Archive for Dezember, 2008

20. Oktober 1982 – F.

Montag, Dezember 15th, 2008

F. ist ein Unikum.

Er kippelt auf der Fußbank herum, fällt auf die Schnute, Gebrüll, Aufstehen, er kippelt weiter, noch waghalsiger. Mit einer Verbissenheit ohnegleichen muss er das versuchen, was ihm gerade schmerzhaft misslungen ist. L. erkennt (in dieser Uneinsichtigkeit) mein Urbild. Ich erkenne (in dieser Risikogier) ihr Ebenbild. Übrigens gelang es ihm beim zweiten Versuch tatsächlich in den waghalsigsten Stellungen – mit einem Bein auf einem Bein der auf den Rücken gelegten Fußbank – zu balancieren – sich mit einer Hand am wackelnden Schuhregal festhaltend – ohne umzukippen.

Wir beide – nach vielen Warnungen – sahen begeistert zu, auf den nächsten Sturz hoffend, vergeblich, während der Kerl uns triumphierend ankippelte.

Heute morgen verzweifeltes Gebrüll, da es nüchtern (mit Fieber messen) wegen der Polypenoperation zum Arzt geht. Er ist von imponierender, ausdauernder Eigenwilligkeit. Jedoch Festigkeit + Ablenkung (geschickte Orientierung) zu der bei ihm noch die Ermüdung kommt, bändigen ihn schließlich doch..

Gestern (und schon manchmal) hält er über Stunden durch genau das Gegenteil von dem zu machen, was man fordert. (Dadurch wird es u. U. Sogar leichter, ihn zu lenken.)

 

19. Oktober 1982 – Brief an Karl Heinz (Kadergespräch)

Montag, Dezember 15th, 2008

Kadergespräch beim Generaldirektor des Kombinats “Sekundärrohstoffe”. Der Weg zur Arbeitsstelle Sero wäre sympathisch, kaum 20 min zu Fuß. Der GD will mich. Bestätigung der Fachabteilung ZK notwendig. Jetzt beginnt der offizielle Weg, Anforderung der Kaderakten usw.

Das “ND” heute voller bedeutender Informationen: Bericht über “100 ausgewählte Grafiken” (mit “Franz an der Ostsee”); Bericht über Betrieb Berlin des VEB SERO; Bericht über Gesang der “schönen Müllerin” (für Evi); Theaterplan November.

    “Liebe Ch.!

    Nun habe ich glücklich von R. erfahren (nachdem Du auf zwei Briefe von mir nicht geantwortet hast), daß C. arbeitet bzw. zur Armee kommt. Warum Du mir das nicht mitteilen kannst, verstehe ich nicht.

    Daß ich in dieser Zeit keinen Unterhalt zu zahlen habe, kann doch wohl kein Streitpunkt sein.

    Anbei der Unterhaltsscheck für Oktober für C.

    Mit Gruß

    P.”

    # (“Kommunikation” geschiedener Eheleute) #

     

    Lieber Karl Heinz (und Waltraudchen) 19.10.82

    [...] Gerade bin ich nämlich von dem Kadergespräch beim Generaldirektor des Kombinats SERO zurückgekommen. Dies ist positiv ausgegangen, bis auf Restpunkte, die sicher zu klären sind. Jetzt beginnt der offizielle Weg, angefangen bei der Anforderung meiner Kaderakte bis zur Beantragung meiner Berufung (die ja beim übergeordneten Organ, dem Ministerium, zweifellos klar geht, im Falle meiner Funktion aber auch von der Fachabteilung des ZK bestätigt werden muss).

    Damit wird es jetzt auch mit Deiner Bereitschaft, bei der ZF anzufangen ernst, oder gibt es bei Dir inzwischen neue Entwicklungen?

