!! Ein prächtiger Stich ins Wespennest. Sie ist schon ein prächtiges Mädel und nichts für einen bequemen Partner (hat nicht nur manchmal Schroffheit, sondern sicher auch Eigensinn). Ich verteidige sie in der Zimmerdiskussion entschieden und mit Lust, und es entsteht das schönste Tohuwabohu.

[…] Heute hatte ich einen süßen Traum. Mit einer fremden Frau war ich unterwegs, wir kehrten zurück, ich glaube, es war ein sintflutartiger regen gefallen. Zu Hause spielten Kinder. F./Clemens # F. - mein Sohn mit L., Clemens, Stefan, Christof – meine Söhne aus meiner Ehe #

erkannte mich sogleich und schmiegte sich an mich und drückte mich. Er rückte mir nicht von der Pelle und schlief schließlich zusammengerollt in meinen Armen ein.

 

Hebbel: Jede neue Idee führt in den Köpfen der Menschen, die sich ihrer bemächtigen, „ein solch wahnsinniges Traumleben“. (S. 138).

Mit jedem neuen Menschen beginnt ein „neuer Taten- und Schicksalskreis“ (S. 139). […]

Nichts ist so tief und bedeutend, daß ihm nicht ein ganz ordinärer, alltäglicher Sinn unterlegt werden könnte (S. 142). (vorschnelles Verstehen ohne Verständnis)

Satire, die nicht von dem freiesten Geist ausgeht, ist unausstehlicher, wie der ärgste Pedantismus“ (S. 144). (Deshalb gibt es im Sozialismus bis jetzt noch keine großen Satiriker.)

 

Viele Menschen sind beständige Schemata, die der nächste, beste Zufall ausfüllt.“ (S. 147) (Gerade die drastischen Bemerkungen Hebbels über den Massemenschen sind für unsereins wichtig, auch wenn sie manchmal pessimistisch sind, denn wir sind in dieser Frage mit einigem Wunschdenken geschlagen.)

 

es gibt Momente, die mir den Samen der Freude ins Herz streuen, die der Gegenwart nichts bringen, als einen leisen Schmerz, und die im eigentlichen Verstande erst unter dem Brennglas der Erinnerung in ihrer Bedeutung, ihrem Reichtum aufgehen. Mancher dieser Momente mag mit einer Stunde, die uns erst jenseits des Grabes erwartet, korrespondieren.“ (S. 146)

Ein schöner Gedanke, der hilft dem zarten Gespinst des Gefühlslebens auf die Spur zu kommen. Samen der Freude, die erst keimen müssen! Doch auch: Leise Schmerzen, die ich lerne zu lieben!

 

Unschuld ist erwachende Sinnlichkeit, die sich selbst nicht versteht.“ (S. 147)

 

Gegen jede sogenannte neue Wahrheit bin ich mißtrauisch, die nicht in mir ein Gefühl erregt, als hätte ich ihre Existenz schon lange zuvor geahnt.“ (S. 147)

 

Das Leben hat keinen anderen Zweck, als daß sich der Mensch in seinen Kräften, Mängeln und Bedürfnissen kennen lernen soll. Wenigstens ist dies der einzige Zweck, der immer erreicht wird, das Leben mag nun sein, wie es will.“ (S. 147) (Damit ist der Sinn des Lebens zwar nur individualistisch aber doch empirisch, nicht spekulativ bestimmt. Und mehr ist wirklich nicht herauszuholen.)

# zu Clemns’ 14. Geburtstag # 

 

Lieber kleiner Clemens!

Mit der Überschrift hat es eine besondere Bewandtnis, das will ich gleich erklären. Heute Nacht habe ich nämlich von Dir geträumt, genauer, von einem kleinen, vielleicht drei- oder vierjährigen Jungen, der Deine Züge trug, vermischt mit den Zügen von F. Vielleicht hängt dieser Traum damit zusammen, daß mir vor kurzem unser gemeinsamer Winterurlaub in der Sächsischen Schweiz eingefallen ist. Kannst Du Dich daran noch erinnern, an die Forstmühle? Auch z. B. daran, wie wir von Decin zurück kamen und im Bahnhof von Bad Schandau soviel gefressen haben, daß dir dann ganz schlecht war? Überhaupt hatte ich ein paar Mal Kuchen besorgt (auf dem Großen Zschirnstein und in Pirna) und dabei wohl nur an meinen Magen gedacht, denn Du hast ja gar nicht viel davon gegessen. Oder weißt Du noch von unserem Besuch bei dem Schnitzer und Holzschneider oder von den Olympiaübertragungen? Na, vielleicht hast Du auch ganz andere Dinge behalten.

