Archive for the ‘Malerei und Plastik’ Category

03. Juli 1982 - Dresdner Kunstausstellung

Montag, Januar 21st, 2008

[…]

Fernsehen: “Die Frau in den Dünen” sowie mexikanischer Film “Der Schiffbruch”, gestern drei Stunden Fußball-WM […]

Mit meiner “Entdeckung”, dass das Liegen mit hohlem Kreuz sehr gut sein müsste, habe ich große Hoffnungen verknüpft. Tatsächlich fühlte ich mich im Rücken dadurch etwas besser. Aber das Brennen im Bein wird nicht im geringsten besser und die Taubheit in den Zehen bleibt.

L. erzählte, dass zur Dresdner Ausstellung Arbeiten von ihr, Eva, Marika, Antje und anderen

# Eva Vent, Marika Voß, Antje Fretwurst-Colberg, bekannte Berliner Malerinnen, Womacks, Brendel, Libuda sind ebenfalls Maler #

nicht angenommen wurden, groß aber Womacka und Brendel “da” seien. Natürlich bin ich sehr ungehalten über diese Tendenz (Cremer habe von” Mafia” gesprochen.), zumal zur rechten Zeit über die Berliner Malerei nicht kritisch geschrieben wurde (vergleiche meinen Artikel). Dennoch hätte ich L. gegenüber anders reagieren sollen: Berliner Mittelmaß und Genügsamkeit (Eva, Marika und viele andere) mußten eines Tages den fälligen Schlag kriegen. Man kann nichts Wesentliches machen, wenn man sich sorgfältig vom” Zeitgeist” isoliert oder ihn allenfalls sehr subjektiviert passieren lässt (wie L.. oder Libuda). Sollen sie bedeutende Aufgaben lösen (Bilder malen), dann kann man sie nicht einfach unter den Tisch fallen lassen. Sollen sie sich im Verband engagieren, dann kann man sie nicht einfach abservieren. (Dass das Wilhelmine - Porträts abgelehnt wurde, finde ich wirklich erstaunlich.)

# Wilhelmine Schirmer-Pröscher, Alterspräsidentin der Volkskammer #
Die tiefsten Ursachen der Krise müssen sie bei sich selbst suchen und sich da herausarbeiten.

28. Juni 1982 - Moczarski “Gespräche mit dem Henker”. Die Mauern von Chikago.

Sonntag, Januar 20th, 2008

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[…]
Hauptetappen meines Lebens lassen sich durch Frauen markieren:
Christel (16 bis 35 Jahre), eine Zeit des Pflichtbewusstseins, der Ernsthaftigkeit in der Anwendung des Gelernten, der strengen Familienorientierung, beginnender Zweifel und Einsichten.
L. (36 bis 42 Jahre), Traum meines Lebens.
Interregnum (42 bis 50/55) Kennenlernen, Studieren der Besonderheiten, Nischen, Abwege. Entdecken ausgefallener Lust, Schwäche zu großer Bindung, intensivste Arbeit, die mich auch verändert.
Abendliebe (50/55 bis Schluss) schöne begrenzte Liebe, sich Bescheiden mit dem Möglichen, das zum Wirklichen wird. Abschied vom unendlichen Glück, Frieden im bescheidenen Glück.

Beim Psychologen-Treff spreche ich mit Inge über Angelika. Nach dem was ich schildere (Badeszene), meinte sie, dass es doch ziemlich ernst sei und sie in ärztliche Behandlung müsse. Man solle solche Leute straff, energisch, ernsthaft, aber nicht kränkend anfassen.

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[…]
Im Westfernsehen zum ersten Mal eine Hitler Wochenschau ganz gesehen. 30 Minuten das Gloria der deutschen Heere, danach schwätzen 1, 2 Engländer über die damaligen Kämpfe um Tobruk (1, 2 Russen über die Kämpfe um Sewastopol lassen sie nicht auftreten), wegen der Objektivität! Seit Jahren sind diese Sendungen alltäglich. Seit Jahren also ungebrochene Tradition zur deutschen faschistischen Wehrmacht selbstverständlich. Konsequentes Verdecken von Zusammenhängen und Ursachen, wie auch in der nachfolgenden Sendung “Hedonismus”.
Imperialistische Ideologie: das (dosierte) Darstellen von Erscheinungen kann sehr weit gehen, wenn zugleich gesichert wird, dass das Wesen unerkannt bleibt!
Das Verdecken von Zusammenhängen und Ursachen ist auch bei Fassbinder typisch, für den wieder Gedenksendung. Mit ihm ist Ihnen wirklich ein ideologisches Zugpferd ausgefallen.

