Archive for the ‘Sex’ Category

18. Juni 1982 – Nacktfotos

Samstag, Januar 12th, 2008



[…]

interessanter Tag, die Gespräche in Halle sind fruchtbar, wenn auch noch nicht unmittelbar für den 31. Lehrgang. Ich gehe mit der erneuerten Sicherheit: Das (Kaderdirektor) kannst du auch.

# Gespräche in der Kaderdirektion des Kombinates KPV, „Pumpen und Verdichter“, zur Verbesserung der Delegierung von Nachwuchskadern an unsere Weiterbildungseinrichtung #

In der Mitropa eine Kellnerin, ganz flink in der Bedienung und mit dem Mundwerk, blond, mit hellen grauen Augen; direkt, fröhlich, kräftig. Sie erinnerte mich an Annemarie ebenso wie an Margot. Sie war vielleicht 35-40, mit nicht besonders guter Figur, aber da war Sympathie. Wir wären bestimmt ein Paar geworden. Ich hab’ keine Zeit. Noch beim Bezahlen spendiere ich ihr einen Klaren (was sie zuerst mißversteht). Als ich aufstehe, begreift sie erst: „Ach, das ist aber lieb… Sie kennen wohl meinen Geschmack?“ Ich: „Na, klar!“ […]

Auf der ganzen Rückfahrt bin ich gefesselt von K. Moczarski, „Gespräche mit dem Henker“. S92:“… der rasche Deformierungsprozeß, überall dort, wo Menschen wenig festen Charakters plötzlich in den Genuß besserer Existenzbedingungen kommen, wo eine Privilegierung und Separierung von der bisherigen Umwelt eintritt.“ - eine wichtige Beobachtung.

Als ich zu Hause ankomme, finde ich im Briefkasten einen Einschreibebrief von H. Gross. Darin befinden sich […] 10 Aktfotos, […] sowie ein zweiter Umschlag, in dem Gross sein Angebot an Aktfotos unterbreitet. […]

Sie haben mich also finanziell korrekt und mit richtig gewählten Bildern (nicht allzu gewagt und doch einiges versprechend), sowie mit dem weiteren Angebot erstmal in den Kundenkreis aufgenommen, und davon bin ich sehr angetan. […]

 

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Aktfotografie1 von H. Gross

Übrigens werde ich hier ins Protokollbuch nur wenige (und nicht die besten) dieser Originalfotos einkleben, denn, wenn das mal eine reizvolle Sammlung werden soll, darf ich die Bilder nicht zerstreuen.

Es sind keine künstlerischen Aktfotos, sondern erotisch reizende Bilder von nackten Frauen, und genau das ist es, was ich wünsche bzw. wo meine Wünsche ansetzen und weitergehen, einmal in Richtung des erotisch bzw. sexuell gewagten Fotos und zum anderen in die Richtung des künstlerischen Akts. Beide Richtungen werde ich verfolgen.

Erfreut bin ich übrigens auch über die erschwinglichen Preise, über die korrekte Verhaltensweise mit den 20,- M und überhaupt darüber, daß es – bei aller beachteten Diskretion – geklappt hat.

Interessant übrigens, wie ich mich doch nur langsam von meinen Hemmungen frei mache. L. hat längst von sich Aktfotos machen lassen, in recht krassen Stellungen. Wie ich doch bei jedem Schritt Skrupel zu überwinden habe!

 

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Aktfotografie 2 von H. Gross

Erfreulich ist die Gelöstheit der Modelle. Die Szenen sind nicht peinlich. Das Modell mit den langen Haaren ist sogar sehr sympathisch, die von ihm aufgenommenen Bilder sind sehr zurückhaltend. Die andere […] posiert erotisch wesentlich „schärfer“, aber nichts von unangenehm. Es ist halt eine junge, schöne, sehr selbstbewußte Frau. […] Sie erinnert mich übrigens an Hegrü, mit deren Brüsten sie aber (obwohl Helga doch viel älter ist) keinesfalls konkurrieren kann.

Klar – das sind Bilder zum „Anfüttern“ (zugleich sich Absichern). Gespannt bin ich auf die Steigerungen. Antwortbrief an Gross. […]

# Der Kontakt zu Gross hatte sich dadurch ergeben, daß ich auf die Zeitungsannonce eines Fotomodells geantwortet hatte. Durch dessen Absage und Weitervermittlung war ich vorerst nicht bei einem Aktmodell, sondern bei einem Kleinhändler für Nacktfotos gelandet. Aus heutiger Sicht eine völlige Harmlosigkeit. Für mich damals ein aufregendes, halblegales Unterfangen, auf das ich mich vorsichtig einließ, zumal ich nicht abschätzen konnte, ob ich in eine Grauzone von käuflichem Sex geraten würde. #

 

17. Juni 1982 – Brief nach Maputo

Mittwoch, Januar 9th, 2008



[…] von R. Gehaltsstreifen, Vertretung des Chefs seit 18.3.82, + 2327,-M, […]
in Schmachte graben für E-Leitung, […]

17. Juni – einst ein brisanter Tag - - -

etymologisch:”Bastard” - der auf dem Sattel gezeugte! (”horizont” 25/82)

Aus einem alten Magazin entnahm ich diese interessanten Informationen.

