Archive for the ‘Lesen’ Category

15. Juni 1989 – erster Arbeitstag

Mittwoch, Juni 24th, 2009

Erster Arbeitstag, ohne sensationelle Überraschung aber mit Terminstreß -

Abschlußbericht Kreisschule ML,

WBA-Fete heute Abend. Das sind 4 Stunden Lebenszeit, die wie Wasser durch ein Sieb rinnt.

Im ND erblicke ich das endlose Referat der Ministerin Honecker.

Letztes Kapitel in Trifonows Buch “Zeit und Ort”: “Den Winter überleben”! Gestern im Zug: Dimiter Kordshnew, in der Spektrumreihe, “Der Garten mit den Amseln”, sympathisch, streckenweise recht gut.

13. Juni 1989 – Urlaub - soziale Herkunft/Stellung der Abgeordneten von Berlin-Mitte

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Am Sonntag, Pfarrer Palmer zeigte uns in- und auswendig die Neuburger Kirche, an der er enorm tatkräftig restauriert hat. Die Kirche zeigt innen ein frappierendes Konglomerat von spätmittelalterlicher und barocker Bemalung. Die alte Uhr, das Uhrwerk, wurde auch wieder in Gang gesetzt. In unserer Gegenwart ließ er einmal die Zeiger “rund um die Uhr” wandern. Glockengießerei Apolda.

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Sehr schöner Boddenabend bei Strömkendorf. Gestern und heute einzigartiger Sonnenschein. Wir sind bis spät am FKK-Strand von Timmendorf.

Wir haben Trifonow “Zeit und Ort” ausgelesen mit der letzten schönen Geschichte:”Diesen Winter überleben”. Unerhörte Aktualität Trifonows, der ja immerhin schon 1981 gestorben ist.

C. und ich in bester Stimmung. Leider geht der Urlaub nun schon zu Ende.

Gestern hab’ ich mal die Abgeordneten von Berlin-Mitte ausgezählt. Von 220 Abgeordneten ordne ich 47 als hauptamtliche Funktionäre (von Partei, Staat und gesellschaftlichen Organisationen) und weitere 72 als “Angehörige des Apparats” ein. Das sind insgesamt 119! Von den fünf ersten Plätzen der Wahlkreislisten sind in allen Wahlkreisen (mit einer Ausnahme) jeweils vier Plätze durch Funktionäre bzw. Angehörige des Apparats besetzt. Das ist weitgehende Verschmelzung/Verfilzung von Exekutiver und Legeslativer!

Gestern Abend 1. Besuchstag Gorbatschows in der BRD.

Honecker ließ sich am Sonntag in Greifswald feiern - “herzergreifende” Kinderszenen. Immer wieder ruft er sein abgehacktes:”Alles Gute!”

# H. besuchte Greifswald und ließ sich demonstrativ feiern anläßlich der Wiedereinweihung des mit staatlicher Hilfe restaurierten Greifswalder Doms. #

11. Juni 1989 – Urlaub, Trifonow über Faschismus

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Trifonow: “Faschismus ist das Hochkommen der Schlimmsten” und “Faschismus ist Straflosigkeit” (dies aus “Twerskoi Boulevard - 3″)

# Vielleicht ist unverständlich, warum ich diese einfachen Formulierungen als etwas Besonderes empfand. Sie erschienen mir bemerkenswert, weil der Faschismus hier in keinem Bezug zu Klasseninteressen verstanden wurde. Diese Auffassung ging also über die bei uns herrschende, auf Dimitroff zurückgehende Faschismusdefinition, hinaus. #

Und dieser Liedtext:

“Mein Pferd ist gesattelt, vom Hof geht’s hinaus.

An die stille Donau soll mein Rappe mich tragen.

Dort werde ich stehen, was ich tun soll mich fragen:

Erhängen oder ertränken oder zurückkehren nach Haus…”

Sehr schöner Radausflug. Pfarrer Palmer in Neuburg.

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09. Juni 1989 – Urlaub - “Figaro”

Montag, Juni 22nd, 2009

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Gestern “Figaros Hochzeit” - in einer mecklenburgisch-derben Aufführung (”ohne Finessen” - wie C. geschmäcklerisch meint) im Wismarer Theater. Mir hat es gut gefallen. Mozart holzschnittartig inszenieren - würde das gehen? Mozart durch Barlach gebrochen?

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Unser erstes Glas Joghurt (0,75l) erfolgreich produziert. Heute vormittag Dauerregen. Ich koche Frühlingssuppe. Gleich lesen wir.