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Immer wieder fällt auf bei Leuten, die nicht aus L.s Umgebung kommen, sondern meiner die Unsinnlichkeit, Blindheit beziehungsweise allenfalls schematisierte Sinnlichkeit (zuletzt beim Psychologen-Treff, z. B. Nichtbeachtung der Blumen).

Zu “Gespräche mit dem Henker” von K. Moczarski: Frau Käthe Stroop kommt aus der Kulturintelligenz. Wahrscheinlich auch eine Bestätigung dafür, wie die ästhetische ohne entsprechende politisch - ethische Bildung zum Schlimmsten passt.
“Ein Leiter ist auch dafür verantwortlich, was die von ihm Geleiteten tun.” Die Tiefe dieses Leninsche Satzes ist mir jetzt nach der “Stroop-Lektüre” erst richtig aufgegangen. Bei der Darstellung durch Mocz. stehen Momente der Führungstätigkeit im Vordergrund. Das bedingt eine gewisse Abstraktheit und drängt die wirklichen Folgen der Handlungen der Befehlenden (und erst von Schreibtischtätern!) in den Hintergrund, macht sie unwirklich. Um das Handeln solcher Leute auch emotional richtig zu werten, müssen neben dem Wesen ihrer Führungs- und Leitungstätigkeit auch immer typische Erscheinungen, Einzelheiten dessen dargestellt werden. Typische Erscheinungen, denn nicht für alle Erscheinungen ist der Leiter verantwortlich.

Gute Stimmung beim Psychologentreff. Heidi freut sich über ein kleines Kompliment, dass ich ihr mache. Sie scheint und wirkt so herb. Und das täuscht. Wie ein Schwamm saugt sie Lob, Dank, Aufmerksamkeit auf. Sie will gewärmt werden.
[…]

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17. Juni 1982 – Brief nach Maputo

Mittwoch, Januar 9th, 2008



[…] von R. Gehaltsstreifen, Vertretung des Chefs seit 18.3.82, + 2327,-M, […]
in Schmachte graben für E-Leitung, […]

17. Juni – einst ein brisanter Tag - - -

etymologisch:”Bastard” - der auf dem Sattel gezeugte! (”horizont” 25/82)

Aus einem alten Magazin entnahm ich diese interessanten Informationen.

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Interessant diese Rhythmik. Sie zeigt, dass hier Arbeit stattfindet; die Ströme sind natürlich nur eine Erscheinung. Welche Arbeit hier geleistet wird, was da rhytmisch korrespondiert, das ist natürlich noch sehr unklar. Zu denken ist aber, dass noch viel mehr als die beiden hier aufgedeckten Rhytmen sich überlagern und zu verschiedener Zeit verschieden überlagern.

Welche Rhytmik der Geschlechtsorgane? Das ist kein einfaches Triebanschwellen, etwa nach dem Schema:

1. - Befriedigung, Triebruhe,

2. - abstraktes erotisches Interesse,

3. - konkretes sexuelles Interesse.

Es gibt auch das Zurückspringen von der dritten Stufe auf die zweite. Ganz abgesehen davon, dass es zwischen Befriedigung und Triebruhe (Stufe 1) auch deutliche Unterschiede gibt. Die Befriedigung ist eigentlich nur eine kurze Ruhe, Erschöpfung eines gerade abgearbeiteten, im Ganzen aber höchst aktiven Organs (in dem recht bald auch wieder das Blut wärmt, bald vibriert, selbst wenn nicht wieder ein starker sexueller Motoren arbeitet), während Triebruhe langdauernd Untätigkeit ist, wie ein Winterschlaf, fast wie ein Absterben.

Eine interessante Formulierung für eine andere Seite dieser Antriebsproblematik fand ich im “Filmspiegel”:

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Während man dieser Mosambiqueanischen Tänzerinn kaum Antriebsprobleme zutraut.

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Da ich den Brief an Karl-Heinz L. ohne Durchschlag geschrieben habe, hier eine verknappte Wiedergabe:

# Karl-Heinz L war ein früherer Lehrgangsteilnehmer, der eine enge Bindung an unsere Dienststelle bewahrt hatte. Da er als Exportkaufmann viel im Ausland tätig war, pflegten wir unsere Verbindung durch mehr oder weniger humorvolle oder auch anzügliche Briefe. #

Lieber Karl-Heinz!

Als viel beschäftigter Chef “auf allen Strecken” möchte ich mich auch am “Nord-Süd Dialog” beteiligen.