Eigentlicher Anlaß meines Briefes ist natürlich Dein Geburtstag und in Anbetracht Deines nun erreichten Alters, werd ich bestimmt nicht wieder vom „kleinen Clemens“ reden.

Möge der ganze Tag schön verlaufen und für das dann folgende Jahr eine angenehme Erinnerung sein. Und dieses Jahr hat ja wieder ‘ne menge Erlebnisse und Erkenntnisse bereit, so daß es bestimmt Spaß macht. Gewiß, all das ist mit Arbeit verbunden, mit Mühen, die manchmal nerven, aber wie schön ist es im Grunde doch, ein gesundes und gesichertes Leben führen zu können. Man ist im Grunde selbst verantwortlich dafür, was daraus wird. Na, Deine großen Brüder geben Dir ja auch Anregungen.

Am 28.9. werde ich übrigens 1 ½ cm größer. Soviel kriege ich unter den rechten Schuh gesetzt, damit wird jahrelange Schieflast und Wanken und Schwanken behoben, denn das ist wohl die letzte Ursache meiner Ischiaserkrankung. Mit der geht es nun schon wesentlich besser. Ich darf spazieren gehen, die Belastung wird langsam gesteigert, und so rückt endlich langsam der Entlassungstermin in Sicht. Vor einem halbe Jahr hatte ich noch nicht gedacht, was einen so erwischen kann. Meine Schlussfolgerung ist jedenfalls: Wehret den Anfängen! Man kann tatsächlich nicht früh genug anfangen sinnvoll und diszipliniert zu leben, natürlich ohne Kleinlichkeit.

Entschuldige, das war mehr Selbstgespräch, sollte keine Predigt sein.

Sei herzlich gegrüßt und mit den besten Wünschen bedacht von Vati und grüß auch Stefan, Christof und Mutti.“

 

Alles für nichts! Ist der irdische Imperativ.“ (Hebbel, S. 148) (Einfach köstlich in der Verkürzung.)

 

Heine wirft den Fackelbrand des Witzes in die werdende Welt hinaus und läßt sie gestaltlos für nichts und wieder nichts verflammen. (S. 148) (Das ist nicht gerecht gegen Heine aber hat einen rationellen Kern.)

 

# Aus einem Brief… #
Mir geht es immer besser. Jeden Tag gehe ich mindestens 2 Std. spazieren, fahre auch Hometrainer und ging heute erstmals zur Sauna. Merke aber auch, daß ich wirklich nur allmählich steigern darf, nach 2 Std. draußen bin ich schlapp wie ein Waschlappen, auch heute noch, obwohl doch schon seit einer Woche geübt…“

 

Die geheimnisvolle Schönheit junger Männer!

Das Erlebnis Evi (und Grit) ist für mich vielleicht wichtiger, als ich mir träumen lasse. Das Vertrauen dieser Mädchen zu mir als einem väterlichen Freund ist überraschend und schön für mich. (Ich verhehle mir nicht die erotische Komponente dabei, doch ein erotisches Moment hat auch die leibliche Vater/Tochter-Beziehung, ist also nichts Besonderes). So wohl mir diese Beziehung tut, läßt sie mich meine Sehnsucht nach großen Kindern, vielleicht besonders nach Töchtern entdecken. Ich begreife mich so selbst besser. (Das ist eine wirkliche Entdeckung, jedenfalls gehört das freudige Erstaunen dazu.) Und mit dem menschlicheren, uneigennützigeren Verhältnis zu solchen jungen Frauen wird auch ein anderes Verhältnis zu Männern, speziell den jungen Partnern solcher Frauen möglich! Mich interessierten bisher ja ohnehin nur Frauen, Männer höchstens als potentielle Rivalen. Nun gewinne ich einen Blick auf sie als Partner „meiner Tochter“. Freilich war mir Stefan auch schon so reizvoll, jünglingshaft, geheimnisvoll erschienen. Dies neue Verhältnis letztlich deshalb möglich, weil frei, weil nicht eigener Begierde unterworfen, weil in diesem Falle aus dem Käfig „Ich“ herausgetreten.

