Archive for the ‘Reisen’ Category

03. Juni 1989 – Urlaub - Poel

Sonntag, Juni 21st, 2009


Gestern zum Urlaub in Wismar angekommen…

…und gut geschlafen.

# Wismar war eine DDR-Stadt, die ich noch nie besucht hatte. # 

Ausflug nach Poel, “Am schwarzen Busch”, insgesamt 40 km per Rad, wider Erwarten blendendes Wetter, Spaziergang abends an der Redentiner Bucht.

Vorm Schlafen in “Sowjetliteratur” 4/89 gelesen: A. Bek, ein Kapitel und W. Kawerin.

30. April 1989 - Ausflug nach Münchehofe

Donnerstag, Juni 11th, 2009

Gestern und heute Zweitagesausflug mit C. und F. # der damals 9 Jahre alt ist # nach Münchehofe.890430ap1010001.jpg

Nach und nach kriegten wir bestes Wetter. Wir tippeln (nach ausgezeichnetem Essen in Buckow) fleißig am Stobber entlang über Pritzhagener Mühle

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nach Münchehofe. Wunderbare Natureindrücke. Nach Quartier noch (zu) anstrengender Rundgang um den Klobichsee, Tagessumme 20 km. gute Unterkunft, ausgezeichneter Schlaf.

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Heute: Einige Fotos, vormittags Spaziergang Germersdorf, unentwegt schön. Rückweg nach Buckow über Frühstückseiche, langer Grund - Eisdiele.Wieder 20 km.

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# Damit kein Irrtum aufkommt: Die Waldelfen haben wir nicht getroffen, und das letzte Foto ist nicht von mir. #

22. September 1982 – wenn Haß sich sammelt

Donnerstag, April 10th, 2008

[…] 7 Zimmerkumpel

Behandlungen: Lakenbad, Wickel, Perl, Periost;

[…] Lesen: Hebbel, Tagebücher 1 Und 2 S. 158-167; „horizont“, Wochenpost

[…] Hören: (Kopfhörer): Schubert, Haydn

[…] Wir kamen auf Grenzen zu sprechen, in denen man sich einrichtet. Der Käfig, in dem man sich fängt. So etwas gibt es ganz besonders (in naiver, unbezweifelter Weise) auch bei jungen Menschen. Was in unserem Leben erzieht zu diesem „Grenzenbewußtsein“? Die Rolle der Massen, die Industrie? Das (zumindest für das individuelle Empfinden) pattartige der Situation im Klassenkampf.

Babsy“, die Fasterin, die in Rostock im „shop“ arbeitet. # gemeint ist ein Valuta-Laden „Intershop“ # Die gesichtslose, moderne, „perfekte“ Frau, ihrer „Stellung“ bewußt. (!)

Eine Fasterfrau, „Gabi“, hat von einer CSSR-Reise mit Familie ein Erinnerungsbuch angelegt. Im Juni 1968 haben sie in 19 Tagen 2600 km mit ihrem Wartburg-Kombi zurückgelegt. Armselig, was da übrig geblieben ist: Ein detailliertes Festhalten der mit welchen Verkehrsmitteln zurückgelegten Strecken, ziemlich viel über speisen und Getränke, einige Preis- und Kaufkraftvergleiche, wenige politische Einsprengsel (Ost- und Westtouristen wandern gemeinsam, Slowaken auch gegen Sozialismus und Kommunismus, Manövertruppen, Partisanendenkmäler), nette Wirtsleute; dazu Etiketten von Flaschen und Schachteln aller Art, Fahrscheine, getrocknete Pflanzen – Müll! Das ist – nur bezogen auf das für mich Fremden sichtbare Ergebnis – hart gesagt aber nicht zu hart. (Aber es wurde aufgeschrieben! - Mal die eigenen Reiseaufzeichnungen nach längerer Zeit erneut kritisch lesen!)

Gestern im „Thema“: Rainer Kunze und andere Ex-DDR-Autoren treten aus dem von Bernt Engelmann geführten westdeutschen Schriftstellerverband aus. Ich sage verknappt: Sie wollen eine harte CDU/CSU-Politik. Sie leitet ein Maßstab: Haß auf die DDR, auf dies Herrschaftssystem. (Auch in mir sammelt sich ohnmächtiger Haß – Was fang ich mit ihm an, um nie mich dahin zu versteigen?)