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Interessant diese Rhythmik. Sie zeigt, dass hier Arbeit stattfindet; die Ströme sind natürlich nur eine Erscheinung. Welche Arbeit hier geleistet wird, was da rhytmisch korrespondiert, das ist natürlich noch sehr unklar. Zu denken ist aber, dass noch viel mehr als die beiden hier aufgedeckten Rhytmen sich überlagern und zu verschiedener Zeit verschieden überlagern.

Welche Rhytmik der Geschlechtsorgane? Das ist kein einfaches Triebanschwellen, etwa nach dem Schema:

1. - Befriedigung, Triebruhe,

2. - abstraktes erotisches Interesse,

3. - konkretes sexuelles Interesse.

Es gibt auch das Zurückspringen von der dritten Stufe auf die zweite. Ganz abgesehen davon, dass es zwischen Befriedigung und Triebruhe (Stufe 1) auch deutliche Unterschiede gibt. Die Befriedigung ist eigentlich nur eine kurze Ruhe, Erschöpfung eines gerade abgearbeiteten, im Ganzen aber höchst aktiven Organs (in dem recht bald auch wieder das Blut wärmt, bald vibriert, selbst wenn nicht wieder ein starker sexueller Motoren arbeitet), während Triebruhe langdauernd Untätigkeit ist, wie ein Winterschlaf, fast wie ein Absterben.

Eine interessante Formulierung für eine andere Seite dieser Antriebsproblematik fand ich im “Filmspiegel”:

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Während man dieser Mosambiqueanischen Tänzerinn kaum Antriebsprobleme zutraut.

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Da ich den Brief an Karl-Heinz L. ohne Durchschlag geschrieben habe, hier eine verknappte Wiedergabe:

# Karl-Heinz L war ein früherer Lehrgangsteilnehmer, der eine enge Bindung an unsere Dienststelle bewahrt hatte. Da er als Exportkaufmann viel im Ausland tätig war, pflegten wir unsere Verbindung durch mehr oder weniger humorvolle oder auch anzügliche Briefe. #

Lieber Karl-Heinz!

Als viel beschäftigter Chef “auf allen Strecken” möchte ich mich auch am “Nord-Süd Dialog” beteiligen.

Du wirst sicher denken: “viel beschäftigt “- der soll erst mal Arbeit kennenlernen. Dazu muss ich erklären, dass die meiste Beschäftigung mir zur Zeit meine “kernige Gesundheit” macht. Seit nun schon vielen Wochen schleppe ich einen steifen Rücken herum, und als ich mich endlich entschlossen habe, zum Arzt zu gehen und mir eine Spritze verpassen ließ, bekam ich postwendend einen Nervenentzündung/Ischias im ganzen linken Bein, die mich nun wirklich ernsthaft ärgert. Seit einigen Tagen scheint nun endlich, wenn auch langsam, eine wirkliche Besserung einzutreten. Jedenfalls habe ich die Schlussfolgerung gezogen, bei solchen Leiden künftig nicht auf Selbstheilung zu warten, sondern frühzeitig und massiv die - geringen - Mittel des ärztlichen Handwerks zu nutzen.

Im übrigen habe ich mich in letzter Zeit darauf konzentriert, den kommenden Lehrgang besser vorzubereiten, viele Gespräche zu führen (fahre deshalb morgen auch nach Halle), denn schließlich brauchen wir im Ministerium Strategen, die den NSW-Export zu ungeahnten Höhen führen und nicht Globetrotter, die den gewalttätigen Eingriffen des Klassenfeindes in die unberührte Natur von Cabora Bassa zujubeln.

Du siehst, es gibt schon Einiges, womit man sich die Zeit vertreiben kann. Daß damit ein Nachlassen der Wachsamkeit verbunden ist, kann gut sein, daß freilich diese Entwicklung schon im fernen Maputo die Klapperschlangen rasseln lässt, ist höchst beunruhigend. Daher werde ich Deine Hinweise aus dem letzten Brief sehr ernst nehmen und danke Dir dafür. Die Frage bleibt aber:”wie”? Da ich im ganzen vier Söhne habe, weiß ich zwar mit einem Sack voll Flöhe umzugehen, wie man aber einen Kugelblitz zusammen mit einem […] Junigewitter unter Kontrolle hält, dazu müsstest du mir vielleicht noch ein paar heiße Tipps vermitteln. Vielleicht gibt dazu die ins Auge gefasste Feier Gelegenheit.