 

Die Dominanz der der Ichform in meinen Gedanken, Beschreibungen, Briefen. Ich versuche das stilistisch zurückzudrängen, sozusagen kosmetisch. Das wär mal eine gründliche Überlegung wert.

 

Es peitscht uns nichts zu Spitzenleistungen. Die Verhaltensweisen und dementsprechenden Ergebnisse der Radfahr-Fenstergruppe sind undiskutabel, als Forschungsarbeit wohl kaum von besonderem Wert. Verantwortlich dafür sind Dr. Janietz und Dr. Steglich. Vergeudung von Vermögen und Mittelmaß sind das Ergebnis. (Freilich auch bequemes Leben.) Für Spitzenleistungen bedarf es immer der Peitsche, ob von anderen oder von mir selbst geführt.

 

23. September 1982 – wieder bei Hebbel

Samstag, April 12th, 2008

[…] 7 Zimmerkumpel

Behandlungen: Lakenbad, Wickel, Perl, Velomed, Blutabnahme; Gewicht 74,3 kg, Blutdruck 125/75

[…] Lesen: Eule, Berliner, horizont, BZA # „Berliner Zeitung am Abend“ #

Hebbel, Tagebücher 1 Und 2, Jean Paul, „Schulmeisterlein Wuz“

[…] Hören: (Kopfhörer): Schubert, Beatkiste, gute Sachen dabei: Puhdys „Jahreszeiten“ (6. Platz)

Raggy play („Floßfahrt“), Karussel „Mein Bruder Blues“ (5. Platz), NO55 „Geburt“ (4. Platz), Stern Meißen „In derselben Bahn“ (3. Platz), Berluc „Öffne ich mein Fenster“ (2. Platz), Rockhaus „Bonbons und Schokolade“ (1. Platz); engl. Folk. […]

Wir leiden unter den Belastungen, die Wissenschaft und Technik mit sich bringen. Doch vor der reaktionären Romantik Vorsicht! Welchen Reichtum haben diese Kräfte hervorgebracht, Reichtum der Lebensbedingungen der Massen! Hebbel schildert die Armut in seiner Kindheit und was sie physisch und psychisch bedeutete. Aber auch Jean Paul. Oder Zille, Kollwitz, und letztere lebten vor weniger als 100 Jahren.

Hebbel-Auszüge. Ich setze mit dem Jahr 1838 ein (Bd. I S. 126):

Aus der Menschenwelt geht zuweilen als Menschenwirkung ohne erfaßbare Ursache etwas Geheimnisvolles hervor; dies ängstigt den Geist am meisten.“ (S126) (Gorki („Klim Samgin“) ist, soweit es um soziale, revolutionäre Wirkungen geht, ein Meister in der künstlerischen Darstellung solcher Situationen. Ängstigt sich nicht vornehmlich der Geist des isolierten, bürgerlichen Intellektuellen?) Lenin (Gorki) ist der solchen Menschenwirkungen zutiefst zugetane Geist.

Nur schärfstes Trennen führt weiter zur Erkenntnis, und die zur Bewältigung.“ (S. 128) (Dieser Nutzen der „schärfsten Trennung“ gilt nicht nur für die Erkenntnis. Jede (?) Steigerung, Kräftigung setzt anders schärfste Trennung voraus.)

Wir besitzen auch in geistiger Hinsicht immer nur auf einige Zeit. Dies gilt von Einsicht, wie von Kraft.“ (S. 130) (Dies Bewußtsein der Flüchtigkeit der Zeit und aller unserer Äußerungen in der Zeit ist so wichtig und keineswegs selbstverständlich, besonders nicht für die Jugend.)

Diejenigen Menschen, die sich auf demselben Weg befinden, aber in verschiedenen Stadien, sind am weitesten auseinander.“ (S. 132) Das ist z. T. wahr und z. T. Schein: Ja, sind weit auseinander, weil eine Notwendigkeit (ihr gemeinsamer Weg) sie trennt. Diese kann nicht einfach beiseite gewischt werden. Aber es ist dies doch letztlich eine besondere und enge Form der Verbindung (die berücksichtigt werden muß, will ich die Einheit beider schaffen).