    Sicher wird bis 8.11. noch nicht viel passieren, da mein Chef und ich bis dahin noch im Urlaub sind, wenn aber danach das entsprechende Gespräch geführt wird, möchte ich Dich vorschlagen. Dann oder auch vorher, wie Du willst, können wir auch gerne mal ausführlich über die ZF-Arbeit reden. [...] “

     “Liebe Evi! 19.10.82

    In diesem Brief geht es ja mehr ums Kulturleben, wenn es Dir besonders um Dein Studium geht, dann kann Dir höchstens die Briefmarke etwas geben. Oder sind medizinhistorische Kenntnisse bei Euch nicht gefragt? Wie ist überhaupt die Affäre mit dem Zeitungssuchen um den Kohl ausgegangen? Und sonst? Sicher fasst Du zunehmend Tritt beim Studieren oder Pauken.

    Daß Du Dich gemeldet hast, hat mich sehr gefreut, war so früh nicht erwartet. Auch traf mich Dein Anruf gerade in einem Augenblick, in dem ich fast Sehnsucht, wenn nicht nach dem Krankenhaus, so doch nach seiner Geborgenheit hatte. In meiner Freude habe ich erst überhört, daß Dein Anlass ja zur Hälfte darin bestand, mir eine Missbilligung auszusprechen. Sicher zu Recht. Nun haben sich hoffentlich die Gemüter beruhigt. Wenn Du Dir manche Hänseleien anhören musstest (meine Schuld), so waren sie doch sicher nur gutmütig gemeint.

    Anbei ein Theaterplan. Wenn Du magst und kannst, fände ich es schön, würden wir vor dem Dezember (“Yesterday…”) nochmal was unternehmen. Etwas, ganz Weniges von dem, was mich interessiert, habe ich als Vorschlag angestrichen. Wie erfahre ich recht bald Deine Antwort?

    Abgesehen davon, daß ich am 26.10. im Gymnastikraum bei Frau Rudolph bin, wird es wohl das Beste sein, wenn wir uns telefonisch verständigen.

    Übrigens ein- für allemal: Besuche bei mir sind jederzeit und ohne Förmlichkeit gern gesehen. Sag das bitte auch Grit. Anruf vorher ist nur deshalb zweckmäßig, damit ich 1. zu Hause bin 2. die Haustür nicht verschlossen ist und 3. ich irgend etwas zum Verwöhnen da habe.

    Die schöne Müllerin” behalte im Auge (und später auch im Ohr). Die in der Rezension erwähnte “Winterreise” gehört zum Ergreifendsten, was ich kenne, und die “Müllerin” ist wirklich die freundliche Schwester der “Winterreise”.

    Größte Kunst, edel und gleich verständlich. Soviel.

    Ich gestehe – und verscherze es mir damit hoffentlich bei Niemandem – daß ich viel öfter und freundlicher an Dich denke, als dieser Brief ausdrückt und wünsche der lieben Schwester Anmut Glück und mir eine Antwort.

    P.”

     

    18. Oktober 1982 – Evi

    Dienstag, Dezember 9th, 2008

    Zwei Stunden der geistigen Einstellung auf das morgige Kadergespräch. Was wird es bringen? (Mir ist zumute wie an einer Lebenswende.)

    Denken an Heidrun. Es scheint genug Potential vorhanden, um auf eine gemeinsame vergnügliche Strecke zu hoffen.

    Denken an Evi, ja immer, wenn ich an etwas ganz und gar Klares und Schönes denken will, dann denke ich an sie. (Aber ich war auch ebenso froh, als Stefan mich besuchte!)

