Einem Hinweis Dr. Blühers folgend sichte ich „Handbuch der Psychologie“, Göttingen 1964, Bd. „Psychodiagnostik“, um Hinweise zur Biografieforschung zu kriegen. Dort, S. 875f zur Lebenslaufanalyse:Bühler 1959 gliedert den Lebenslauf nach obj. Daten (Ereignissen, Handlungen), subj. Daten (Erlebnissen) und Leistungen (Produktionen = biol., soziale, geistig-kulturelle, mat. Wertschöpfungen). Dort Hinweise auf Thomae, Salber u.a. und den Bd. 4 desselben Handbuchs.
Ich greife aber zur aktuelleren „Die Psychologie des 20. Jahrhunderts“, 1977, Kindler Zürich, Bd. 5, Kapitel „Fallstudie und Längsschnittuntersuchung“ von H. Thomae, S.213-235. Dieser Aufsatz ist gründlich auszuwerten. Hier halte ich nur die 4 Grundforderungen Thomaes an den Bearbeiter einer Lebensgeschichte fest:
1.Überschaubarkeit der Bedingungen des Phänomens und des Berichts darüber
2. Unvoreingenommenheit
3. soziale Konkretheit (Einbettung) der Aussagen
4. Vollständigkeit der Darstellung
L. zum Fasching ich zum Festival des politischen Liedes (Politkirmes).
Wie könnte sich unsere Beziehung weiterentwickeln? Sie wird den Brocken runterspülen, der ihr in der Kehle sitzt, sobald Gelegenheit ist, ob bei diesem Fasching oder später. Das ist sie sich als „unabhängige“ Frau schuldig. Möglicherweise muß ich aber auch einen solchen Denkzettel kriegen, um nachhaltig von meiner Lust an Amouren (so weit Ursachen bei mir liegen) geheilt zu werden….
Und doch ist dieser Schritt, den sie wohl gehen wird, zumindest gegenwärtig für sie keine reine Freude. Denn mit meinem unakzeptablen verhalten wurde ihr zugleich die Unhaltbarkeit ihre eigenen Verhaltens viel nachdrücklicher bewußt. So ist sie - nach ihren eigenen Worten- verwirrt, und ihr Händedruck spricht eher von gestiegener Zuneigung. Diesen gordischen Knoten wird sie vermutlich durchhauen. Wenn der Teufel das will, bringt ihr das paradiesische Erlebnisse und damit für uns drei höchste Gefahr und gar das vorläufige Aus. Wahrscheinlicher scheint mir aber, daß dieser Sprung ins kalte Wasser ein sehr zwiespältiges Erlebnis wird und bald zu ernsthafter Reue führt, die uns dann, zusammen mit der Härte, die das in in jedem Fall für mich bedeutet, auf einer besseren Ebene wieder ordentlich zusammenführt.
Ich schreibe dies alles fast wie ein Außenstehender, sogar mit einer Spur von Belustigung darüber, wie das „Schicksal“, selbst wenn ein Stückchen davon richtig erkannt sein sollte, unbeeindruckt davon seine notwendige Bahn zieht.
Eigentümlich auch der Gedanke, daß die eben gestellte Frage im Moment dieses Schreibens vielleicht schon entschieden ist.
Auf jeden Fall war es nicht schlecht, in dieser Zeit durch die politischen Lieder erneut von dieser anderen Seite des Lebens zu erfahren.
Es traten auf:
„Cancione delle Lame“, Italien; Gerd Schöne, DDR; „Trovante“, Portugal; „Adhoc-Singers“, USA; „Kollektief international Nieuwe“, Niederlande; Hannes Wader, BRD; „Illapu“, Chile.
Es war wieder ein schönes Erlebnis. Und jeder der Auftretenden brachte etwas Gutes, selbst Hannes Wader, der Starmanieren hat.
Die beeindruckenden Erlebnisse dieses Festivals lassen den Wunsch nach mehr stark werden…. Mehr ist hier nicht nur quantitativ gemeint, vor allem anders, noch besser, mit Übergängen zu Tanz, zu Begegnung und direkter Kommunikation (wie bei den Weltfestspielen), besser im Sommer und im Freien und noch mehr eigenen Aktivität der Jugend (der Schulen z. B.) bei der Organisation. (Es müßte billig sein und romantisch.)
Auf dem Rückweg treffen wir Chr. Donath, die Grafik (10,-M/Radierung) angeboten und nichts verkauft hatte. Morgen geht sie nochmal.
Wenn F. etwas gebaut hat, und er baut sehr schön Straßen, Brücken, Häuser aus seinen Klötzern, dann kommt der Zeitpunkt, wo ihn eine wahre, elementare Zerstörungs“wut“ packt, und er alles bis auf den letzten Stein durcheinanderwirbelt, so als müsse er sich von der Fesselung durch das Geschaffene befreien…

Chris berichtet von ihrer Schule, von Lehrern, die sich auf ihre halbmilitärischen Umgangsformen mit den Schülern etwas einbilden: „Aufstehen!“, „Raustreten!“ (aus der Bank), „Danke, Setzen!“
Jede Stunde wird „zackig“ gemeldet, daß die Klasse zum Unterricht bereit sei (auch wenn Einige gerade erst noch ‘reinkommen).
Wann sind Eindrücke für uns wirklich Eindrücke?
Heute sah ich in der Bahn eine interessante, bleiche, dunkle Frau, eine „seelische“ Schönheit. Ich denke an andere Tage, die sofort ein scharfes oder auch nur starkes Mannesinteresse geweckt hätten. An diesem Tag wurde der Eindruck kaum wahrgenommen und löste nichts aus.