Archive for the ‘Reisen’ Category

30. November 1989 - “Für unser Land”

Dienstag, Dezember 1st, 2009

891129.jpg# Die Zeitungen bringen den Entwurf eines Reisegesetzes, das diesen Namen verdient. Jetzt, nachdem “alle Messen gesungen” sind! Das Trauerspiel in mehreren Akten um das DDR-Reisegesetz verdiente eine gesonderte Darstellung. Es veranschaulicht und beweist die totale Unfähigkeit des Machtapparates und der amtierenden Führung, das Unaufschiebbare und Notwendige zu tun. #

Gestern zum Gespräch in F.s Schule.

Auf Einladung von C. bei Gilbert. Er ist Kontaktmann für „Neues Forum“ im Prenzlauer Berg.

# In Zeitungen (Vergl. die folgenden beiden Ausschnitte) haben diejenigen, die verantwortungsbewußt auf wirkliche Erneuerung drängen Stimme und Tribüne. Die Macht haben sie nicht. Die realsozialistische Apparate- und Funktionärsmacht ist nicht fähig, den Weg zu etwas Höherem einzuschlagen. Sie klammert sich an den alten Stand. Später wird sie radikal beseitigt werden durch die BRD-Macht, eine andere alte Macht. Diese “radikale Beseitigung” ist ein deutsches, insofern historisch zufälliges Phänomen. In den anderen Ländern des Realsozialismus verwandelt sich die alte Apparate- und Funktionärsmacht in die neue alte Macht des Realkapitalismus. Das geschieht in der Form chaotisch, im Wesen bruchlos und geschmeidig. #

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# Eben habe ich noch den revolutionären Charakter des Prozesses beschworen, den ich miterlebe, da wird das “Entweder Oder” offen ausgesprochen. Meines Wissens wurde der Aufruf “Für unser Land” bis Anfang März 1990 von 1,5 Mio Menschen unterzeichnet (was ich natürlich nicht beweisen kann). Wikipedia spricht (ebenfalls ohne Quellenangabe) von 200000 Unterzeichnern. #

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16. Oktober 1989 - meine Thesen zur Erneuerung des Sozialismus (Thesen 3 bis 6)

Montag, Oktober 19th, 2009

3. Schluß mit Ignoranz aber auch mit halbherziger Toleranz gegenüber den Reformen in sozialistischen Ländern, vor allem in der SU. Die besonderen Bedingungen der DDR verbieten es, Reformmodelle einfach zu kopieren. Es muß aber die Reformpolitik der KPdSU und anderer sozialistischer Länder (einschließlich SFRJ # Jugoslawien #) gründlich und unvoreingenommen studiert und öffentlich diskutiert werden. In diesen Reformprozessen kommen allgemeine Gesetzmäßigkeiten des Sozialismus zum Ausdruck, die aufgedeckt und auch bei uns durchgesetzt werden müssen. Die bedeutenden positiven Ergebnisse der Reform in der UdSSR und ebenso die wertvollen Lehren und Einsichten in dabei begangene Fehler, über die die KPdSU heute verfügt, sind für uns unverzichtbar. Die Behinderung der Verbreitung sowjetischer Publikationen und Kunstwerke (”Sputnik”, “Neue Zeit”, historische Arbeiten, Filme, Romane) muß sofort eingestellt werden. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Erscheinung und Wesen der stalinistischen Deformation des Sozialismus ist unerläßlich.

 

4. Die Höherentwicklung des Sozialismus in der DDR muß in Einheit und lebendiger Wechselwirkung von politischer und ökonomischer Reform erfolgen. Dabei hat - im Sinne Lenins - die politische Reform das Primat, während zugleich und jederzeit die alltägliche, disziplinierte, erfolgreiche Arbeit in der Ökonomie das Hauptkampffeld bleiben muß. Die politische Reform ersetzt kein ökonomisches Konzept. Die Unfähigkeit zur erfolgreichen ökonomischen Reform wird zur Zeitzünderbombe im Sozialismus.