Deutlicher möchte ich mich nicht ausdrücken, denn zu bedenken ist, dass meine Post an Dich zweifellos mehrere Kontrollen im Vorzimmer durchläuft, und wenn es auch Tatsache ist, daß das Interesse der Kolleginnen für alle so ernsthaften Fragen der Arbeit mit den Lehrgängen konsequent unter einem unteren Grenzpunkt verharrt, ist es doch nicht auszuschließen, dass die Eine oder die Andere zwischen zwei Telefonaten (Manche Telefonanrufe kommen bei uns an, trotz unzuverlässiger Technik.) stutzig wird, wenn dieser Brief nicht meine in letzter Zeit typisch griesgrämige Laune zum Ausdruck bringt.

Damit aber genug von unseren mehr oder weniger kleinen und alltäglichen Sorgen beim Kampf im entwickelten Sozialismus. Deine Erlebnisschilderungen sind immer sehr interessant für uns alle, und nicht nur R. möchte manchmal so richtig mitgehen. Das allerdings der Karate-Hit:”Über 1000 Brücken musst du gehen” sich auch in Maputo durchgesetzt hat, hat mich doch überrascht. Vielleicht kannst du den Jungs noch paar andere exotische Tipps geben, zum Beispiel:

“Komm, oh komm, du kleine Schnalle,

greifen wir uns ‘ne Koralle.”

Oder etwas gehobener als Walzerlied:

“Lass uns im Ozean schäumen,

wieg uns in südlichen Träumen… “

Aber vergiss nicht, Dich anständig an den Tantiemen beteiligen zu lassen, sonst musst du weiterhin Jahr für Jahr zwischen Mexiko und Mosambik pendeln.

Nun aber genug, sonst muss ich noch Überstunden machen. Also weiter:

“Meistre Brücken,

ohne Krücken,

sollst durch Briefe uns entzücken (alle)

und ab Juli sogar drücken (nicht alle)!”

 

In der Mittagspause wackle ich mal zur” Galerie unter den Linden” und sehe - einer Womacka - Ausstellung. Es bleibt einem nichts erspart. Vor manchen der Aquarelle fuhr es direkt aus mir heraus:”So ein Blödian”. Der öffentlich anerkannte W. bezeichnet einen Tiefpunkt, den die Malerei in der Öffentlichkeit erreichen kann, bzw. Tiefpunkt des Bewusstseins der Öffentlichkeit (bzw. Herrschender) von Malerei.

 

Die Frauen # A. und R., Sekretärin und Haushaltssachbearbeiterin # loben mich wegen meiner Briefe (der Brief an Karl-Heinz ist der Anlass). Wir “hecheln” Vieles durch. Sie sind, wie immer und wie immer nicht ohne Grund, empört über Privilegien, die es in unserer Gesellschaft für die herrschenden Funktionäre gibt. Anlass für manches gibt hier immer wieder auch Günthers Verhalten.

Mich beeindruckte L.s Erzählen von Lenins Leben im ihm fremden und von ihm unberührten Schloss in Gorki. Und dagegen das, was mir Jörg Heiko Bruns von den Festen mancher Kreisfunktionäre im Schloss Molsdorf erzählte.

 

R. erzählt, dass die neuen Kartoffeln zwar unverändert 4,05 M kosten, das in einem von ihr ausgewogenen Beutel aber nur acht Pfund waren (gegenüber 10 Pfund früher).

 

15. Juni 1982 – F.

Dienstag, Januar 8th, 2008


[…] Schöne Zeit mit F., der beim Regalbau hilft, beim Kochen und überhaupt heute sehr zutraulich ist. (In der Kinderkrippe traf ich ihn Dreirad fahrend.) Er kauderwelscht oder singt vor sich hin:Der Hund, der nun weg ist, kommt darin vor, dass Reisen von Mama, das kranke Bein von Papa. Jeden Morgen fragte er mich rührend suggestiv: “Heute das Bein gar nicht mehr weh, nein?” Voller Vergnügen streicht er meine borstigen Wangen.

Der Anruf von Wilner macht mir Sorgen. Am Freitag oder Samstag wollen sie das Kabel legen. Bleibt mir Rolf und der Donnerstag abend? Oder Dieter Stiegemann?

# Wilner war ein Nachbar aus Schmachtenhagen. Er informierte mich, daß der Kabelgraben für die Elektroanschlüsse unserer Datschen gegraben werden müßte. Ich hatte die Sorge, wegen meines Ischias diesen Termin nicht einhalten zu können. #

Heute war ein Tag von Jahresbedeutung: Am Kiosk erstand ich die „Eule“ (mit „Funzel“) und „das Magazin“! (Die Akte sind leider nicht Spitze.)

Und dann war heute ein Tag der Ärsche. Mindestens drei große, straffe, wohlgerundete Ärsche habe ich gesehen. […]

10. Juni 1982 – Akt fotografieren

Mittwoch, Januar 2nd, 2008



[…] interessante Annoncen!