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    17. Oktober 1982 – Sex mit Heidrun

    Dienstag, Dezember 9th, 2008

    Das erste Zusammensein mit H. läßt bei ihr Wünsche offen. Sie vermißt Leidenschaftlichkeit. (“Überlegst Du Dir immer vorher, was Du tust?”) Sie möchte mich “richtig erleben”. (Ob ich durch das Onanieren an einen phantasielosen, langweilig-zärtlichen Vollzug gewöhnt bin?) H. ähnelt in ihrer Aktivität/Raserei Marita, ist jedoch, mehr als diese, zum Genuß von Zärtlicheit fähig. Mir scheint es wohl möglich, daß sie Probleme hat, den Orgasmus zu ereichen, ich möchte es aber nicht vorschnell annehmen. (Ihr Zögern, das Bett zu bauen. Sie wollte lieber in quasi wilder Manier auf den Polstern genommen sein.) Sie braucht wohl das Gefühl, Verbotenes zu tun, vielleicht sogar, Gewalt zu erleben, zumindest aber, überascht zu werden. (Wer sie überrascht, hat er gewonnen?) Auch die Heimlichtuerei vor Kind und Mutter ähnelt haargenau Marita. Verdrängen des Sexuellen über weite Strecken, nicht unbefangen. Überraschend dann ihre Hemmungslosigkeit mit dem Mund. Ich fragte, ob sie lange keinen Mann hatte (denn sie war erregt, wie die Schwellung bewies, jedoch ziemlich trocken). Ob die entsprechenden Sekretionsbahnen etwas “eingerostet” waren. So erlebte ich zumindest mich selbst.

    Die Frage beantwortete sie nicht. Könnte sie ob der Direktheit verletzt gewesen sein? Ich glaube eher, daß sie sexuelle Kontakte hat, deren sie sich schämt, die sie verdrängt.

    (Erinnerung: Die ungestüme Art, wie sie sich mir im August vorigen Jahres in die Arme gab (nach den Disziplinierungen des Tages) stieß mich ab, empfand ich als berechnend. In Wirklichkeit war es die Aufforderung, zum sexuellen Teil überzugehen.)

    Ihre erstaunliche Kälte nach beendeter Aktion, schon der Abschied vor einer Woche und diesmal:”Ich will ja nicht unhöflich sein, aber ich muss jetzt schlafen, und das können wir hier nicht beide.” Das ist köstlich in seiner Deutlichkeit. Dazu paßt nur der Mann, der kommt, seinen Samen abschlägt und wieder geht.

    Aber widersprüchlich: Denn zugleich will sie mich ja an sich binden für länger. [...] Ich sagte ihr Warmherzigkeit zu, was sie bezweifelte.

    Warum ist eine so schöne, vitale Frau jahrelang allein? Vielleicht weil ihr Sexualleben einer Zwanghaftigkeit unterliegt. Ihre längeren Beziehungen waren dramatisch unbefriedigend, vielleicht hatte sie einige Abenteuer, nach denen sie sich verachtete? Daher könnte ihre tiefe Depressivität kommen, zumindest dadurch verstärkt sein. [...] Während ich dies schreibe: erneut erregt, Lust auf sie.

    16. Oktober 1982

    Dienstag, Dezember 9th, 2008


    Lesen: Eule, ND

    Hören: Mikis Theodoraki, “Axion esti”, RIAS-Sendung über Peter Weiss

    Hesiod – Ingrid Drohms Peter hat schon vor 20 Jahren Hesiod gelesen. Mir damals völlig unverständlich. Jetzt schreibt “Sinn und Form” 5/82 darüber.

    Die große Rock-Oper wird kommen!

    Essay-Band von Werner Liersch: “Die Liedermacher und die Niedermacher”

    Mein Eindruck von meinen Protokollbänden beim gestrigen Stöbern – Viel Schäbigkeit.

    Widersprüche der Gegenwart – Haben wir unsere Gesellschaft in ihrer jetzigen Entwicklungsstufe ungenügend begriffen? Die Unfähigkeit zur Offenheit.

    Die Frage Löfflers und seines Freundes: Wer ist ein bedeutender Philosoph, Ideologe bei uns?

    Die Freuden des Umgangs mit F. spiegeln sich nicht annähernd in diesem Buch.