Doch noch Rad- und Fußwanderung. Entdeckung: Kirche bei Blowatz (Der Schlüssel steckt.) Boddenbad beim Ferienheim Damekow, Spaziergang bei Fährdorf.

Trifonow:”Das Ende des Winters”.

 

07. Juni 1989 – Urlaub - Trifonow

Montag, Juni 22nd, 2009

Fernsehbericht im ZDF über sowjetische Kooperativen und Mafia.

 Ausflug, ca. 30km, zum Nordende der Insel nach Gollwitz. Ganz flache See, man muß hunderte Meter weit hineinlaufen. Trockenbrotmittag im Strandkorb, kühl. FKK-Strand Timmendorf, Gewitter abgepaßt. Abends zum Orgelkonzert.

Lesen: Trifonow: “Twerskoi Boulevard 3″ - ich bin begeistert.

06. Juni 1989 – Urlaub - Wismar; Peking

Sonntag, Juni 21st, 2009

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Gestern in Wismar beeindruckt durch Hafen (Taucher), Fischverkaufsstellen, Kirchen und Kirchenruinen, Portal des Fürstenhofes sehr schön, sympathische belebte Stadt, Ausstellung Arno Schmidt, Fischrestaurant, Theaterkarten für “Figaro” am 8.6., vergeblicher Versuch, ein Kofferradio in der Preislage bei 500,-M zu kaufen, Joghurtbereiter für 48,-M gesehen, noch nichts fotografiert.

Im Westfernsehen Berichte von Peking, Chomeinis Tod, Wahlen in Polen, Unglück im Ural.

Gelesen fast bis zu Ende Gorbatschhows Rede vor dem Deputiertenkongreß. Der Bericht im ND von diesem Kongreß wirkt deprimierend. (Sich diesem Gefühl nicht überlassen!)

Abends weiter Trifonow: “Das umgestürzte Haus”, sowie aus “Zeit und Ort”.

05. Juni 1989 – Urlaub - Kirchdorf

Sonntag, Juni 21st, 2009


Gestern Ausflug nach Timmendorf, 30 km bei Regen.

Kirche in Kirchdorf, frühgotisch. Schöner Friedhof, das Kirchenumfeld; Wall von der früheren Festungsanlage.

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Gestern Abend Fernsehen: Armeeinsatz in Peking! Wahlen in Polen.

Tina Modotti/Vidal/Trotzki. Gute Geschichten von Trifonow.

Heute mal nach Wismar. Schön beeindruckende Stadt.  Jetzt am späten Nachmittag noch Radfahrt über die Dörfer Gagzow, Krusenhagen, Hof-Redentin (eigenartig beeindruckend).

03. Juni 1989 – Urlaub - Poel

Sonntag, Juni 21st, 2009


Gestern zum Urlaub in Wismar angekommen…

…und gut geschlafen.

# Wismar war eine DDR-Stadt, die ich noch nie besucht hatte. # 

Ausflug nach Poel, “Am schwarzen Busch”, insgesamt 40 km per Rad, wider Erwarten blendendes Wetter, Spaziergang abends an der Redentiner Bucht.

Vorm Schlafen in “Sowjetliteratur” 4/89 gelesen: A. Bek, ein Kapitel und W. Kawerin.

12. Mai 1989 – Kontoauszug

Samstag, Juni 13th, 2009

zu Ende gelesen: Christa Wolf, “Sommerstück”

Honecker macht ein riesiges Pfingsttreffen. Wir machen Ferien in Skaby.

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# So sieht mein aktueller Kontoauszug aus. Zur Erinnerung: KWV Mitte: 72,90 M bezeichnet die Miete meiner schönen 2-Zimmer-Wohnung in Berlin Mitte. #

11. Mai 1989 – in der Kassenschlange

Samstag, Juni 13th, 2009

Vorgestern noch lange APO-Leitungssitzung. Danach Aussprache mit D., zunächst angespannt; klärend.

Hans S. erzählte mir, daß im WB 11 etwa 50 Ggenstimmen waren.

Lesen: Christa Wolf,”Sommerstück”

Einkauf in der Ackerhalle. Vor mir in der Kassenschlange eine junge Frau mit prächtig gewölbtem Hintern. Als sie mein Interesse bemerkt, posiert sie ein wenig. Es erregt mich tatsächlich; schnell und schwach (verglichen mit früheren Erlebnissen dieser Art). Ich glaube, sie hätte sich ansprechen lassen. Sie wirkte wie eine, die -noch jung - ihre ersten großen Enttäuschungen hinter sich hat und den Schutz des reifen Mannes zu schätzen weiß.

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