 

5. Der Kern der politischen Reform besteht in der Reform des Funktionierens der politischen Macht. Die politische Macht unserer Gesellschaft muß unmittelbar den politischen Willen der Arbeiter, Bauern und der anderen werktätigen Schichten in sich verkörpern. Die führende Rolle der Partei muß darin bestehen, den politischen Willen der genannten sozialen Kräfte mit der Arbeiterklase an der Spitze für sich zu gewinnen. Dieses “für sich gewinnen” geschieht im freien Wettbewerb mit all den anderen politischen Kräften, die unsere sozialistische Gesellschaft als nichtantagonistische Gesellschaft hervorbringt und bei Verzicht auf jegliche bevorzugte Schiedsrichter- oder gar Monopolstellung unserer Partei. Den Rahmen für Bildung und Funktionieren der politischen Macht in unserer sozialistischen Gesellschaft (einschließlich der noch vorhandenen Funktionen der Diktatur des Proletariats) bildet der sozialistische Rechtsstaat. Die gegenwärtig wirkende administrativ-zentralistische Machtstruktur ist verpflichtet, sowohl ein Grundkonzept des sozialistischen Rechtsstaats zu schaffen, als auch den Übergang zu diesem neuen System sozialistischer Machtausübung einzuleiten und (in etwa fünf Jahren) im Prinzip zu beenden.

6. Eine Grundfrage im Rahmen des Rechtsstaats, unaufschiebbar eigentlich schon seit Jahren, ist die Frage der Menschenrechte, besonders der individuellen politischen Bürgerrechte. Die entsprechenden internationalen Konventionen, Normen, Regelungen müssen detailliert bekannt gemacht werden und jedem Bürger zugänglich sein. Die innerstaatliche Rechtssetzung von der Verfassung bis zu einzelnen Rechtsakten, muß konsequent mit diesen internationalen Rechtsnormen in Übereinstimmung gebracht (und restlos veröffentlicht) werden. Entsprechende Gesetze müssen für jeden Bürger einklagbar garantieren:

    - die kurz- oder langfristige Aus- und Einreise

    - Organisierung in Vereine, Organisationen und Parteien im Rahmen der Verfassung

    (Die staatlichen Organe sind zur Registrierung solcher Vereinigungen verpflichtet, wenn ein entsprechender Gründungsaufruf in angemessener Zeit (z. B. drei Monaten) von einer angemessenen Anzahl Bürgern (z. B. 5000) unterzeichnet wird. Die Prüfung und Entscheidung auf Verfassungsfeindlichkeit darf erst nach erfolgter Registrierung und muß im öffentlichen Gerichtsverfahren erfolgen.) Alle Parteien und Organisationen sind verpflichtet, ihren Finanzhaushalt offenzulegen.

    - friedliche öffentliche Kundgebungen und Demonstrationen (nach den in bürgerlichen Demokratien üblichen Anmeldeverfahren)

    - Zugang zu Medien, Selbstherausgabe von Presse- und anderen Medienerzeugnissen nach Erhalt einer entsprechenden Lizenz. (Für die o.g. Vereinigungen ist die Gewährung einer entsprechenden Lizenz automatisch mit der Registrierung verbunden.)

    - die Lösung von individuellen und kollektiven Arbeitskonflikten. Dabei müssen auch die Modalitäten des Streikrechts fixiert werden (Verbot politischer Streiks).

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Gestrige Versammlung der SED-GO zeigt:

- insgesamt noch Unfähigkeit zur neuen Arbeit

- Diskussionsbeitrag Steigerwald weist offene Probleme unerbittlich aus (auch vom Minister offengelassene) - Das ist neu!

- absurder Diskussionsbeitrag des ZK-Vertreters, fast keine Hand rührt sich zum Beifall, allerdings ja, H. D. # Kaderchef # und 3,4 andere.

ARD zeigt 100 000 Leipziger auf der Straße + Konzert “Rock und Politik”.

Ich mache eine Milchmädchenrechnung:

* 12,4 Mio wahlberechtigten Bürgern der DDR jährlich den Erwerb von 100,- Valutamark (VM) zu garantieren, erfordert Mittel in Höhe von 1,24 Mrd VM. (Bei einem Kurs von 1:4 würde damit eine Kaufkraft von rund 5 Mrd. M abgeschöpft.)

 

* Bei (nach staistischem Jahrbuch 1988) einer Erwirtschaftung von rund 16 TM Nationaleinkommen pro Kopf der Bevölkerung (und 1,6 TVM Westexport pro Kopf) entgehen uns durch 100 000 Ausreiser 1,6 Mrd. M an Nationaleinkommen (und 160 Mio VM Export).

02. Oktober 1989 – ein Sohn-Vater-Briefwechsel in unruhiger Zeit

Samstag, Oktober 17th, 2009

Hallo Vater!