# Hier ( http://opablog.twoday.net/stories/4855912/) hab ich aus heutiger Sicht zu dieser und ähnlichen Erfahrungen  etwas gesagt. #

Wie schon gesagt, als ich Bernd Wagner schrieb kam ich zu der Formulierung von der Gefahr des Erstickens. Dies Gefühl ist – wie ich weiter schrieb – unauflöslich verbunden mit dem Genuß dieses „Ungeheuers Leben“. „Das geht schon ins Monströse“. Mir ist bewußt, daß ich gefährlich, sozusagen ohne Netz lebe. Dadurch bleibe ich jung und all den Eingeschachtelten gegenüber so stark, überlegen, unabhängig. Weiß ich tief genug, daß es nach jedem Niederschlag einen Aufschwung gibt? (Und immer ist gerade dieser letzte der schönste.) Ich weiß es aber es hilft nicht viel. Nicht gefeit bin ich vor dem Augenblick, in dem ich alle Waffen nieder sinken lasse.

Entwicklungsphasen der Fastergruppe (die recht spontan abliefen):

In den ersten Stunden – jeder markiert seine „Erstposition“ (tosendes Gerede, jeder redet mit).

In den ersten Tagen – ausgedehntes Erzählen Einiger. Es wird die vorläufig stabile Position eingenommen; individuelle Differenzierung, Beziehungen entstehen, sehr aktive Phase. Das vorläufige Gesicht der Gruppe bildet sich.

In den ersten 10 Tagen – der Alltag kehrt ein. Zufälliges tritt zurück, erste Konfliktsituationen, zu denen sich die Einzelnen differenzierter verhalten, erste Auseinandersetzungen und teilweise Umbewertungen bzw. tiefere Bewertungen der Partner.

In dieser dritten Phase werden die Möglichkeiten mit der Gruppe zu arbeiten und negative Momente zurück zu drängen größer.

Das Problem der Evi könnte sein oder werden eine gewisse Nüchternheit, Phantasielosigkeit (Man kann damit anfangen aber darf dabei nicht bleiben.) Phantasiemangel, weil die Kindheit nicht glänzte?

17. Juli 1982 - “wissenschaftliche Leitung”

Dienstag, Januar 29th, 2008


[…]
Lesen: Burchard Brentjes:”Völker am Jordan”

# Burchard Brentjes - bedeutender Orientologe  der DDR, lehrte an der Universität Halle. Eine ganze Reihe seiner Werke zum vorderen Orient erschienen in schönen, wissenschaftlich soliden und gut lesbaren Ausgaben im Verlag Koehler & Amelang. #

 […]
Ein ebensolcher allgemeinen Begriff wie “Liebe” ist” wissenschaftliche Leitung”. Natürlich gibt es auch hier einen allgemeinen Inhalt, jedoch in Wirklichkeit muss Leitung ebenso konkret sein, wie das Leben selbst, wie die sich verhaltenden Menschen. Das beweisen die Beiträge zur Kollektivarbeit, zum Beispiel von Jochen Sollmann/Gerhard Kleeblatt. Ich muss als Leiter genau einschätzen: Arbeitet dieser Mitarbeiter aus Überzeugung und mit wirklich persönlichem Einsatz, braucht er also bloß Anleitung, Anregung, Koordination durch den Leiter oder ist das Gegenteil der Fall und brauche ich neben Überzeugungskraft unerlässlichen Zwang. Das ist präzis zu trennen, in ein und demselben Kollektiv sogar!
[…]
Kluges Wort der Schauspielerin Franziska Troeger zur Ehrlichkeit: “Es ist ein Unterschied ob ich sie im politischen Kampf formuliere oder im zwischenmenschlichen Bereich, wo meine Ehrlichkeit den Partner nicht verletzen darf.” (Gerade die Ehrlichkeit ist einer meiner dümmsten und ärgerlich Mängel.)

Die schönsten Momente des Tages sind vor dem und nach dem Schlafen von F., wenn er kommt und mit mir spielt.

28. Mai 1982- Ein Blick weit zurück - sportlich

Freitag, November 30th, 2007


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# So sieht Band 3 meines Tagebuchs aus, mit dem ich nun beginne.

 

Als ich das Buch aufschlage, erlebe ich eine Überraschung. Der erste Eintrag ist von 1970. Auf den ersten 15 Seiten habe ich Notizen von meinen Waldläufen und anderen Ausdaueraktivitäten der Jahre 1970 bis 1976 festgehalten. Auch eine Anzahl Urkunden und Teilnahmebestätigungen sind beigelegt. Erst danach geht es mit dem Protokoll vom 28. Mai 1982 weiter.

 

 

 

 

Nun also ein Exkurs in eine Zeit, in der ich noch nicht systematisch Tagebuch führte.

