# So sieht Band 3 meines Tagebuchs aus, mit dem ich nun beginne.
Als ich das Buch aufschlage, erlebe ich eine Überraschung. Der erste Eintrag ist von 1970. Auf den ersten 15 Seiten habe ich Notizen von meinen Waldläufen und anderen Ausdaueraktivitäten der Jahre 1970 bis 1976 festgehalten. Auch eine Anzahl Urkunden und Teilnahmebestätigungen sind beigelegt. Erst danach geht es mit dem Protokoll vom 28. Mai 1982 weiter.
Nun also ein Exkurs in eine Zeit, in der ich noch nicht systematisch Tagebuch führte.
Als ich 30 Jahre alt geworden war, hatte ich das Gefühl, ich müsse etwas gegen das Einrosten tun; dies umso mehr, als befreundete Nachbarn begeisterte Sportler waren. Eine schöne Waldstrecke in der Nähe unserer Wohnung war bald gefunden (und vermessen – eine Runde war 1280 m lang) und das regelmäßige Laufen, gemeinsam oder einsam, begann. Hier meine Ergebnisliste von 1970:
Mein bester Freund lebte in Stralsund. Er begeisterter Ausdauerschwimmer. Ich begeisterter Ausdauerschwimmer. Was lag näher, als gemeinsam am jährlichen Sundschwimmen, der Durchquerung des Strelasund von Altefähr auf Rügen nach Stralsund-Badeanstalt, teilzunehmen? In den Anfangsjahren lag der Termin oft so früh, daß es manchmal lausig kalt war. War das Wasser kälter als 15°C, hätte das Schwimmen ausfallen müssen. Undenkbar bei dieser populären, über Monate vorbereiteten, Veranstaltung. Am Tag des Schwimmens war das Wasser IMMER mindestens 15,5 °C, manchmal auf wundersame Weise, wenn es am Vortag noch zwei Grad kälter gewesen war. Teilnehmerzahl war auf 300 begrenzt, aber es wurde keiner abgewiesen, der kurzfristig angereist war. Helden waren natürlich immer die ältesten TeilnehmerInnen (über 80-Jährige) und ein Teilnehmer ohne Arme, der Jahr für Jahr die Strecke bewältigte. Bei Google findet man viel Aktuelles über das Sundschwimmen.
Eine Zeitlang nahm ich an Leistungswanderungen teil. Von einer der schönsten Wanderungen stammt diese Urkunde:
Ich lernte das Völkchen der Sportwanderer kennen. Man wetzte mit 5 bis 6 km/h durch die Landschaft „Rund um Berlin“. Bei meiner letzten Wanderung – es ging über hundert Kilometer von Strausberg nach Wandlitz – kam mir das Ganze plötzlich albern vor, und ich hörte mittendrin auf. Die körperliche Anstrengung für den Zeitaufwand eines ganzen Tages war mir zu gering, und der Gewinn an Landschafts-/Kultureindrücken bei knapp 6km/h über Stock und Stein (also mit dem Blick zu Boden) gleich Null.
Soweit ein Rückblick. Mit dem nächsten Posting geht es wieder mit dem Mai 1982 weiter. #