     

    15. Oktober 1982 – Neue Deutsche Welle. Und Hebbel

    Montag, Dezember 8th, 2008

    Gymnastik,

    Lesen: “Sinn und Form”, 5/82, “Weltbühne” 41/82, BZ, “Budapester Rundschau”, “Kleingarten”

    Noch einmal zum Hebbel-Bild des Menschen als Fluß:

    Ja, und selbst ist man wie ein Wanderer, der die Flüsse quert. Ich steige in den Fluß hinein, er erscheint mir breit, unendlich wie das Meer (besonders, wenn ich halb verdurstet und in Finstern einstieg), seine Strömung trägt mich; doch schwimme ich unablässig weiter, so kommt das andere Ufer in Sicht, ich gehe an Land und überschaue rückblickend von der Uferhöhe den ganzen Strom in seiner Breite (während seine Länge, sein Lauf weiter Geheimnis bleibt).

    Heute früh kommt L. Auf die “Spitzenklöpplerin” zurück. Die unerfüllte Sehnsucht sei die wirklich vollkommene, ideale Liebe (sinngemäß). Sie hebt am stärksten empor und läßt die größte Kunst entstehen. Ich vergaß, daran zu erinnern, daß nur die Erfüllung wirkliche Kinder zeugt, was in gewisser Weise über jedem Kunstprodukt steht. [...]

    Alles in allem: Ich vertrete das übergreifende, das goethesche, das faustische, realistische Ideal; das Werden und Vergehen, das Sehnen (Knospen)/Blühen/Reifen/Sterben (Winterschlafen). Poesie im ganzen Kreislauf, also subjektive Erhöhung, Belichtung, Vergeistigung des ganzen profanen Prozesses, während andere (L.) mit einer Art poetischen (oder auch ängstlichen?) Starrsinns auf der Phase beharren, die alles Schöne im Kern enthält (ohne seinen Untergang mitzufühlen, ohne sein Janusgesicht zu erkennen….

    Mit der idealen Sicht zerbricht die Sicht oder es kommt die freie Sicht.

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    Else Lasker-Schüler, um 1905

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    Neue Deutsche Welle:

    Wir sind glücklich!

    Solange der Bildschirm die Träume uns gibt,

    Solange der Kanzler uns so innig liebt,

    Solange die Hoffnung im Frühformat winkt,

    Solange die Sonne im Osten versinkt…

    [...]

    Ein Lied der aufs Streckbett gespannten Ironie, nicht das einzige dieser Art; wieviel noch deutlichere mag es geben, die nicht gesendet werden?

    Auch das Lied “Vergiß es, vergiß es…” drückt durchaus “Zeitgeist” aus, besonders der Refrain:

    Vergiß es, das Leben geht weiter,

    bis zur Grenze, dann kommt mal’n Ende.

    Vergiß es, vergiß es, es kommt, wie es kommt,

    Ist doch klar, daß nicht jeder oben schwimmt.”

    Gehirnamputiert”

    Da war so ein Traum.

    Es ist was Tolles passiert,

    Ganz aus Versehen, gehirnamputiert.

    Nie mehr Probleme,

    Egal was passiert,

    Bist Du gehirnamputiert.

     

    Durch Realität schon völlig frustriert,

    Doch dann dieser Traum gehirnamputiert.

    Problemloses Dasein ist garantiert,

    Bist Du gehirnamputiert.

     

    Du fühlst Dich wohl, es geht Dir gut,

    nie mehr Probleme,egal, was passiert

    bist Du gehirnamputiert.

     

    Warum wurde diese “Welle” produziert? Wird sie mit Kohl als Bundeskanzler weiter produziert?

    Die ausgewählten Texte repräsentieren aber nicht das ganze Gesicht dieser Welle. Sie deuten mehrt an, woran die Manipulatoren anknüpfen.

     

    Und das Meisterstück, textlich, wie musikalisch, wie interpretatorisch, das “Lied von der Königin” (wie die Szene einer Oper!).