Als ich 30 Jahre alt geworden war, hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas gegen das Einrosten tun; dies umso mehr, als befreundete Nachbarn begeisterte Sportler waren. Eine schöne Waldstrecke in der Nähe unserer Wohnung war bald gefunden (und vermessen - eine Runde war 1280 m lang) und das regelmäßige Laufen, gemeinsam oder einsam, begann. Hier meine Ergebnisliste von 1970:

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Mein bester Freund lebte in Stralsund. Er begeisterter Ausdauerschwimmer. Ich begeisterter Ausdauerschwimmer. Was lag näher, als gemeinsam am jährlichen Sundschwimmen, der Durchquerung des Strelasund von Altefähr auf Rügen nach Stralsund-Badeanstalt, teilzunehmen? In den Anfangsjahren lag der Termin oft so früh, daß es manchmal lausig kalt war. War das Wasser kälter als 15°C, hätte das Schwimmen ausfallen müssen. Undenkbar bei dieser populären, über Monate vorbereiteten, Veranstaltung. Am Tag des Schwimmens war das Wasser IMMER mindestens 15,5 °C, manchmal auf wundersame Weise, wenn es am Vortag noch zwei Grad kälter gewesen war. Teilnehmerzahl war auf 300 begrenzt, aber es wurde keiner abgewiesen, der kurzfristig angereist war. Helden waren natürlich immer die ältesten TeilnehmerInnen (über 80-Jährige) und ein Teilnehmer ohne Arme, der Jahr für Jahr die Strecke bewältigte. Bei Google findet man viel Aktuelles über das Sundschwimmen.

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Eine Zeitlang nahm ich an Leistungswanderungen teil. Von einer der schönsten Wanderungen stammt diese Urkunde:

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Ich lernte das Völkchen der Sportwanderer kennen. Man wetzte mit 5 bis 6 km/h durch die Landschaft „Rund um Berlin“. Bei meiner letzten Wanderung - es ging über hundert Kilometer von Strausberg nach Wandlitz - kam mir das Ganze plötzlich albern vor, und ich hörte mittendrin auf. Die körperliche Anstrengung für den Zeitaufwand eines ganzen Tages war mir zu gering, und der Gewinn an Landschafts-/Kultureindrücken bei knapp 6km/h über Stock und Stein (also mit dem Blick zu Boden) gleich Null.

Soweit ein Rückblick. Mit dem nächsten Posting geht es wieder mit dem Mai 1982 weiter. #

 

8. bis 19. Januar 1982 (FDGB-Urlaubsreise)

Montag, Mai 28th, 2007

Eine Urlaubsreise, von der ich nur wenige Notizen gemacht habe.

Bemerkenswert war ihr Zustandekommen.
Die begehrten FDGB-Reisen wurden in den Industriebetrieben (und LPGs ) so zahlreich angeboten, daß, wer wollte, etwa alle zwei Jahre verreisen konnte - Bevorzugung der Arbeiter- und der Bauernklasse. Nicht so in Verwaltungen, Einrichtungen, Ministerien, also bei den „Sesselfurzern“. Dort wartete man oft viele Jahre vergeblich auf eine attraktive FDGB-Reise. (FDGB-Reisen waren nur ein Teil des betrieblichen Reiseangebots. In eigener Regie organisierten die Betriebe weitere Möglichkeiten.)

Natürlich kam es vor, daß vergebene Reisen nicht angetreten wurden. Solche Stornierungen wurden beim FDGB zentral erfaßt und an Interessenten vergeben, die kurzfristig einspringen konnten. So kam ich von einem Tag zum anderen während der Hochsaison zu einem Winterurlaubsplatz.

 

Die Reise führte nach Waltersdorf ins Zittauer Gebirge. Winterwanderungen führten mich (und die wintersportbegeisterten Margot aus Zittau, die ich bald kennengelernt hatte) aber auch via kleinem Grenzverkehr in die CSSR. Der Jested mit seinen 1012 m Höhe und schönen Skigebieten imponierte mir. Wir genossen die tschechische Küche, den Kaffee und Kuchen; so ähnlich mußte es in Wien schmecken. Aber auch andere Süßigkeiten gab es mit Margot, der erfahrenen 50-Jährigen, zu entdecken.

Wanderungen einsam oder zu zweit durch die Wälder und das Zittauer „Westentaschengebirge“, Besuche in Museen (Volkskunde- und Mühlenmuseum Waltersdorf, Oberlausitzer Damast- und Heimatmuseum Großschönau) und im Gerhart Hauptmann Theater Zittau - eine Zeit schöner Eindrücke und intensiver Erholung.