Hebbel hält die Vergangenheit für die Zeit der bedeutenden Einzelnen, während sich heute die Masse geltend mache. (S. 134) Natürlich sagt der Marxismus-Leninismus viel und Tieferes über Masse und Persönlichkeit in der Geschichte aber dennoch finde ich hier ein entscheidendes Kriterium des Fortschritts, ein Charakteristikum einer ganzen geschichtlichen Übergangsepoche, in der wir stehen (seit Beginn des Kapitalismus und endend mit einem relativ ausgebildeten Kommunismus). Die neue Qualität in der Rolle der Masse!

Ob es wohl 6000-jährige Irrtümer gibt, ich meine solche, zu denen alle, auch die größten Geister Gevatter gestanden haben?“ (S. 135) Das ist ein Gedanke, so originell, daß ich dazu meinen Senf nicht geben mag, ebenso der folgende: (S. 136)

Es ist die Frage, ob wir jemals eine ganz neue Wahrheit erfahren werden, eine solche, von der wir nicht von Anfang an schon eine Ahnung gehabt hätten, ja, es ist fast unzweifelhaft, daß dies nicht geschehen wird, eben weil es nicht geschehen kann, da ohne den vollständigsten Kreis aller Wahrheiten die menschliche Existenz, die durchaus eine solche Atmosphäre verlangt, gar nicht denkbar ist.“ 

(In einer Hinsicht wußte der erste Mensch genauso viel, wie wir heute. Dieser Tatbestand ist die eine Hälfte dessen, was wir Fortschritt nennen. Obwohl der „Fortschritt“ selbst, wie schon der Name sagt, als seine andere Hälfte verstanden werden will. Der Fortschritt mystifiziert so sich selbst, obwohl doch eigentlich auf der Hand liegt, daß es einen Fortschritt nur bezogen auf einen Fortbestand geben kann.)

Immer wieder gibt es Goldkörner bei Hebbel: Philosophie ist eine höhere Pathologie.“ (S. 157)

 Doch auch Hebbels Tagebuch ist ein Buch seines geistigen Lebens (wobei er die Beziehung des Geistes zur Sinnlichkeit durchaus erwähnt, reflektiert). Mir schwebt vor, das Tagebuch zunehmend auch zum Protokoll des somatischen Lebens und seiner Wechselbeziehung zum geistigen L. zu machen (obwohl dabei noch keine Systematik oder gar Tiefe erreichbar).

20. September 1982 – Durcheinander in meinem Kopf

Dienstag, April 8th, 2008

[…] 7 Zimmerkumpel

Behandlungen: Perl, Periostmassage, Lakenbad, Wickel […]

Lesen: Zeitungen und Zeitschriften – Magazin 8/82;

Dante, “Göttliche Komödie” III – 9. Gesang (Ich verstehe nichts mehr.) Hebbel, Tagebücher ! -129

[…] Hören: (Kopfhörer): Verschiedenes, Prof. L. Bisky über Kultur

Kleiner Schwatz mit Schwester Martina, arbeitet seit 1 Jahr, lernt noch, hat knapp 500,-M. Ist begeistert von ihrem Beruf (immer neuen Menschen helfen). Unangenehm ist die Arbeit mit dem Schieber, Ente usw.

Was Schwester Evi zu ihrem Beruf sagte (sinngemäß): Ich: “Kann man ein Leben lang Schwester sein?“ Sie: “Manche machen es ein Leben lag, also kann man…. Man darf sich erstens nicht übernehmen, überverausgaben. (Ich frage mich: Ist das die Jugend von heute? Woher diese Abgeklärtheit? (Selbstgenügsamkeit?)? Was bedeutet sie?) und zweitens muß man mit Freude darangehen. Es ist ein sehr verantwortungsvoller Beruf.“

Das Wort, das irgendjemand zu den Arbeiten der Kollwitz sagte – ein „Arme-Leute-Edel-Ballett“ - ist sicher nicht ganz wahr, aber es trifft mit hinterhältiger Genauigkeit ihre schwächste Stelle. Wie viel bedeutender ist Barlach! Kann es jedoch sein, daß für die Entwicklung des Kunstverstandes (meine Kindheit) Kollwitz eine hervorragende Rolle spielen kann? Überhaupt Entwicklungsstufen des Kunstverstandes.