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Wieder so ein Pärchen?

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Egal: Ich schreibe auf jede derartige Annonce. Jetzt will ich wissen, was sich tut.[…]

 

Interessante Meinungsäußerungen übrigens im Gästebuch der Purrmann-Ausstellung. Für viele, die da schreiben, ist es Selbstdarstellung, wie überhaupt solche Notizen immer wie Rufe in die Leere wirken. Viel Begeisterung (z. B. Inge Keller), Genörgel, daß man diese Landschaften erst als Rentner sehen wird, P. wird der Nichtskönner und Schmierfink Womacka gegenübergestellt (dabei haben sie einen Berührungspunkt: die Dekorativität). Bevor man Purrmann glorifiziert - gegenüber Cezanne ist er nichts. Hofer, der natürlich ganz anders ist (spezifische Vorzüge Purrmanns nicht hat), ist natürlich viel wichtiger.

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Die Bemühungen derer, die über Aktfotografie schreiben, kontrastieren mit der Gier, mit der derartige Bücher (z. B. Burkhardt: “Aktfotografie”) gelesen und behandelt werden (viele Seiten rausgerissen) und sie demzufolge von den Bibliotheken weggeschlossen werden.

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Burkhardt enttäuscht. Natürlich gibt es immer Bedenkenswertes, mein Zugang jedoch ist das erotische Interesse. (Übrigens bin ich immer mehr von den Akten Günter Rösslers angetan.) Mein Interesse ist erotisch, ja z. T. von sexueller Nichtbefriedigung geprägt. Aus diesen Wurzeln allein werd ich keine guten Aktfotos machen. Jedoch gibt es eine starke Komponente des Erkennenwollens des Menschen dabei, in seiner Intimität, in seinem Geheimnis (nicht aus Lust an der Zerstörung des Geheimnisses oder gar des Menschen), und das ist die tragfähige Seite. Ich hoffe, daß in der Praxis dann das Ungesunde ausgärt.

 

Erstaunlich, welche Kontraste die Menschen selbst darstellen und ausdrücken können.

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Die Arbeit mit den Kandidaten des 31. Lehrgangs macht mir Spaß, auch die Zusammenarbeit mit Goli. Jetzt würde ich es bedauern, wenn es mit dem Kaderdirektor nicht klappte. Werde im Ergebnis unserer Gespräche einen Ministerbrief aufsetzen.

Ich schätze neu die einfache, nützliche (Leninsche) Arbeit und bin von erneutem, vertieftem Mißtrauen gegen die Selbstzwecklichkeit der Kunst erfüllt. (Das vertieft den Graben zu L.)

[…]

Widerliche Fernsehschauspiele des Westens in diesen Tagen. Reagan, Thatcher präsentieren sich, zugleich werden die Bilder von ihren Kriegen gesendet und Haß auf die Sowjetunion geschürt. Dieser Auswurf der Menschheit! Will es das Schicksal, daß die Welt noch einmal, ein letztes Mal, ihre Eiterbeulen auf den Rücken der Russkis gesundet?

Die Wachen sind wach. Die schlafen, schlafen tief.

 

Faßbinder gestorben, mit 36 Jahren, auch so ein Einschläferer, Boys und viel zu viele andere Clowns in der großen Bonner Friedensdemonstration.

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[…] Burkhardt „Aktfotografie“ Halle 1958:

B. ist halt schon sehr alt. Jedoch:

S. 61: „Die pornographische Darstellung ist lebenszerstörend, lebensverneinend.x Die edle Aktdarstellung ist lebensfördernd, lebensbejahend.“

S. 57: Die künstlerische Erhöhung der Nacktheit zum Akt.

S. 64: Aktaufnahmen aus erotischen Interessen, aus erotischem Interesse Modellstehen für Aktaufnahmen.

S. 67: Der Fotograf als Psychologe gegenüber dem Modell, Einfühlung, der sinnliche Aktfotograf!

S. 69: Auch das „an sich nicht Schöne“ kann gut gestaltet werden

S. 70: Aktfilm

S. 70f: gute weite Auffassung davon, was alles Akt sein kann (eigentlich alles)

X Damit ist sie nicht nur ästhetisch, sondern sittlich verurteilt.

 

 

09. Juni 1982 – Purrmann

Sonntag, Dezember 23rd, 2007


 

[…] Der zweite Blick auf Purrmann. Natürlich stimmt, was alle Leute sagen: Farbschönheit! Komposition! Einheit des Kunstwerks! Jedoch: Gesteigert bis zur Aggressivität des Schönen, Penetranz des Schönen, das gewaltsam überall herausgekitzelte Schöne, gewalttätige Schönheit. Das Schöne, das sich auf sich selbst gründet, sich selbst genug ist, kippt hin zum nicht menschlichen. Hesse, Rilke, Nietzsche. Irgendwann am Ende steht (wenn nicht bloße Dekorativität) die Bestialität des Schönen, die schöne Bestie. (Gewiß, davon ist P. weit weg – jedoch provoziert er solche Gedanken.)