… Zwei Wochen Studium liegen nun schon hinter mir, und es läßt sich alles ganz gut an….Ich habe ja immerhin die Armee hinter mich gebracht. Man ist froh, wenn es vorbei ist, obwohl es mir wirklich nicht schlecht ging. Ich war in Seddin, Nähe Potsdam, und hauptsächlich waren wir bei der Deutschen Reichsbahn im Gleisbau, sind also im Prinzip arbeiten gegangen. Natürlich formt die Armee aber auch, und der Kontakt mit den meist um 3-5 Jahre älteren Kollegen hat mir doch eine Menge gegeben. Bestes Zeichen ist, daß trotz negativer Erfahrungen und Erlebnisse die Zeit doch recht schnell verging. Und nicht zuletzt hatte ich natürlich äußerst günstige Bedingungen für die Heimfahrt. Danach war ich noch 2 ½ Monate arbeiten. Über einen Freund habe ich bei den Theaterwerkstätten der Deutschen Staatsoper begonnen. Ich hatte zwar nur Kulissen zu schieben und sonstige Transportaufgaben zu erledigen, aber es war natürlich ganz interessant.

Und in der letzten Augustwoche bin ich noch nach Ungarn gefahren (und zurückgekommen). 4 Tage Budapest, 3 Tage Balaton, geschlafen auf dem Bahnhof. Budapest war für mich nach 3 Tagen schon so belastend, daß ich merkte, was man an unserem Berlin hat. Laut, voll Verkehr und Hektik und mit wenig Grün. Teuer ist Ungarn für uns ja nun sowieso, mich interessierten nur die Plattenläden. Balaton war dagegen paradiesisch, wenn auch das Wetter schlechter wurde. Vom ganzen Ausreiserrummel hat man dort am allerwenigsten mitbekommen, DDR-Bürger traf man sowieso auf Schritt und Tritt.

Ja und nun hat für mich also das (hoffentlich lustige) Studentenleben begonnen. Deutsch/Englisch-Lehrer in Rostock. 17 Mädchen, 3 Jungen, aber man kann damit leben. Nach zwei Wochen Vorbereitung und Wiederholung unterstützen wir jetzt unsere Landwirtschaft in Form von Kartoffelsortieren. Heute sind wir angekommen in einem Dorf bei Hagenow. Wenn aber die Arbeit so gut ist, wie das Quartier, ist uns nicht bange. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen. Ich mache mir aber keine großen Sorgen. Es ist ja noch der Anfang….”

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Lieber Cl.!

Über Deinen Brief, mit dem Du eine Menge erzählt hast, habe ich mich sehr gefreut. Ich habe den Eindruck bekommen, daß Du mit einem freundlichen Realismus an die Dinge herangehst, gleichmütig, ohne gleichgültig zu sein. Was es wohl heißen mag, daß Du Dich so sehr für Platten interessierst? Also nicht für Literatur, gar Lyrik?

Als ich von Deiner Gleisbauarbeit las, fiel mir ein Gedicht von Harald Gerlach ein: “Die Rotte”

Sperrgleis, für die Ramme frei – Leben

geht an uns vorbei: Züge halten, Züge

fahren. Wir sind, wo wir immer waren; ewig

steht für uns auf Halt das Signal. Wir bleiben

alt, eingeschlossenzwischen Schwellen. Schienen

singen. Pfiffe gellen, Warnlaut, gelb

die Flagge winkt. Hüfttief in den Schotter

sinkt, wer es wagt, sich loszureißen von den

ausgefahrnen Gleisen. Endstation. Mit unserm

Schweiß koffern wir das tote Gleis.”

Wüstungen” heißt der Gedichtband von Harald Gerlach, in dem ich etliche Gedichte gefunden habe, die mich berührt haben.

Ich habe von Jugend an bis heute immer Gedichte gelesen. Fast alle lesen in ihrer Jugend Gedichte (oder schreiben gar welche) und hören dann auf, wenn sie erwachsen werden.

In Ungarn war ich noch nie (von einem halben Tag Budapest vor Jahren auf der Durchreise abgesehen).

In Bulgarien war ich übrigens oft und könnte Euch verschiedene Privatadressen vermitteln, wenn Ihr daran interessiert wäret.

In den bulgarischen Boden habe ich sozusagen kleine Wurzeln gesenkt. Das hat sich über etwa 10 Jahre hingezogen. Dieses Reisen hat mich eigentümlich untauglich gemacht für Auslandsreisen. In den letzten Jahren bin ich nur in der eigenen DDR-Heimat herumgekommen (auch nicht mehr Bulgarien). Ich finde es sehr schön hier, wenn auch Vieles schmerzlich ist, aber es ist mein Eigentum. Auch dazu fällt mir ein Gedicht ein. Das schreibe ich Dir aber nicht ab. Es wäre zu lang. Außerdem: Was würdest Du von Deinem Vater denken? (Es ist “Mein Eigentum” von Hölderlin, ein Wegbegleiter.)