    Na so eine komische Königin,

    die hat ja Räder unten dran.

    Na, das ist ja eine Königin,

    Wärst Du da gerne Untertan?

    Rollt sie durch ihr Reich,

    Vom Gebirge bis zum Deich.

    Sie rollt und rollt ganz ungeniert,

    Wie toll sie dabei noch regiert,

    Eine tolle Königin.

     

    Bergab regiert sie ziemlich milde,

    Bergauf schimpft sie auch manchmal wilde,

    Bergab weht ihr Gewand, das Schöne,

    Berauf senkt sie auch mal die Löhne.

    In der Stadt ist ihr das Volk lieb und teuer.

    Im Wald erhöht sie dann die Steuer…

    Eine perfekte Königin,

    Prima, prima

    Mit Rädern unten dran.

    Hebbel: Ich glaube eine Weltordnung, die der Mensch begreift, würde ihm unerträglicher sein, als diese, die er nicht begreift. Das Geheimnis ist seine eigentliche Lebensquelle, mit seinen Augen will er etwas sehen, aber nicht alles; sieht er alles, so meint er, er sieht nichts.” (182) Vergl. S. 188: “Der Mensch ist die Kontinuation des Schöpfungsaktes, eine ewig werdende, nie fertige Schöpfung.”

    Interessant zum (systematischen) Denken, das nicht eine allgemeine Gabe, sondern ein ganz besonderes Talent sei…. (184). Er betont die Produktivität (Kreativität) des echten Denkens.

    Beschäftigung, nur Beschäftigung, und man ist geborgen, man weiß solange nichts von sich, als man etwas tut.” (185)

    Goethes spätere Urteile… sind nicht Urteile seines Magens, sondern seines Gaumens.” (186)

    Einen Sachverhalt in ein richtiges, reiches, leicht verständliches Bild setzen, wie hier H. können wir heute so schlecht. Wir versuchn eine Gestalt durch Abstraktionen zu umreißen. Doch die Abstraktionen sollten selbst wieder in Gestalten sclüpfen, sollen “tanzen”, wenn sie für uns da sein wollen.

    Ehemals waren die Erwachsenen, wie die Kinder; wie hoffnungslos sind die Zeiten, wo die Kinder wie die Erwachsenen sind. Warum lernen wir so viel und so schnell!” (187)

    (Kaum ein Gedanke von H., der nicht “aufgehoben” werden muß.)

    Es ist kaum ein Trost, daß wir immer höher kommen, da wir immer auf der Leiter bleiben.” (189)

    Zum Geist: Es könnte sein, weil er aus fremden Welten stammt, daß er “uns nur besuchte, nicht aber in uns wohne.” (191)

    (Er tappt auf etwas Richtiges, Tiefes. Das Wesen des Menschen ist kein dem Individuum innewohnendes Abstraktum.)

    Nicht, was der Mensch soll: was und wie er’s vermag, zeige die Kunst!” (193) (Dann wird sie realistisch sein.)

    Nichts kann bewiesen werden, als – was zu beweisen sich nicht verlohnt.” (193)

    Man verfault im bloßen Umgang mit sich selbst.” (193)

    Stoff ist Aufgabe:Form ist Lösung.” (194)

    Die Prosa stellt das Gedachte, die Poesie das Gelebte dar.” (195)

    Unsere Tugenden sind meist die Bastarde unserer Sünden.” (198)

    Die Erinnerung ist das einzig Feste, was dem Menschen bleibt; dies sollte der Bösewicht bedenken, daqnn würd’ er sich nicht aus so vielen Stunden Höllen zusammenzimmern.” (198)

    (Die Erinnerung! – ein großartiger Gedanke (für junge Menschen).)

    Philosopheme: Verstandesträume” (199)

    Das Aufbrausen ist die Lebensäußerung des Zorns und zugleich sein Tod.” (200)

    Jeder Klotz paßt hin, wo man ihn hinstellt.” (201)!