 

Frühmorgens steigt eine gedrungene Frau, noch keine 40, in die Straßenbahn. Mit riesiger Brust, feistem Arsch, zwei, drei dicken Fettwülsten um den Bauch. Aber mit dem sichersten und zufriedensten Gesicht der Welt. Es sagt: „Na und? … So wie mein Alter mich fickt, weiß ich, daß ich nicht 1 Pfund zu viel habe.“

 

Schöne Frauen mit zärtlichen Brüsten. Frauen in phantasievollen Kleidern (nicht selten, wenn auch nicht oft), und einige andere, die aufgezäumt sind, wie Zirkuspferde.

 

Diew Kadergespräche für den 31. Lehrgang sind interessant. Vielfalt des Lebens! Es läuft nichts, wenn es in ein Schema gepreßt ist. Wir werden verschieden reagieren. Ich werde einen Brief an die Generale entwerfen.

07. Juni 1982 -„Vererbung“ erworbenen Verhaltens

Samstag, Dezember 22nd, 2007



[…]

Beim Zurückblättern: Jeden Tag gehe es angeblich besser. Doch zur Arbeit schleiche ich noch genau so, wie vor 6 Tagen. Brummschädliger Kopf >> Tablettenwirkung.

Ob man sich, nachdem man akzeptiert hat, krank zu sein anders auf seine Schmerzen einstellt, sie wichtiger nimmt? Weiß tatsächlich nicht, ob meine Schmerzen der Anfangszeit ebenso oder kleiner oder größer waren als jetzt.

Eins aber deutet doch auf Besserung: Ich sehe wieder eine Menge erotisch reizender Frauen.

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[…] In einer Berliner Zeitung las ich Forschungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen psychosozialer Umwelt, Hormonkonzentration, Gehirnentwicklung und späterem Sozialverhalten. Der Bericht scheint mir seriös zu sein (BZ vom 8./9. 5. 82). Er ist so ungemein wichtig, weil er die Vererbung (zumindest auf die folgende Generation) erworbenen Verhaltens bestätigt und damit die starre Vererbungsvorstellung ausschließlich über Gene außer Kraft setzt. Ich habe immer geglaubt, dass bestimmte Verhaltensweisen vererbt werden können, also körperlich-organisch fixiert werden.

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[…]

Wann reizt eine nackte Frau, und wann nicht? Das Nackte darf nicht Selbstverständlichkeit sein. Dann reizt es ebenso sehr, wie eine Nasenspitze oder ein Handrücken. Es muß eine Beziehung zu einer intimen Berührung behalten. (Dann kann selbst der Handrücken reizen, wenn er mich an die Haut der Lenden erinnert.) Das Nackte sollte nicht einfach öffentlich sein. Es sollte eine Bevorzugung ausdrücken.Dabei ist nicht der Grad der tatsächlichen Nacktheit maßgebend, sondern das Maß der für mich (für meine Wünsche) erlaubten Entblößung, d.i. aber eine psychologische Größe. Mein Lustgewinn resultiert nicht so sehr aus der Fläche entblößter Haut, als viel mehr aus einer ganzen Kombination sinnlicher und rationaler Faktoren (Bedeutungen von Sinneseindrücken). Dabei spielt das Eindringen ins gehütete Geheimnis, also Erringen dieser elementaren Freiheit, eine wichtige Rolle.

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Ein Foto, bei dem mir der nette Ausdruck des Gesichts gefällt, doch dafür brauchte es kein Akt zu sein. Nicht schlecht die Bescheidenheit, Unaufwendigkeit dieses Akts. Die Bilder an der Wand vermitteln eine Werkstattatmosphäre. Sie regen an, selbst zu probieren, deuten an, was alles sexy sein kann (und sei es der gut entblößte Bauchnabel).

Heute war ein Tag, an dem Hinkebein viele schöne Frauen gesehen hat. Wichtig dabei eine mit roter Bluse und weitem Rock, die in der U-Bahn eine Fingerberührung herbeiführte. Sie hatte etwas anziehend Gewöhnliches. Sie als Aktmodell hätte ich nur in einer Arsch- und Hüftpose „adäquat“ packen können.

Vor dem Garten eine große, festfleischige Schönheit.

 

Goli erzählt vom Disziplinarverfahren gegen Volker Dümke, der Bagger, für den NSW-Export gedacht aber dort nicht absetzbar, auf eigene Faust im Inland verteilte.