Du wirst sicher denken: “viel beschäftigt “- der soll erst mal Arbeit kennenlernen. Dazu muss ich erklären, dass die meiste Beschäftigung mir zur Zeit meine “kernige Gesundheit” macht. Seit nun schon vielen Wochen schleppe ich einen steifen Rücken herum, und als ich mich endlich entschlossen habe, zum Arzt zu gehen und mir eine Spritze verpassen ließ, bekam ich postwendend einen Nervenentzündung/Ischias im ganzen linken Bein, die mich nun wirklich ernsthaft ärgert. Seit einigen Tagen scheint nun endlich, wenn auch langsam, eine wirkliche Besserung einzutreten. Jedenfalls habe ich die Schlussfolgerung gezogen, bei solchen Leiden künftig nicht auf Selbstheilung zu warten, sondern frühzeitig und massiv die - geringen - Mittel des ärztlichen Handwerks zu nutzen.

Im übrigen habe ich mich in letzter Zeit darauf konzentriert, den kommenden Lehrgang besser vorzubereiten, viele Gespräche zu führen (fahre deshalb morgen auch nach Halle), denn schließlich brauchen wir im Ministerium Strategen, die den NSW-Export zu ungeahnten Höhen führen und nicht Globetrotter, die den gewalttätigen Eingriffen des Klassenfeindes in die unberührte Natur von Cabora Bassa zujubeln.

Du siehst, es gibt schon Einiges, womit man sich die Zeit vertreiben kann. Daß damit ein Nachlassen der Wachsamkeit verbunden ist, kann gut sein, daß freilich diese Entwicklung schon im fernen Maputo die Klapperschlangen rasseln lässt, ist höchst beunruhigend. Daher werde ich Deine Hinweise aus dem letzten Brief sehr ernst nehmen und danke Dir dafür. Die Frage bleibt aber:”wie”? Da ich im ganzen vier Söhne habe, weiß ich zwar mit einem Sack voll Flöhe umzugehen, wie man aber einen Kugelblitz zusammen mit einem […] Junigewitter unter Kontrolle hält, dazu müsstest du mir vielleicht noch ein paar heiße Tipps vermitteln. Vielleicht gibt dazu die ins Auge gefasste Feier Gelegenheit.

Deutlicher möchte ich mich nicht ausdrücken, denn zu bedenken ist, dass meine Post an Dich zweifellos mehrere Kontrollen im Vorzimmer durchläuft, und wenn es auch Tatsache ist, daß das Interesse der Kolleginnen für alle so ernsthaften Fragen der Arbeit mit den Lehrgängen konsequent unter einem unteren Grenzpunkt verharrt, ist es doch nicht auszuschließen, dass die Eine oder die Andere zwischen zwei Telefonaten (Manche Telefonanrufe kommen bei uns an, trotz unzuverlässiger Technik.) stutzig wird, wenn dieser Brief nicht meine in letzter Zeit typisch griesgrämige Laune zum Ausdruck bringt.

Damit aber genug von unseren mehr oder weniger kleinen und alltäglichen Sorgen beim Kampf im entwickelten Sozialismus. Deine Erlebnisschilderungen sind immer sehr interessant für uns alle, und nicht nur R. möchte manchmal so richtig mitgehen. Das allerdings der Karate-Hit:”Über 1000 Brücken musst du gehen” sich auch in Maputo durchgesetzt hat, hat mich doch überrascht. Vielleicht kannst du den Jungs noch paar andere exotische Tipps geben, zum Beispiel:

“Komm, oh komm, du kleine Schnalle,

greifen wir uns ‘ne Koralle.”

Oder etwas gehobener als Walzerlied:

“Lass uns im Ozean schäumen,

wieg uns in südlichen Träumen… “

Aber vergiss nicht, Dich anständig an den Tantiemen beteiligen zu lassen, sonst musst du weiterhin Jahr für Jahr zwischen Mexiko und Mosambik pendeln.

Nun aber genug, sonst muss ich noch Überstunden machen. Also weiter:

“Meistre Brücken,

ohne Krücken,

sollst durch Briefe uns entzücken (alle)

und ab Juli sogar drücken (nicht alle)!”

 

In der Mittagspause wackle ich mal zur” Galerie unter den Linden” und sehe - einer Womacka - Ausstellung. Es bleibt einem nichts erspart. Vor manchen der Aquarelle fuhr es direkt aus mir heraus:”So ein Blödian”. Der öffentlich anerkannte W. bezeichnet einen Tiefpunkt, den die Malerei in der Öffentlichkeit erreichen kann, bzw. Tiefpunkt des Bewusstseins der Öffentlichkeit (bzw. Herrschender) von Malerei.

 

Die Frauen # A. und R., Sekretärin und Haushaltssachbearbeiterin # loben mich wegen meiner Briefe (der Brief an Karl-Heinz ist der Anlass). Wir “hecheln” Vieles durch. Sie sind, wie immer und wie immer nicht ohne Grund, empört über Privilegien, die es in unserer Gesellschaft für die herrschenden Funktionäre gibt. Anlass für manches gibt hier immer wieder auch Günthers Verhalten.