Reisen ins Ausland, nur um irgendwelche äußeren Schalen zu sehen, erscheint mir sinnlos. Und um die Schalen zu durchstoßen und ins Innere vorzudringen, fehlen Kraft und Zeit. Das soll aber nur realistisch, nicht resigniert klingen. In die UdSSR, das Land der Erneuerung des Sozialismus, zu fahren, habe ich mir fest vorgenommen.

Ich informiere mich intensiv über die Sowjetunion. Mein rusisch habe ich über Jahre vernachlässigt, so daß es mit Originalliteratur nichts ist. Aber die Moskauer “Neue Zeit” habe ich noch in letzter Minute, gleich nachdem die Perestroika begann, abonniert. Nun ist diese Zeitschrift wohl die wichtigste geistig-politische Quelle für mich geworden (zur Zeit).

Um das Studentenleben 17+3 beneide ich Dich ein wenig. Ich bin Zeit meines Lebens in Schulen, Universitäten und Arbeitsstellen gegangen, wo die Männer eindeutig in der Überzahl waren. Nun seid iIhr also die Hähne im Korb? Ob Dein großer Bruder Cr. – er sagte mir, daß er in Rostock arbeitet – ein Auge auf Dich hat? Daß Du das Studentenleben nicht gar zu lustig nimmst? Ich hatte immer den Eindruck, daß er sich sehr für Dich verantortlich fühlt…”

19. August 1989 – Urlaub Teil II

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

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in Carwitz mit C. vom 14.8. bis 19.8.

Von Schmachte nach Oranienburg, Tretlagerdefekt an C.s Fahrrad. Triebwagen Oranienburg Templin.

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Rundgang in Templin, über Lychen nach Carwitz, mein Hinterrad läßt Luft. Am Ende sind wir ziemlich geschafft. Vor Tante Ellis Tür ein Berg Kohlen. Beim Reinschleppen geholfen. Westdeutscher Besuch.

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Das morgenliche Bad im Schmalen Luzin hinterm Haus. Strauß Wiesenblumen zum Geburtstag.

Große 6-Stundenwanderung mit C. Bohnenwerder, Hullerbusch, Feldberg, am Luzin zurück (Streit in Feldberg). Heißester Tag, abends fertig.

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Wanderungen, Bootstouren, beiläufig übrigens in diesen Tagen Studium der “Prese der Sowjetunion” – Beratung im ZK der KPdSU vom 18.7.1989.

Heute Abfahrt 8 Uhr 30 aus Carwitz, nachdem wir noch einmal das herrliche morgenliche Bad im Luzin genossen haben. Eine kurze, sehr schöne Urlaubsreise geht zu Ende.

Nun wieder in Schmachte, wo es auch schön ist. C.s Rad sehr defekt (Freilauf).

 

 

13. Juni 1989 – Urlaub - soziale Herkunft/Stellung der Abgeordneten von Berlin-Mitte

Dienstag, Juni 23rd, 2009

Am Sonntag, Pfarrer Palmer zeigte uns in- und auswendig die Neuburger Kirche, an der er enorm tatkräftig restauriert hat. Die Kirche zeigt innen ein frappierendes Konglomerat von spätmittelalterlicher und barocker Bemalung. Die alte Uhr, das Uhrwerk, wurde auch wieder in Gang gesetzt. In unserer Gegenwart ließ er einmal die Zeiger “rund um die Uhr” wandern. Glockengießerei Apolda.

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Sehr schöner Boddenabend bei Strömkendorf. Gestern und heute einzigartiger Sonnenschein. Wir sind bis spät am FKK-Strand von Timmendorf.

Wir haben Trifonow “Zeit und Ort” ausgelesen mit der letzten schönen Geschichte:”Diesen Winter überleben”. Unerhörte Aktualität Trifonows, der ja immerhin schon 1981 gestorben ist.

C. und ich in bester Stimmung. Leider geht der Urlaub nun schon zu Ende.

Gestern hab’ ich mal die Abgeordneten von Berlin-Mitte ausgezählt. Von 220 Abgeordneten ordne ich 47 als hauptamtliche Funktionäre (von Partei, Staat und gesellschaftlichen Organisationen) und weitere 72 als “Angehörige des Apparats” ein. Das sind insgesamt 119! Von den fünf ersten Plätzen der Wahlkreislisten sind in allen Wahlkreisen (mit einer Ausnahme) jeweils vier Plätze durch Funktionäre bzw. Angehörige des Apparats besetzt. Das ist weitgehende Verschmelzung/Verfilzung von Exekutiver und Legeslativer!

