04. März 1982
Donnerstag, August 30th, 2007Traum: Ich und eine mir zufällig bekannt gewordene Frau schwimmen, paddeln im Wasser bei einer Dampferanlegestelle Die Heckteile mehrerer Schiffe und Boote sind uns zugewandt, so daß wir von 3, 4 verschiedenen Schiffsschrauben umgeben sind. Das Schiff, mit dem wir fahren wollen, soll bald starten. Bekannte sind schon drauf, wir machen keine Anstalten aus dem Wasser zu gehen und auch einzusteigen. Ich sage: „Bald geht es los, wir sollten uns etwas von den Schrauben entfernen.“ Dann fährt unser Schiff rückwärts (im Bogen) von der Anlegestelle ins offene Wasser. Ich kriege den Bug zu fassen und werde in sausender Fahrt mitgezogen, meinerseits habe ich die Frau an der Hand gefaßt. Dann stoppt der Kahn, groß wie ein Dampfer der Weißen Flotte. Ich höre den Kapitän sagen:“ Na, 80 Std/km hatten wir erreicht.“ Dann beginnt die langsame Fahrt vorwärts, und ich glaube, wir steigen ein. […]
Ein Beispiel, wie es in einem „geistig arbeitet“, ohne daß man dies bewußt tut: Am 23.2. hatte ich mit E. Lassow telefoniert,
Prof Dr. E. Lassow ein Bekannter, früherer Arbeitskollege an philosophischen Institut der Humboldt Universität zu Berlin
Termin ausgemacht für 10.3. zwecks Information über Arbeitsmöglichkeit für mich an der HUB. Damals schien mir nichts besonders mitteilenswert von diesem Gespräch. Er sagte (sinngemäß):“Unser Gespräch muß aber ganz unverbindlich sein. Ich kann Dir keinerlei Zusagen machen, Du kannst Dich nicht darauf berufen, und daraus können sich keine weiteren Aktivitäten ergeben.“
Der letzte Nebensatz ist es, der für mich zunehmend meine ganze Erwartung, Einstellung auf dieses Gespräch bestimmt, dieser Nebensatz in seiner peinlich übervorsichtigen Ablehnung möglicher Verbindlichkeit. […]
Man schaue sich Angelika G. an, Petra K., Petra H., auch Bernd Wagners Freundin (?). Wie eh und je ist ihr Dasein nicht erfüllt, wenn sie nicht ein Kind hervorgebracht haben. Die Weiber sollen (und wollen) gebären.Neu ist vielleicht, daß sie den Mann nur als „Initialzünder“ brauchen, dann nicht mehr (bzw. glauben sie es, bzw. geht es nicht anders) und daß sie (vielleicht deswegen) nur ein Kind haben wollen.
Daß das alles geht - ist es nicht Ausdruck des neuen Humanismus, der Toleranz und Freundlichkeit in unserer Gesellschaft? Und wohin wird sich solche Tendenz verlängern?
Bewegung ist absolut, auch im menschlichen Leben. Doch jeder Mensch braucht auch relative Ruhemomente. Ganz bewußt die Relativität der Ruhe (in jeder Hinsicht) leben! Für Viele ist jedes kleine Moment relativer Ruhe ein konsequentes, (teilweises) pflichtbewußtes Gestorbensein. (Daher der starre oder verbiesterte Gesichtsausdruck vieler Menschen. - Sie haben stets ein Ziel, Motiv, dem sie nachstreben und müssen dabei ständig über ärgerliche Hindernisse steigen.) […]
Habe ich ein Recht so viel Zeit für dieses Buch zu verwenden? B. Wagner erzählte, daß er zeitweilig nichts anderes tat, als ein immer ausgefeilteres Tagebuch zu schreiben (freilich mehr ein Sudelbuch nach Art von G. Chr. Lichtenberg).[…]
Frauen, die du gehabt hast, haften an dir und wecken das Interesse neuer Frauen, vielleicht sogar noch mehr als Interesse: Eine Lust, sich zu messen (mit deiner Vergangenheit). Freilich mußt du gern und froh die Aura der von dir geliebten oder zumindest gern besessenen Frauen tragen, darfst es nicht verdrängen. Dein bisheriger „Erfolg“ (Glück) gebiert neuen „Erfolg“ (Glück). Dass habe ich heute deutlich im Bus gespürt. Das Erlebnis, A. zu besitzen hat mir Mut und Reiz gegeben, die Aufmerksamkeit einer wirklich schönen (Ähnlichkeit mit Angelika Domröse), beherrschten, und befriedigten modernen Frau zu erregen, obwohl sie ursprünglich wirklich uninteressiert war.