Mich beeindruckte L.s Erzählen von Lenins Leben im ihm fremden und von ihm unberührten Schloss in Gorki. Und dagegen das, was mir Jörg Heiko Bruns von den Festen mancher Kreisfunktionäre im Schloss Molsdorf erzählte.

 

R. erzählt, dass die neuen Kartoffeln zwar unverändert 4,05 M kosten, das in einem von ihr ausgewogenen Beutel aber nur acht Pfund waren (gegenüber 10 Pfund früher).

 

12. Juni 1982 – Stoph, Vogeler, Faßbinder

Montag, Januar 7th, 2008



[…]

 

Im Garten alle Obstbäume mit „Piaphoskan rot“ gedüngt (Pflaumen dabei zu kurz gekommen), Blaubeeren mit „Aziplex” und Schwefel. Erste Erdbeeren. […]

Wiedermal ‘ne Sendung im Westen über „Stadtstreicher^“: Personen, die ständig am Bahnhof Zoo „aufenthaltlich“ sind, „Nichtseßhafte“, „Unterprivilegierte“.

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F. vergnügt sich auf der Spielwiese am Weißen See. Das Planschbecken ist gefüllt. Viele Kinder spielen, wie sich die Erwachsenen dazu verhalten! Das muß ich mal genauer beobachten (Man könnte es auch fotografieren. Aber wenn man es aufschreibt, ist es leichter, eine eigene Wertung mit hineinzubringen.) F. spielt nicht drauflos. Er guckt immer wieder viel und erobert sich Schritt für schritt, besser Kreis für Kreis die Rutschbahn, den Planschsee. All das macht viel Spaß. Motive auch für Maler.

Im Fernsehen Bericht vom Lehrertag. Man zeigt ein „Gespräch“ Stophs und M. Honeckers mit zwei Lehrern, die gerade aus Beirut zurück kamen. Stoph wirkt dümmlich erstaunt als der Lehrer vom Bombardement berichtet. 500 m entfernt seien die Bomben eingeschlagen, wird auf eine entsprechende Frage Stophs geantwortet. Stoph sagt irgendsoetwas, wie „Na, so was“, hätte auch sagen können „ganz schön schon“ oder „nit mööglich“. Schmerzhaft, diese Unfähigkeit zu einer normalen menschlichen Reaktion. Von der eigentlich notwendigen Reaktion eines „Volkstribunen“ (Lenin: „Was tun“) ganz zu schweigen.

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H. Vogeler ist mir sehr unbekannt. Das Wenige, was ich kenne (im „Alten Museum“, Berlin), spricht mich nicht an. Aber wichtig sind allein schon die enormen Wandlungen dieses Lebens.

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[…] Im Westfernsehen Faßbinders Film: „Ich will doch nur, daß ihr mich liebt.“ Nach der ersten Dreiviertelstunde breche ich den Fernsehgenuß ab. Er stellt die Menschen so dar, als sein ihnen ihr sozialer Sinn völlig amputiert, ihr soziales Bewusstsein. Das ist geradezu seine Manie, das soziale Unterbewusstsein darzustellen. Das ist sein BRD-Realismus. (Dabei ist er genau und wahr.) Das macht ihn für die Mächtigen so brauchbar. Vielleicht provoziert seine Genauigkeit dabei einstmals ein schlagartiges Erwachen (Daß sich die Leute an den Kopf schlagen:“Wie konnten wir nur so beschränkt sein.“) Faßbinder – der Widerspiegler des Denkens der Unbewußten, der BRD-Gehirnamputierten.

10. Juni 1982 – Akt fotografieren

Mittwoch, Januar 2nd, 2008



[…] interessante Annoncen!

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Wieder so ein Pärchen?

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Egal: Ich schreibe auf jede derartige Annonce. Jetzt will ich wissen, was sich tut.[…]

 

Interessante Meinungsäußerungen übrigens im Gästebuch der Purrmann-Ausstellung. Für viele, die da schreiben, ist es Selbstdarstellung, wie überhaupt solche Notizen immer wie Rufe in die Leere wirken. Viel Begeisterung (z. B. Inge Keller), Genörgel, daß man diese Landschaften erst als Rentner sehen wird, P. wird der Nichtskönner und Schmierfink Womacka gegenübergestellt (dabei haben sie einen Berührungspunkt: die Dekorativität). Bevor man Purrmann glorifiziert - gegenüber Cezanne ist er nichts. Hofer, der natürlich ganz anders ist (spezifische Vorzüge Purrmanns nicht hat), ist natürlich viel wichtiger.

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Die Bemühungen derer, die über Aktfotografie schreiben, kontrastieren mit der Gier, mit der derartige Bücher (z. B. Burkhardt: “Aktfotografie”) gelesen und behandelt werden (viele Seiten rausgerissen) und sie demzufolge von den Bibliotheken weggeschlossen werden.