    Die Poesie soll alle Strahlen des Menschen, dieser Nebelsonne, auffangen, sie verdichtet auf ihn zurückleiten und ihn so durch sich slbst erwärmen.” (201) “Das Leben gehört soweit in die Poesie, als es innerlich produktiv ist.” (210)

    Nur das Geendete ist unendlich.” (202)

    Das Gemeine ist verloren, sobald es kämpft.” (205) (Wenn’s doch so wäre!)

    Es ist ungleich sündlicher, das Göttliche inm unserer Nähe nicht zu ahnen, es ohne weitere Untersuchung für sein schzwarzes Gegenteil zu halten, als es in weltmörderischer Raserei zu zerstören, weil wir es nicht besitzen können.” (208)

    Sagen wir “das Neue”, statt “das Göttliche”, wie steht es dann um uns?

    Das Göttliche in seiner Nähe zu ahnen – ist das nicht der einzige wirkliche Auftrag des Menschen?

     “Schon Ratschläge sind in vielen Fällen Angriffe auf die Selbständigkeit;…” (211)

    (Helfen heißt auf dem vom Subjekt eingeschlagenen Weg helfen.)

     

    Das Bewußtsein ist nicht produktiv, es schafft nicht, es beleuchtet nur, wie der Mond;” (213)

    Die Frucht des Baumes ist nicht für den Baum.”(218)

     

    Notiz übert das Entleeren:

    Mein Prinzip in diesem Buch ist doch, nichts Menschliches auszusparen, nichts “Unmoralisches” zu verdrängen. Es kommt viel Sex zur Sprache. Noch nie kam ich darauf, den Gang zum Abort zu registrieren (wohl aber die Orgasmen). Was ist dafür der eigentliche wesentliche Grund? Physische Selbstverständlichkeiten sind uninteressant; die Atemzüge usw.

    Die Lidbewegungen lohnt es nicht, zu registrieren (solange sie sozial bedeutungslos sind).

    Heidrun stimmte heftig zu, als ich sagte, nichts Menschliches sei mir fremd. (Für mich kulminiert dies in “Schweinereien”. Für sie offensichtlich in Mordgedanken. – Als wir hier nicht dasselbe meinten, nahm sie gleich zurück.)

    Heidrun, eine sensibel-sinnlich-leidenschaftliche Frau mit einem (vielleicht von Kindheit herrührendem) Defizit an kluger Selbstlenkung, -führung. In dieser Hinsicht von gewisser Grobheit, Unbeholfenheit, Ratlosigkeit, die zu ihrer Depressivität führt. H. erwähnte, wie leicht sie manchmal zui rühren ist.

    Ahne ich damit etwas von den “Ufern” dieses Stroms?

    Jedenfalls bin ich ihr gut gesonnen. Doch werde ich mich nicht auffressen lassen.

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    14. Oktober 1982 – noch einmal Tätigkeitsanalyse. Und Hebbel

    Montag, Dezember 8th, 2008

    L. erzählt vom gestrigen Film “Spitzenklöpplerin”, der ganz und gar der Film ihrer ersten Liebe gewesen sei.

    # Hier eine Beispielseite der täglichen Aktivitätenlisten aus dem Tagebuch. #

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    Ein Tag, der mich nach schwerer Nacht müde gemacht hat. Zwar allein aber ganz zufrieden. Der – unerwartet – gute Verlauf des Gesprächs mit Jeanette trägt mich heute. Diese Belastung war doch wohl größer in der Nacht als mir bewußt war.