Gestern Abend 1. Besuchstag Gorbatschows in der BRD.

Honecker ließ sich am Sonntag in Greifswald feiern - “herzergreifende” Kinderszenen. Immer wieder ruft er sein abgehacktes:”Alles Gute!”

# H. besuchte Greifswald und ließ sich demonstrativ feiern anläßlich der Wiedereinweihung des mit staatlicher Hilfe restaurierten Greifswalder Doms. #

09. Juni 1989 – Urlaub - “Figaro”

Montag, Juni 22nd, 2009

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Gestern “Figaros Hochzeit” - in einer mecklenburgisch-derben Aufführung (”ohne Finessen” - wie C. geschmäcklerisch meint) im Wismarer Theater. Mir hat es gut gefallen. Mozart holzschnittartig inszenieren - würde das gehen? Mozart durch Barlach gebrochen?

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Unser erstes Glas Joghurt (0,75l) erfolgreich produziert. Heute vormittag Dauerregen. Ich koche Frühlingssuppe. Gleich lesen wir.

Doch noch Rad- und Fußwanderung. Entdeckung: Kirche bei Blowatz (Der Schlüssel steckt.) Boddenbad beim Ferienheim Damekow, Spaziergang bei Fährdorf.

Trifonow:”Das Ende des Winters”.

 

08. Juni 1989 – Urlaub - Nikolaikirche Wismar

Montag, Juni 22nd, 2009

Orgelmusik in der Nikolaikirche, wir waren vorher schutzlos durch den Regen gelaufen. Wir froren, haben uns aber nicht erkältet. In der Nikolaikirche - ausgehängt politisch -soziale -ideologische Stellungnahmen. Schlimme Fernsehnachrichten (Fergana, Kreutz)

schlechtes Wetter, Einkaufsvormittag in Wismar, dem schönen Städtel. Joghurtbereiter gekauft.

Heute Abend ins Theater.

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07. Juni 1989 – Urlaub - Trifonow

Montag, Juni 22nd, 2009

Fernsehbericht im ZDF über sowjetische Kooperativen und Mafia.

 Ausflug, ca. 30km, zum Nordende der Insel nach Gollwitz. Ganz flache See, man muß hunderte Meter weit hineinlaufen. Trockenbrotmittag im Strandkorb, kühl. FKK-Strand Timmendorf, Gewitter abgepaßt. Abends zum Orgelkonzert.

Lesen: Trifonow: “Twerskoi Boulevard 3″ - ich bin begeistert.

06. Juni 1989 – Urlaub - Wismar; Peking

Sonntag, Juni 21st, 2009

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Gestern in Wismar beeindruckt durch Hafen (Taucher), Fischverkaufsstellen, Kirchen und Kirchenruinen, Portal des Fürstenhofes sehr schön, sympathische belebte Stadt, Ausstellung Arno Schmidt, Fischrestaurant, Theaterkarten für “Figaro” am 8.6., vergeblicher Versuch, ein Kofferradio in der Preislage bei 500,-M zu kaufen, Joghurtbereiter für 48,-M gesehen, noch nichts fotografiert.

Im Westfernsehen Berichte von Peking, Chomeinis Tod, Wahlen in Polen, Unglück im Ural.

Gelesen fast bis zu Ende Gorbatschhows Rede vor dem Deputiertenkongreß. Der Bericht im ND von diesem Kongreß wirkt deprimierend. (Sich diesem Gefühl nicht überlassen!)

Abends weiter Trifonow: “Das umgestürzte Haus”, sowie aus “Zeit und Ort”.

05. Juni 1989 – Urlaub - Kirchdorf

Sonntag, Juni 21st, 2009


Gestern Ausflug nach Timmendorf, 30 km bei Regen.

Kirche in Kirchdorf, frühgotisch. Schöner Friedhof, das Kirchenumfeld; Wall von der früheren Festungsanlage.

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Gestern Abend Fernsehen: Armeeinsatz in Peking! Wahlen in Polen.

Tina Modotti/Vidal/Trotzki. Gute Geschichten von Trifonow.

Heute mal nach Wismar. Schön beeindruckende Stadt.  Jetzt am späten Nachmittag noch Radfahrt über die Dörfer Gagzow, Krusenhagen, Hof-Redentin (eigenartig beeindruckend).