Ein anderes Beispiel dazu: A. Bostroem. Einst (noch in der Armeezeit) schrieb mir Christel, meine Geliebte, viele „Terzinen des Herzens“, gewidmet Friedrich Eisenlohr (!) von Bostroem ab. Und auch ich schmolz dahin in diesem Sang. Später – ich kannte schon manches von Nazim Hikmet – kaufte ich erwartungsvoll einen Band Gedichte von ihm und war enttäuscht. Übersetzungen von A. Bostroem. Gestern im Rundfunk: Armenische Lyrik. Etwas Fernes, das als nahe begriffen wird – schön, aber störend das Tönen der Bostroem.

# Erst heute, da ich dieses Tagebuch abschreibe, informiere ich mich kurz über Annemarie Bostroem und stelle mit Erstaunen fest, daß sie Jahrgang 1922 ist. Sie war also damals zur Zeit ihrer „Terzinen“ nur wenig über 30 Jahre alt.#

Die Diskussionen in unserem Zimmer – vieles deprimierend an dieser Lebensweise. Die Berufe meiner Zimmerkumpel sind gefragt. Käuflichkeit! Sozialistische Verkommenheit! Aber wie normal ist dies?

[…] Doris erwähnt die in ihren Augen sehr egoistische Art der Selbstverwirklichung z. B. bei L. Ich erwähne dazu Dante, Homer… Sie wehrt ab, in der Art „Das kann doch keiner praktisch gebrauchen.“ Die höchsten (aber unpraktischen) Ideale (auch hier Selbstgenügsamkeit). Doris meint, daß sie ihre geistige Ausdehnung erreicht hat.

Rudi“ # meine Masseuse # meint, daß Mediziner solche Massaker wie in Beirut nicht anders erleben als andere Menschen.

Nietzsche-Vortrag im Rias gestern. Werbung für seine Renaissance, schamlos werden die Weichen gestellt. Man möchte rufen: „Merkt ihr nischt!“ Doch wir („Einheit“) # theoretisch-ideologische Monatszeitschrift der SED # haben es schon gemerkt. Nur das Rufen unseres fetten, selbstzufriedenen, langsamen, herzlosen, feigen, langweiligen Aufklärungsapparates findet immer weniger Hörer. Und andere kommen nicht zu Wort.

Lenin zum demokratischen Zentralismus: Er könne straff, fast militärisch gehandhabt werden, aber auch wie das Dirigieren im Konzert. Natürlich hinken Bilder immer. Aber ist darüber hinaus etwas grundsätzlich falsch an dieser Auffassung? Kann man die Gesellschaft in ihrer Dynamik mit einem Orchester vergleichen? Wo gibt es das Orchester, in dem ein Stück gespielt (also auch dirigiert) wird und zugleich die Musikanten improvisieren? # Eine meiner seltenen kritischen Bemerkungen zu Lenin. #

Lese das Reclam-Bändchen Kollwitz von hinten nach vorn. Ihre Stellung zum 1. Weltkrieg, zu ihrer Arbeit usw.! Vieles erinnert an L. Wie sie doch nur aus dem Erleben, aus dem unmittelbaren Erleben zum Denken angeregt werden!

Worin besteht heute der Fortschritt (auch auf Westeuropa bezogen)? Krieg zu glorifizieren ist vielleicht schwerer geworden. Dafür ist die Lust am Bösen, an der Niedertracht, gesellschaftsfähig geworden, so daß vielleicht die harte Münze des Ruhms und der Selbstopferung nicht mehr nötig ist, um zum Kriege bereit zu machen. Ist die Kriegsbereitschaft heute wirklich geringer? Ursachen in der Gesellschaft deckt nur die Theorie auf. Unsere Theorie ist in den Massen nur ganz schwach verwurzelt.

Hebbel: Die Dichter sollen erlösen

die Natur zu selbsteigenem

die Menschheit zu freiestem

die unendliche (unfaßbare) Gottheit zu notwendigem Leben. (S.60)

Versuche Hebbel zu lesen, gestört von den laut fernsehenden Zimmerkumpeln (Dieter Thomas Heck). Diese Dummheit, Dummheit, Dummheit, diese Zeitvernichtung, mit der die Zeit ausgefüllt wird!

In meinen „großen Lektüren“ der letzten Zeit ist eins nicht zu finden (mal von Jean Paul abgesehen) – Humor!