    # Erläuterung: Möglicherweise vermissen aufmerksame LeserInnen auf der abgebildeten Aktivitätenliste den expliziten Ausweis von Tätigkeiten für das MfS. In der Tat hielt ich mich auch bei diesen Aufzeichnungen an die Regeln der Geheimhaltung. In der hier abgebildeten Aktivitätenübersicht vom 14.10. sind solche MfS-Aktivitäten unter 5.15.2 = “Kommunikation, Gespräche, Geselligkeit mit mehreren Partnern” klassifiziert, und nur mir ist aus den mitgeteilten Namen der Partner, in diesem Falle Jeanette und Sean, die spezielle Art der Tätigkeit erkennbar. #

    Nun freue ich mich auf den Sonntag mit Heidrun, die ich morgen vielleicht mal anrufe.

    Im Kopf bildet sich schon der Brief der nächsten Woche an Evi.

    Netter Schwatz mit A. und R; wenn diese Runde doch nun hoffentlich wirklich meine Ausstandsrunde gewesen ist!

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    Hebbel: “Ich bleibe dabei: die Sonne scheint dem Menschen nur einmal, in der Kindheit und der frühen Jugend…”

    Tieck: “Nur wer Kind war, wird Mann.”

    Hebbel ebd. über seinen Vater: Er war herzensgut “aber die Armut hatte die Stelle seiner Seele eingenommen. Ohne Glück keine Gesundheit, ohne Gesundheit kein Mensch!” (S. 177)

    Hier ist Hebbel Materialist. (Vergl. S. 185, wo H. schreibt, daß ihm pekuniäre Rücksichten das zu häufige Briefeschreiben verbieten oder S. 186: Er habe “seit 21/2 Jahren, einen Sommer ausgenommen, nicht mehr warm gegessen…”

    Diese ungeistigen Nebensächlichkeiten sind unerhört wichtig!

    der größte Fortschritt der neueren Zeit, daß der Mensch sich jetzt nicht bloß wohl befinden, sondern auch gelten will…” (178)

    (Etappen der Persönlichkeitsentwicklung in der Geschichte! Und heute?)

    Die Menschheit läßt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.” (181)

    Auch das ist knurrig materialistisch.

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    13. Oktober 1982 – statistische Persönlichkeitsanalyse – kaum erwähnte Seite meiner Aufzeichnungen

    Donnerstag, Dezember 4th, 2008

    Nun schon etliche Seiten “Zarathustra” gelesen. Es stellt sich, nicht aus Voreingenommenheit, eine Menge Widerwillen ein. Natürlich gibt es treffende Einzelformulierungen. Interessant manchmal der Versuch, anders, schöpferisch, über-, zu sein. Welche Berührungspunkte meiner Tabula-rasa-Vorstellung vom Menschen mit seinem Übermenschen?

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    # Überlegungen zur Interpretation meiner Tagebuchaufzeichnungen #

    Bis hierher, also in 120 min, rein statistische Aufbereitung von 9 Tagen. Dabei fehlen noch die einfachsten statistischen Zusammenfassungen und Verallgemeinerungen, von inhaltlichen ganz zu schweigen. Die einzige inhaltlich wertende Gruppierung ist die nach dem besonderen Partner. Vielleicht sollte der besondere Lese- überhaupt Kunsteindruck dazukommen, auch das besondere Einzelerlebnis und schließlich vielleicht der besondere Gedanke, der geistige Ein- oder Ausdruck der Woche. Vielleicht ist über die Orientierung auf das extrem Eingeprägte (Ausgeprägte) ein wenig dem Inhaltlichen näher zukommen. Im Grunde aber fehlt weiter der Weg zur Theorie. Und das ganze Verfahren ist weiterhin zu zeitaufwendig. Vielleicht gewisse Einsparung dadurch, daß die “statistische Aufbereitung” an jedem Tag erfolgt.