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Burkhardt enttäuscht. Natürlich gibt es immer Bedenkenswertes, mein Zugang jedoch ist das erotische Interesse. (Übrigens bin ich immer mehr von den Akten Günter Rösslers angetan.) Mein Interesse ist erotisch, ja z. T. von sexueller Nichtbefriedigung geprägt. Aus diesen Wurzeln allein werd ich keine guten Aktfotos machen. Jedoch gibt es eine starke Komponente des Erkennenwollens des Menschen dabei, in seiner Intimität, in seinem Geheimnis (nicht aus Lust an der Zerstörung des Geheimnisses oder gar des Menschen), und das ist die tragfähige Seite. Ich hoffe, daß in der Praxis dann das Ungesunde ausgärt.

 

Erstaunlich, welche Kontraste die Menschen selbst darstellen und ausdrücken können.

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Die Arbeit mit den Kandidaten des 31. Lehrgangs macht mir Spaß, auch die Zusammenarbeit mit Goli. Jetzt würde ich es bedauern, wenn es mit dem Kaderdirektor nicht klappte. Werde im Ergebnis unserer Gespräche einen Ministerbrief aufsetzen.

Ich schätze neu die einfache, nützliche (Leninsche) Arbeit und bin von erneutem, vertieftem Mißtrauen gegen die Selbstzwecklichkeit der Kunst erfüllt. (Das vertieft den Graben zu L.)

[…]

Widerliche Fernsehschauspiele des Westens in diesen Tagen. Reagan, Thatcher präsentieren sich, zugleich werden die Bilder von ihren Kriegen gesendet und Haß auf die Sowjetunion geschürt. Dieser Auswurf der Menschheit! Will es das Schicksal, daß die Welt noch einmal, ein letztes Mal, ihre Eiterbeulen auf den Rücken der Russkis gesundet?

Die Wachen sind wach. Die schlafen, schlafen tief.

 

Faßbinder gestorben, mit 36 Jahren, auch so ein Einschläferer, Boys und viel zu viele andere Clowns in der großen Bonner Friedensdemonstration.

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[…] Burkhardt „Aktfotografie“ Halle 1958:

B. ist halt schon sehr alt. Jedoch:

S. 61: „Die pornographische Darstellung ist lebenszerstörend, lebensverneinend.x Die edle Aktdarstellung ist lebensfördernd, lebensbejahend.“

S. 57: Die künstlerische Erhöhung der Nacktheit zum Akt.

S. 64: Aktaufnahmen aus erotischen Interessen, aus erotischem Interesse Modellstehen für Aktaufnahmen.

S. 67: Der Fotograf als Psychologe gegenüber dem Modell, Einfühlung, der sinnliche Aktfotograf!

S. 69: Auch das „an sich nicht Schöne“ kann gut gestaltet werden

S. 70: Aktfilm

S. 70f: gute weite Auffassung davon, was alles Akt sein kann (eigentlich alles)

X Damit ist sie nicht nur ästhetisch, sondern sittlich verurteilt.

 

 

09. Juni 1982 – Purrmann

Sonntag, Dezember 23rd, 2007


 

[…] Der zweite Blick auf Purrmann. Natürlich stimmt, was alle Leute sagen: Farbschönheit! Komposition! Einheit des Kunstwerks! Jedoch: Gesteigert bis zur Aggressivität des Schönen, Penetranz des Schönen, das gewaltsam überall herausgekitzelte Schöne, gewalttätige Schönheit. Das Schöne, das sich auf sich selbst gründet, sich selbst genug ist, kippt hin zum nicht menschlichen. Hesse, Rilke, Nietzsche. Irgendwann am Ende steht (wenn nicht bloße Dekorativität) die Bestialität des Schönen, die schöne Bestie. (Gewiß, davon ist P. weit weg – jedoch provoziert er solche Gedanken.)

 

Frühmorgens steigt eine gedrungene Frau, noch keine 40, in die Straßenbahn. Mit riesiger Brust, feistem Arsch, zwei, drei dicken Fettwülsten um den Bauch. Aber mit dem sichersten und zufriedensten Gesicht der Welt. Es sagt: „Na und? … So wie mein Alter mich fickt, weiß ich, daß ich nicht 1 Pfund zu viel habe.“

 

Schöne Frauen mit zärtlichen Brüsten. Frauen in phantasievollen Kleidern (nicht selten, wenn auch nicht oft), und einige andere, die aufgezäumt sind, wie Zirkuspferde.

 

Diew Kadergespräche für den 31. Lehrgang sind interessant. Vielfalt des Lebens! Es läuft nichts, wenn es in ein Schema gepreßt ist. Wir werden verschieden reagieren. Ich werde einen Brief an die Generale entwerfen.