Welch Durcheinander in meinem Kopf: Gegen eine verordnete Nietzsche-Renaissance bin ich allergisch, der extreme Egozentrismus Hebbels (der freilich ein humanistischer ist) zieht mich an. Für mich persönlich möchte ich wohl eine Ausnahme machen? Angesichts Hebbel erneut die Frage: Was will ich mit diesem Protokollieren? Ich habe noch immer kein klares Ziel. Ist das Schreiben nur Lebensersatz? Wovon lebte Hebbel? Hebbel kritisch lesen!

Wie wichtig es doch ist, zumindest den Willen zum „Gutsein“ zu haben (zu Mitgefühl, Aufgeschlossenheit usw.). Oft habe ich zwar nicht die Zeit oder Kraft, entsprechend zu handeln, aber wenn diese Bedingungen gegeben sind, dann tue ich es doch. Andere (meine Zimmerkumpel), die nicht einmal diesen (ohnmächtigen) Willen haben, handeln dann selbst unter günstigen Bedingungen nicht besser. Die Vergeudung von menschlichen Möglichkeiten dadurch, daß günstige Bedingungen nicht ausgeschöpft werden! # (Am 16.10. 1985 hierzu ergänzt:) # Das ist offensichtlich nicht nur eine Frage der Selbsterziehung, sondern auch einfach der aktuellen Selbststeuerung. Möglichkeiten in einer Persönlichkeit sind das Eine. Was sie unter wechselnden Bedingungen aus ihnen macht, ist das Andere.

Dichten im Gehen. Mit den „Schwestern“ geht es während des Spazierengehens langsam voran. # Ich versuche eine Dankgedicht an die Schwestern zu machen. # Der Spaziergang kann doch den fehlenden Inhalt nicht bringen. Bei vorhandenem Inhalt einen Rhythmus zu finden, dazu kann er wohl beitragen.

14. Juni 1982 - Honecker, Hebbel

Dienstag, Januar 8th, 2008



[…] Kalt und feucht ist es heute. Hoffentlich bleibt es nicht so. Mit dem Juni, den ersten Ernten, ist der ganze Sommer (also auch sein Vergehen) schon wieder im Blick. […]

Goli erzählte wieder voller Verärgerung von der letzten Kollegiumsberatung, wo er wieder für irgend eine formale Kleinigkeit “Dresche gekriegt” hat. Er fühlt sich schikaniert und von der normalen Arbeit abgehalten. Ein großes Hemmnis sei das Hinauszögern von Entscheidungen durch Kersten. # Minister # Ich glaube ihm das meiste, habe jedoch kein eigenes Urteil. Unseren Ministerbrief haben wir (auf der Grundlage meines Entwurfs) fast ohne Diskussion fertig gemacht. […]

Im Radio redet Honecker kreischend geradezu, mit sich überschlagender Stimme, von unserem Humanismus anlässlich des Charite-Neubaus. Wie können nur Inhalt und Form derart auseinander fallen? Wie kann eine Form nur derart abstoßend sein?

# Am 12.6. hatte ich mich sehr negativ zu Stoph geäußert, jetzt zu Honecker. In meinem aktuellen Blog dazu einige Überlegungen aus heutiger Sicht.  #

[…]

Nachdem ich von Hebbel abgekommen war, blätterte ich wieder und bin wieder aufs Höchste beeindruckt von vielen seiner Beobachtungen:

Eigensinn ist das wohlfeilste Surrogat für Charakter (S. 145)

Überzeugung, dass es nichts Ursprüngliches gibt, “dass wir den Gedanken in dem Augenblick, wo wir uns seiner bewusst werden, schon zu etwas gemacht haben.” (S. 83)

“Es ist eine Wahrheit, von der sich jeder möglichst früh zu überzeugen suche, das sich im Leben nichts nachholen lässt.” (87)

“Der Philister hat oft in der Sache recht, nie in den Gründen.” (88)

“Die Religion der meisten Leute ist nichts, als ein “Sich schlafen legen…” (90f). Weitere Gedanken hier zum Ende der Religion, die Menschheit habe “das große Geheimnis” die “Einsicht in das Nichts” gewonnen. Also Ideenlosigkeit, das Leben sei ein Krampf, ein Rausch, woher eine Idee nehmen, Idee einer freien Menschheit? “Die Weltgeschichte sammelt, sie sammelt Strahlen für eine neue Sonne; ach eine Sonne wird nicht zusammengebettelt!” (91)

(Dies - natürlich anders weltanschaulich eingebunden - ist genau mein Gefühl.)