# Goli und Volker Dümke – Mitarbeiter im MSAB. NSW – NichtSozialistisches Wirtschaftsgebiet = Handel in konvertierbarer Währung #

Die Sichtung der Delegierungen für den 31. Lehrgang erbringt ein erstaunliches Bild: Eine verblüffende Ignoranz der staatlichen Weisung (die bereits wiederholt wurde). Das ist ein hoher Grad von Autoritätsverlust des Staates. Liberalismus. Freitag will ich in dieser Sache nach Halle zu KPV fahren.

 

# KPV- Kombinat Pumpen und Verdichter. Zu Kombinaten vergl Anmerkung vom 3.6.1982

Zum Thema Autoritätsverlust: Jetzt, da ich längerfristig meinen Chef vertrete, werde ich erstmals direkter mit solchen Momenten der sozialistischen Leitung konfrontiert. Dem über weite Strecken administativen, also nicht ökonomischen Charakter der Leitung entsprach ihre partielle Ohnmacht. Gegenüber der elementaren Gewalt ökonomischer Prozesse wurden im Alltag ständig die Grenzen der beanspruchten Macht der zentralen staatlichen Leitung aufgedeckt, was in der Praxis oftmals Korrektueren erzwang. #

 

Ich dackele vom Garten nach Hause zurück, in die Wärme – die aber nur die physische Wärme des Duschbades ist. Wird es denn nie mehr menschliche Wärme geben? Ich will mich deshalb nicht in eine andere Frau verlieben, weil es das endgültige, unwiderrufliche Nichtlieben L.s wäre. Davor schrecke ich im Innersten zurück.

 

Mein beschissener körperlicher Zustand rührt zweifellos her von der verdammten Spritze, die in den Nerv ging. Jedoch die Entzündung ist im wesentlichen jetzt aus dem Körper raus. Es ist nur noch das Bein knieabwärts, das wehtut. Die anderen Funktionen haben sich wieder normalisiert.

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31. Mai 1982 - Pfingsten

Montag, Dezember 3rd, 2007


[…] Fahrt nach Hohen Neuendorf, D. und ganze Familie, Bücher vom Obstbau und von Kräutern, Magazin 3 und 5/82 gelesen, meist ziemliche Schmerzen in Rücken und Bein. Zusammen mit Rolf in Schmachtenhagen die Zaunfelder geholt, die ich bei dem Nachbarn zwischengelagert hatte. […]

Im Magazin stand (von R. Merle, glaub ich), daß man vom Menschen nichts erfährt, wenn man sich von Moralgeboten leiten läßt.

In der S-Bahn, mit der ich von Hohen Neuendorf abfahren will, zwei Pärchen im Fahrradabteil. Kurzer Wortwechsel, da sie meinen es sei voll. Die Eine: „Und er stößt das Rad mir auch noch in den Hintern!“ Ich:“Wo es so ein schöner Hintern ist.“ Sie beruhigen sich bald, sind gutgelaunt. Meine Anzüglichkeit hat die Eine nicht vergessen. Sie genießt aufreizend, gleichsam auch mir zur Schau, das Tändeln mit ihrem Freund. Beide sind jung (vielleicht 18-20), vital, schön, kraftvoll. Ihre Lippen sind blutrot geküßt, die Augen sind eisblau und glühend, beide sind von Liebe und Sonne gesättigt und dennoch nicht schlaff. Die Brüste springen unter dem Kittel. Eine junge Frau im ersten Vollgenuß des Sex. (Eine solche Partnerin für einen Urlaub, das wäre schön, aber das verlangt volles Engagement.) […]

Frühmorgens, als ich beim Starten verschiedene junge Pärchen sehe, die auf Tagestour gehen, beschleicht mich leise Wehmut. Wie lange vorbei sind diese Zeiten, wo jeder gemeinsame Tag, jede Stunde mit dem geliebten Menschen ein Erlebnis war. (Claudia Cardinale schreibt im Magazin 5/82, man solle nach der Heirat sein Verhalten nicht ändern, am besten getrennte Wohnungen behalten, damit alles schön bleibt.)

Als ich die Prenzlauer Promenade ‘reinkomme, fällt mir an einer Stelle immer das nächtliche Heimgehen mit X. ein (vor vielen Jahren), als ich mir vorgenommen hatte, ihren Körper auf der Straße abzutasten und befriedigt innehielt, als ich bis zu einigen Schamlöckchen vorgedrungen war.