06. Juni 1982 - Krankheitslamento und Rias in der Nacht und Womacka

Dienstag, Dezember 11th, 2007



1.30 Uhr, vor Schmerzen wach

2 Uhr Rheuma-Bad

5.30 Uhr, rumhängen, Rheuma-Bad

7.30 Uhr, Rheuma-Bad (Ich mache es der Schmerzen wegen, aber irgendwie macht es mich auch fertig.) großes Brandloch in meiner Bettdecke.

8.00 Uhr, aufstehen, im Moment des Eintauchens im Bad fühl ich mich wirklich befreit, doch jetzt diese Apathie.

10.00 Uhr, […], Bettzeug gewechselt (ganz schöner schaden. Da konnte auch mehr passieren.) Wäsche. Auf alles und jedes hab ich eine Wut im Bauch.

12.00 Uhr, in den Garten, rumhängen,

16.30 Uhr zurück, […]

19.30 Uhr, Rotlicht, Einreiben, […]

0.00 Uhr, Rheuma-Bad, Rotlicht, Massage

Ich esse einen Brotkanten, trinke einen Wasserkakao, knipse das Radio an:

Eine Werbung für das „Haus der Jungen Talente“ (Schöbel, Jazz). Danach Auszug aus einem Roman von Dieter „Oie“ (?) „Das Leben des Konstantin Ketzer“. (Wie er zum Spittelmarkt will, nach dem Gerücht, die „rolling stones“ würden auf dem Springer-Hochhaus spielen. Suchen, Finden, Verlieren - DDR konkret. Denn es ist Rias. - 2.00 Uhr. Der Klassenkampf geht weiter!

Die Grenze irgendwie (nicht unbedingt Grenzdurchbruch) überwinden - ein entscheidendes Stigma der DDR-Jugend.

Jetzt, 2 Uhr kommt die Rias-Hörer-Tip-Parade! Hier kommen Antworten und Ablenkungen, kurz Dienste für die, die aus welchen Gründen auch immer, schlaflos sind. All das nie bemerkt, höchstens mal geahnt, als ich bei der 1-Tags-Bekanntschaft in der Buchholzer Straße schlief (am Morgen gutes männliches Gefühl, hernach Fahrt nach Chorin, Zusammentreffen mit Semmelmann. Das ist alles sehr lange her.) Die Schlagerparade langweilt mich etwas, obwohl die Schlager ausgewählt sind („Dschingis Chan“, „Wir sitzen alle in einem Boot“) Aber das Programm ist für Leute gemacht, die wach, ruhelos sind (nicht für Leute, die den Tag arbeiten und nachts schlafen). Auch hier: „o Wirklichkeit, du Donnerwort.“

Die Straße ist momentan leer. 27°. Ich versuche es nochmal mit Schlafen.

Ich möchte irgend etwas mit meinem Körper machen, das ihn abstellt, funktionieren läßt. Aber das gibt es nicht. Ich stehe wieder auf zum Baden. Wenn ich taumelig gegen irgend etwas renne, ist stets eine auffahrende Wut in mir.

Eine ungewöhnliche Nacht, meinetwegen eine schlimme Nacht für mich, aber wichtiger: Wann denke ich schon mal an die Ruhelosen?

Wortwechsel mit Arne Zimmermann über Womacka, dessen (Arnes) Borniertheit mich reizt. Womacka kennt nicht den, der mal eine Nacht schlaflos lag, der „sein Brot mit Tränen aß“, für den 1000 Schritte zu gehen ein unlösbares Problem ist. Das sind nicht Wenige. Womacka ist für die Satten, Zufriedenen, deren größtes Problem darin besteht, ihre 5 oder 10 kg Übergewicht abzunehmen.

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Ich bin im ekelhaftesten Zustand, dem einer „Jammerapathie“. Die Nacht war scheußlich. Die Schmerzen sind kräftig. Ins Bett hab ich mit Rotlicht ein großes Loch gebrannt. Werde jetzt essen, Musik hören, um wieder ins Geschirr zurück zu kommen.

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Klebe jetzt hier was hin, weil das auch mal wieder sein muß. Meine Sinne sind völlig unbeteiligt.

[…]

Alles in allem tut das Ruhen gut. […] Gewiß geht es heute besser als Freitag. Der Schmerz ist nur noch im Unterschenkel, Taubheit geht zurück. Aber Intensität des Schmerzes ist nicht verringert.