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13. Juni 1982 – Libanonkrieg

Montag, Januar 7th, 2008

[…]

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Ein frischer, kühler Morgen. Nachts hat es geregnet. Der Kleingärtner denkt an seinen Dünger, an die heutige Schädlingsbekämpfungsaktion.

Gestern, vorm Schlafen gehen, sehe ich in Nr 22, Hofseite, zum ersten Mal ein nacktes Paar (nicht beim Geschlechtsverkehr). Es ist ein Wandeln in der Wohnung, vorm Schlafen, schön.

Habe 2 Kirschen, die Reneklode und die Aprikose mit Bi 58 EC behandelt. Melonen in Plastetüten gepackt, Spargel geerntet, Pflegearbeiten, Buschbohnen gelegt. Zu Mittag Milchreis mit Erdbeeren. F. Ist begeistert.

# Ich war zwar immer ein neugieriger, experimentierfreudiger Gartenfreund, damals war ich aber noch sehr traditionell eingestellt und habe rücksichtslos die „chemische Keule“ eingesetzt. #

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[…] So etwa werde ich an die „Fotografie“ schreiben: Werter Redakteur!

In einer der letzten Nummern ihrer Zeitschrift ist mir die Serie „Graugußputzer“ von Dikran Stambolian aufgefallen. Ich bin wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Weiterbildungseinrichtung für Leitungskader des Industriebereichs Schwermaschinen- und Anlagenbau, zu dem auch Gießereien gehören und möchte in den Räumen unserer Einrichtung mit Hilfe des Bildautors eine Ausstellung dieser Serie organisieren und auch einige Fotografien erwerben. Würden Sie mir bitte mitteilen, wie ich mit Herrn Stambolian in Verbindung treten kann?

Gleichermaßen bin ich an der Adresse von Herrn Günter Rössler interessiert, dessen Aktstudien ich ganz besonders schätze, so daß ich – als Anfänger auf diesem Gebiet – in Briefkontakt mit ihm treten möchte. Können Sie mir helfen?

Mit freundlichem Gruß

(Am 14.6. eingesteckt.)

Begin verkündet, nun werde es bald Ruhe im Libanon geben, nachdem die Wurzeln der PLO herausgerissen seien. Die Welt schaut zu, wie ein Volk vernichtet wird. Wieder beweist sich: Nicht die Größe der Leiden, der Greuel rührt zu Taten der Verhinderung. Nur das Bewußtsein ihrer Ursachen und die organisierte und materielle Kraft dagegen (die richtig geführt wird), kann etwas ausrichten. Die Schwäche dieser nationalen Revolution resultiert aus der Schwäche ihres proletarischen Kerns (im ganzen arabischen Raum). Wie schnell aber kann es durch ein Feuer in diesem Raum, durch eine „horizontale Integration“ (so der „Fachausdruck“) zu einem Flächenbrand um den ganzen Erdball kommen.

Junge Künstler der DDR haben ja palästinensische Lager bereist und irgend etwas abgeliefert (Bechtle, der „abstrakte“ Neubrandenburger, F. Behrend, andere) aber wie verquast, oberflächlich, nichtssagend, formal, routinehaft sind die Ergebnisse.

Andere (so auch L.?) fahren gar nicht erst hin. Und größere Ergebnisse würden das Publikum kalt lassen. (?) Wie kommt das?

Doch denke ich an manches von Heynowski & Scheumann und die Resonanz bei uns.

# Die Dokumentarfilmer Heynowski & Scheumann waren eine DDR-Institution. Sie haben, angefangen mit „Kongo-Müller“ („Der lachende Mann“), eine Reihe beeindruckender Filme geschaffen, die eine breite Resonanz erzielten und viele Menschen für die Befreiungskämpfe in fernen Ländern sensibilisierten. #

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Hebbel: Kleists Arbeiten starren von Leben.

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Ein Bildchen, das zeigt, daß nicht nur Aktfotos sexy sein können; ein Motiv, das hinsichtlich seines sexuellen Reizes vielfältig abgewandelt und gesteigert werden könnte.