27. Mai 1982 - Akt fotografieren

Donnerstag, November 29th, 2007

[…]

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# Eine der beliebten ironisch-erotischen Pinselzeichnungen von Kurt Klamann. #

Heute, 14 Uhr könnte ich mich mit Blanka Stazke treffen. Ich werd’ es sein lassen. Als ich sie Dienstagabend traf, war sie angetrunken und besonders kontaktfreudig. Sie ist Witwe, später noch geschieden, keine Kinder, hat in Buch eine 1-R-Wohnung, Neubau. Die Wohnung ist ihr stolz, mit einem lebensgroßen Bild von Elvis. „Früher war ich vermögend.“ Ein slawischer Typ, Brüste, Hintern sind akzeptabel aber der Bauch ist unförmig. Mund ist schön, erinnert etwas an Hegrü. Im Bett sicher hingebungsvoll und geschickt. Taxierte mich auch gleich („bei so vielen Kindern haben Sie sicher wenig Geld“). Sie sei Hausfrau, nicht berufstätig. Was macht sie? (Diese Frage ist eigentlich die aufreizendste.) Sie ließ sich küssen, bremste dann aber kräftig. Ein Schmusweibchen, das mit Zärtlichkeit gerne genommen werden möchte.

[…]

Wenn ich mal Akt photografiere, hat das zum geringeren Teil den Sinn, Schönes an der Frau zu entdecken. Es soll mir noch mehr helfen, zu begreifen, welche Art Erotik bzw. Sex ich brauche.

Weitere Überlegungen zu möglichen Aktmotiven:

Gewagtes versuchen, z. B. mehr oder weniger gespreizte Schenkel ins Bild bringen, das Geschlechtsteil soll sichtbar (jedoch nicht aufdringlich) sein. Ein Maßstab ist dabei der Akt von Seite 37.

Auch die nebenstehende (eigentlich liegende) Pose ist ungemein reizvoll.

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Wie wäre sie abzuwandeln?

 

 

 

Auch in dieser Richtung scheint Vieles möglich.

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Durch Kleidung enthüllen. (Gewiß liegt die Gefahr der Spekulation nahe, Beispiel: kurze Pelzjacke, Stiefel, entblößter Schoß.) Doch was ist noch vertretbar? Der Ruf straffer Brustspitzen durch die Kleidung! Die „satte“ Wölbung des Schamhügels, das Schamhaar unter Grobgestricktem kaum verborgen?

Ein weites Feld des Gewagten wären Akte mit reifen oder gar überreifen Fotomodellen. (Wie sie kriegen?) Wahrscheinlich muß hier ein deutliches Bekenntnis zu Erfahrung und Sinnenlust ausgedrückt werden. Und der Ausschnitt wird besonders wichtig (um partielle Verbildungen wegzunehmen).

Sehr steigerungsfähig scheinen mir Motive nach Art des Aktes von Seite 9. Eine mehr oder weniger scheue, betroffene, schamhafte Frau, die nackt ist aber ihren Schoß verhüllen wollte. […]

 

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Vielleicht stand dieses Foto Pate bei meiner Vorstellung vom Spiel mit dem Hemd. […]

 

Die Einladungen zum „Psychologen-Treffen“ am 25.6. sind heute raus.

 

 

# Aus der Einladung zum Treffen der Teilnehmer des Verhaltenstrainerlehrgangs in Herlasgrün ..## #

 

„In Erwägung , daß die Zeiten eilen,

kann die Reflexion nicht herlasgrün verweilen.

In Erwägung, daß es eine Hauptstadt gibt,

rufen wir zum Pankow-Treff all jene, die’s beliebt.

In Erwägung des Problemes Sommerzeit

sind wir freitags (25.6.82) ab 18.00 Uhr bereit.

In Erwägung unveregeßner Zwiebel-Phantasien

ist’s ein Gartenfest, nicht ohne Knoblauchgrün.

Unbezweifelt wohlerwogne Gastlichkeit

stellt für Auswärtige Quartier bereit.

In Erwägung von sehr unerwünschten Vorbereitungsnöten

wird um eine schnelle Rückantwort gebeten….“

[…]

Fliegender Wechsel ins neue Buch.

 

# Damit endet der 2. Band meines Tagebuchs. #

 

 

26. Mai 1982 - Aktmodell

Dienstag, November 27th, 2007



[…] Ausstellungsbesuche: G. Thieme und M. Schwimmer („Palast der Republik“), Hans Purrmann

[…]

Heute soll es wieder ein warmer Tag werden: An solchen Tagen bringen mich die Brüste mancher Frauen schier um den Verstand. Heute früh eine sehr junge Frau, blond, an der Straßenbahn (leider mit ihrem Macker). Unter einem dünnen weißen Hemd waren ihre wundervollen Brüste und deren Warzen schöner zu sehen und modelliert, als wären sie nackt gewesen. So etwas würde ich auch gern als Fotomodell studieren.

Und damit bin ich beim Thema des Tages. „Sie“ hat geschrieben (Vergl. 30.4. und 1.5.), Bettina, halbkonspirativ!

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Was ist auf diesem Gebiet eigentlich verboten und was nicht? Sicher ist Pornografie verboten. Das will ich auch nicht. Import westlicher Aktphotos sicher auch, die will ich auch nicht. Für mehr als gelegentliche Modellstudien brauchte sie sicher eine Steuer-Nr. aber für gelegentlich? So werde ich mich weiter einlassen auf diesen Pfad. Wie etwa könnte eine Antwort aussehen? […]

Vom Band Aktfotografie bin ich angeregt.