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Irgendwer sagte:“Sprache, die für uns dichtet und denkt.“ Das ist weiterzutreiben. In den letzten Tagen empfand ich: „Fahrrad, des für mich fährt und lenkt.“Überhaupt, die Dinge, auch wenn sie vom Menschen nicht besonders geschickt gebraucht werden, neigen dazu, sich ihrer Funktion entsprechend zu verhalten. […] Lese gerade von Ziergerüsten und Pergolen. Warum nicht den so notwendigen radikalen Rückschnitt der Pflaumen an unserem Sitzplatz vornehmen und die entstehende Kahlheit durch ein pergolenartiges Gerüst, also eine entsprechende Bepflanzung zwischen Pflaume und Hauswand überbrücken.[…]

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Kein Bildchen, was mich aufregt. Aber den Gedanken des Verhüllens und Enthüllens aufgreifen, nur viel radikaler, schärfer.

 

 

01. Juni 1982 - eine Grafik

Montag, Dezember 3rd, 2007



saumäßig geschlafen, mit vielen Schmerzen und Aufwachen […] abends Bestrahlung […]

L. beschäftigt das Thema eines Raubvogels, der sich in einen Leichnam krallt; überhaupt Bedrohung auch in anderer Form (spielendes Kind, ahnungslos, wird von einer wolfsartigen Bestie belauert), Schmerz, Bedrohung, Niederlage, Ausgeliefertsein.

# Später hat sie mir das o.g. Bild, eine große Schwarz-/Weiß-Lithografie, geschenkt. Eine Abbildung davon wird hier noch eingefügt. #

Mich beschäftigt auch mein Schmerz, wahrscheinlich ist Ischias sein Name. Ich möchte nur ruhen und mich wärmen.

Mit Kurt viel erzählt: Ehrenburg-Memoiren, Besuchsplanungen, meine Arbeitsziele (Kaderdirektor), ihre Walzstahleinsparungen in seinem Betrieb und daß davon die Bezirksleitung und Kreisleitung der Partei nichts weiß!

# Mein Freund Kurt war damals Planungsleiter in einem großen Maschinenbaubetrieb. Die Memoiren von Ilja Ehrenburg “Menschen - Jahre - Leben” (die in der DDR mit großer Verzögerung erschienen) spielten eine enorme Rolle dabei, schrittweise einen realistischeren Blick auf die Sowjetunion zu gewinnen. #

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26. Mai 1982 - Aktmodell

Dienstag, November 27th, 2007



[…] Ausstellungsbesuche: G. Thieme und M. Schwimmer („Palast der Republik“), Hans Purrmann

[…]

Heute soll es wieder ein warmer Tag werden: An solchen Tagen bringen mich die Brüste mancher Frauen schier um den Verstand. Heute früh eine sehr junge Frau, blond, an der Straßenbahn (leider mit ihrem Macker). Unter einem dünnen weißen Hemd waren ihre wundervollen Brüste und deren Warzen schöner zu sehen und modelliert, als wären sie nackt gewesen. So etwas würde ich auch gern als Fotomodell studieren.

Und damit bin ich beim Thema des Tages. „Sie“ hat geschrieben (Vergl. 30.4. und 1.5.), Bettina, halbkonspirativ!

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Was ist auf diesem Gebiet eigentlich verboten und was nicht? Sicher ist Pornografie verboten. Das will ich auch nicht. Import westlicher Aktphotos sicher auch, die will ich auch nicht. Für mehr als gelegentliche Modellstudien brauchte sie sicher eine Steuer-Nr. aber für gelegentlich? So werde ich mich weiter einlassen auf diesen Pfad. Wie etwa könnte eine Antwort aussehen? […]

Vom Band Aktfotografie bin ich angeregt.

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Die Ausstellung Max Schwimmer wirkt danach wie eine Bestätigung (Man darf alles, wenn man es kann.) Danach sehe ich H. Purrmann und bin sofort von dieser Qualität überzeugt. Zu dieser Ausstellung muß ich noch einmal wieder, wenn ich mich darauf konzentrieren kann. Jetzt schwirrt mir zu viel Aktfotografie, auch in Hinblick auf meinen Antwortbrief im Kopf herum.

Punkte des Antwortbriefs:

- meine Einstellung auf sie, Vorbereiten, Einsehen, räumliche Bedingungen

- ihr Typ, ihre Grundhaltung

- Anwesenheit Dritter

- Halbackt, Details, Milieu.

Eigentlich brauche ich eine Phase, in der ich sie erst „beschnuppere“, eine Beziehung gewinne. […]

Antwort etwa so:

Liebe Frau Bettina!

Vielen Dank für Ihre Zeilen. Ich habe mich darüber gefreut, auch darüber, daß Sie bereits einige Erfahrungen als Aktmodell haben. Ich bin an einer Zusammenarbeit zu den von Ihnen genannten Bedingungen interessiert, und wir sollten einen ersten Versuch machen. Allerdings halte ich die unmittelbare Anwesenheit eines Dritten für störend, habe aber selbstverständlich nichts dagegen, wenn Ihr Mann während der Studien jederzeit für Sie erreichbar ist.

Weitere Vorstellungen zu äußern fällt mir schwer, da ich gar keinen bildlichen Eindruck von Ihnen habe und Ihren Typ, Ihre körperlichen Vorzüge, Ihr Temperament usw. nicht kenne. Vielleicht können Sie mir einige Aufnahmen von sich oder von anderen Frauen ihres Typs schicken, die mir die Einstellung erleichtern?

Als eine erste Möglichkeit erscheinen mir Studien in Ihrem Wohnmilieu ohne zu großen technischen Aufwand (Kleinbildkamera, Tageslicht).

Ich hoffe, daß meine Vorstellungen nicht unbescheiden sind und sehe Ihrer Antwort entgegen.

Mit freundlichem Gruß

 

 

 

25. Mai 1982 - Womacka-Ausstellung

Donnerstag, November 22nd, 2007



[…] Zum ersten Mal, so lang ich denken kann, sehe ich Spargel in manchen Schaufenstern, zum Kilopreis von 13,- bis 16,-M.

Erscheinung-Wesen-tieferes Wesen: Auf den ersten Blick erscheint Marita charmant, freundlich, von überströmender Herzlichkeit geradezu. Wesentlich ist ihr zwanghaftes, auf Sieg gerichtetes, Verhalten. Noch tiefer liegt ihre Einsamkeit, ihre Sehnsucht nach Geborgenheit, nach dem Geben und Nehmen tiefer Liebe.

Diese drei Ebenen sind in einem ziemlichen Spannungsverhältnis. Es herrscht aber die zweite Ebene (zumindest im Verhalten gegenüber Männern).

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L. träumte von zwei Kindern, die aneinandergekettet waren, an einer Haltestelle lagen und schliefen.

Die Womacka-Ausstellung verschlägt mir Naivling wieder mal die Sprache. - Zum Kotzen! # Vergl. meine Bemerkung vom Vortag. # b820525-2.jpg

Doch ist das ja nur die eine Seite. Die andere fast noch schlimmere ist seine offizielle Wertschätzung (von wem ausgehend?). Was kann man dazu sagen, ohne nur zu Schimpfen und seinen Widerwillen auszudrücken? „Gußeiserne Sensibilität“? Hohn ausdrücken! Die Vorbilder, die überall durchkommen (Picasso, Leger (?), Sitte, Modigliani, wer noch?) erspart es, diese Originale zu sehen, „Sternstunde realistischer Malerei“, bunt, bunt, bunt ist die Welt (Er kennt auch drohendes Schwarz, aber weiß, wohin es gehört.). Manche Bilder werden gleich doppelt gehängt. (Erika Steinführer - der Beifall ist gewiß, der Thematik wegen.) Bewegt sich erfolgreich auf allen Kunstmärkten (Sammlung Ludwig Aachen). Berliner Stadtlandschaften; ein Mann in allen Sätteln gerecht; kleine, ausgesucht gerahmte Kostbarkeiten (unter Glas). Tripticha - links Müll, Mitte Kampf, rechts ideale Perspektive (doch bei E. Steinführer nicht - also der geniale Neuerer). Kinder in Blumen - wer kann danach noch ruhig schlafen? Ein Mann, der sich nicht festlegen läßt > Chile-Grafiken - Köpfe im Netzwerk der Strahlen, der Diktator aber in gekrümmten Linien. Sittlichkeit - am Strand, Akte mit Höschen; frühe Zeichnungen beweisen: Am Anfang war auch hier Talent.

# Meine Abneigung gegen Womacka war nicht nur in dessen schlichter/schlechter Malerei begründet. Sie resultierte auch daraus, daß er eine der offiziellen Ikonen der Kunstpolitik war UND, daß er ein beträchtliches Maß von Popularität erreicht hatte, die ich immer als Volkstümlichkeit für den sozialistischen Spießer empfand. Wie ich bei Wikipedia las, habe er nach 1990 vermehrt „sozialkritische und politisch motivierte“ Werke geschaffen. Seine schöne DDR-Malerei finde ich auch heute noch sterbenslangweilig. Seine Werke nach 1990 möchte ich mal sehen. #

Im BE „Turandot“, b820525-1.jpg

danach habe ich das Gefühl, daß Brecht hier große Möglichkeiten verschenkt hat. Der Grundgedanke - der Abend dieser Art Vernunft - ist sehr bedeutend; aber im Ganzen, wie im Detail, reißt die „Realisierung“ dich nicht vom Stuhl. Vielleicht zu spät oder zu früh geschrieben dies Stück? Und außerdem des eigenen Könnens zu sehr bewußt?

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