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Die Ausstellung Max Schwimmer wirkt danach wie eine Bestätigung (Man darf alles, wenn man es kann.) Danach sehe ich H. Purrmann und bin sofort von dieser Qualität überzeugt. Zu dieser Ausstellung muß ich noch einmal wieder, wenn ich mich darauf konzentrieren kann. Jetzt schwirrt mir zu viel Aktfotografie, auch in Hinblick auf meinen Antwortbrief im Kopf herum.

Punkte des Antwortbriefs:

- meine Einstellung auf sie, Vorbereiten, Einsehen, räumliche Bedingungen

- ihr Typ, ihre Grundhaltung

- Anwesenheit Dritter

- Halbackt, Details, Milieu.

Eigentlich brauche ich eine Phase, in der ich sie erst „beschnuppere“, eine Beziehung gewinne. […]

Antwort etwa so:

Liebe Frau Bettina!

Vielen Dank für Ihre Zeilen. Ich habe mich darüber gefreut, auch darüber, daß Sie bereits einige Erfahrungen als Aktmodell haben. Ich bin an einer Zusammenarbeit zu den von Ihnen genannten Bedingungen interessiert, und wir sollten einen ersten Versuch machen. Allerdings halte ich die unmittelbare Anwesenheit eines Dritten für störend, habe aber selbstverständlich nichts dagegen, wenn Ihr Mann während der Studien jederzeit für Sie erreichbar ist.

Weitere Vorstellungen zu äußern fällt mir schwer, da ich gar keinen bildlichen Eindruck von Ihnen habe und Ihren Typ, Ihre körperlichen Vorzüge, Ihr Temperament usw. nicht kenne. Vielleicht können Sie mir einige Aufnahmen von sich oder von anderen Frauen ihres Typs schicken, die mir die Einstellung erleichtern?

Als eine erste Möglichkeit erscheinen mir Studien in Ihrem Wohnmilieu ohne zu großen technischen Aufwand (Kleinbildkamera, Tageslicht).

Ich hoffe, daß meine Vorstellungen nicht unbescheiden sind und sehe Ihrer Antwort entgegen.

Mit freundlichem Gruß

 

 

 

21. Mai 1982 - sexsüchtig

Dienstag, November 20th, 2007



[…] Gestern, beim Versuch, die „grandiose Schwarze“ wieder zu finden, stehe ich eine Weile am Bahnhof Baumschulenweg. Es wird eine richtige Schau üppiger Busen, meist reifer Frauen, nur mein Traum ist nicht dabei.

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Abends, im Berliner Ensemble, habe ich (leider durch die Arbeitskollegen gehemmt) nachhaltigen Blickkontakt mit einer schwarzen Schönheit in der Seitenloge, reife Frau, die ein wenig an Quevedo erinnert, aber ohne deren Herbheit und Adel.

Nach dem Theater sitzen wir im „Adria“. Das ist z. B. solch ein Schuppen, wo Kontaktweiber herumlaufen.

Auf dem Heimweg gable ich eine angetrunkene, mindestens 55-Jährige auf (extrem kurzer Rock, fester Busen), aber schließlich weist sie mich doch ab.

Es ist der Zustand der Haltlosigkeit erreicht.

[…]

Die Analyse meines Tagebuchs wird mir zum Bedürfnis. In der nächsten Woche werde ich das tun. Das Übergewicht des Sexuellen, das sich hier wiederspiegelt, zeigt, wie sehr ich gefangen, unfrei bin. Es wird Zeit, daß ich zur Tat komme. Das Onanieren hatte gestern und vorgestern wieder stärker zwanghaften Charakter.

L. ging heute gegen 21 Uhr weg, „schwofen“. Nun ja, das Unglück wird wachsen. (Wichtig ist aber auch, zu Schlafen, wieder zu Kraft zu kommen. Ich zerstöre mich selbst.) In Ermanglung von Taten, ist der Umgang mit Aktphotos zur Manie geworden.

Und was das ganze Leben ausmacht, beginne ich zu vergessen.

Das Leben ohne Liebe entmenscht mich. Ich glaubte, daß ich nicht lieben solle, daß ich es nicht will. Doch fürchte ich, daß ich es gegenwärtig gar nicht kann. - Vom Schicksal verurteilt!

[…]

Der Theaterbesuch hat mich empfinden lassen, wie entfernt von der Welt des Geistes und der menschlichen Ideale (Werte) ich inzwischen bin.

[…]

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# Das Bild aus der Zeitschrift „Fotografie“ habe ich ohne Unterschrift herausgeschnitten. Ich glaube, es zeigt, wie in Frankreich nach der Befreiung vom Faschismus eine „Deutschenhure“ geschmäht wird. #

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