    # Zur Erläuterung: Wie schon früher erwähnt, beabsichtigte ich, der phänomenologischen und reflektierenden Lebensschilderung im Tagebuch eine detaillierte, statistisch aufbereitete Tätigkeits- und Bedürfnisanalyse an die Seite zu stellen. Ich unterschied fünf große Tätigkeitskategorien:

    1. Arbeitszeit und arbeitsgebundene Zeit

    2. Hauswirtschaft/Vorbereitung der individuellen Konsumtion

    3. Betreuung/Pflege von Personen

    4. Befriedigung physiologischer Bedürfnisse

    5. Freizeittätigkeiten

    Diese Haupttätigkeiten wurden gemäß der auf den beiden folgenden Bildern sichtbaren Systematik in Unterkategorien unterteilt, wobei sich diese Unterteilung an Lippold 1971 anlehnte.

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    Täglich hielt ich nun, (wie auf der Abbildung zum 14.10.82 (morgiges Posting) zu sehen ist), meine Tätigkeiten mit einer Genauigkeit von 20 min. fest. Die oben erwähnte “statistische Aufbereitung von 9 Tagen” bezog sich nur darauf, die Wochensummen, später die Monatssummen aller Tätigkeitsarten zu ziehen. Diese Werte sollten die Primärdaten darstellen, die ich später (schon damals dachte ich an meine Rentnerzeit) auf ihre Zusammenhänge und Tendenzen untersuchen wollte. #

    Gedanken, Aussprüche Anderer, die sich, fern meiner bewussten Absicht festhaken. [...]

    Z.B. Evi fragte mich, ob ich “für eine andere Frau Verantwortung trage”. – Dieser schöne Ausdruck des “Verantwortung Tragens”. Aber auch die Fragwürdigkeit des Verantwortung Tragens für Andere.

    Heidrun: ”Ich möchte, daß Du mich formst.” Das klang sehr nach Schmeicheln meiner Eitelkeit, nach Berechnung. Nicht aber auch wie ein Hilferuf, ein “Sich-ins-Vertrauen-ergeben”? Die damit gesetzte Ungleichartigkeit der Partner, die Unterwerfung; die Beseelung des Stoffs (?).

    Ist das schon das Geheimnis von Heidrun, von dem ich schrieb? (Freue mich auf den Besitz dieses vollblütigen Weibes, auf unsere wechselseitige Lust und bedaure sie um den mehr bei ihr liegenden Schmerz, werde ihr nicht mutwillig wehtun.)

    Es lohnt sich schon, dem Unterschied von schönen einerseits und aufreizenden Aktfotos andererseits auf die Spur zu gehen.

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    Meine Lust zu Grübeln verleitet mich, notwendige Kommunikation zu sparen. Die Nichtbefriedigung dieser Kommunikation (vielleicht besonders stark erotisch-sinnlicher Kommunikation) wirft mich auf das Sexuelle oder gar Pornografische zurück. Insofern war die Krankenhauszeit lehrreich. Die Überfülle der Kommunikation [...] ließ mich die Schalheit des Pornografischen empfinden. (Pornografie – bezweckter Genuß einer Erotik, Sexualität ohne menschliche Bindung.)

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    Auch in der Nacht vom 10. zum 11. spürte ich diesen Scheideweg. Der erotische Drang hätte mich “normalerweise” zur Selbstbefriedigung getrieben, so aber schrieb ich einen Brief an Heidrun, kommunizierte also und kam aus dem sexuell Zwanghaften heraus, verwandelte es in Vorfreude auf ein (zweiseitiges) Liebeserlebnis.

    12. Oktober 1982 – ein sinnvolles Leben führen; Brief an Mayerl

    Mittwoch, Dezember 3rd, 2008

    # Abschrift Protokoll Band 6 beginnt. #

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     Bus nach Buch, Blutabnahme, beim GD Sero, Anruf von Heidrun (die sich freut, daß ich mich freue).

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    Versuch Anruf bei Gross, klappt nicht. Gymnastik – So wie es wieder in der Wade brennt… verdammt, ich könnte es mit der Angst kriegen. Anruf von Roderich. Brief an Mayerl.

    In der Kunst wie im Leben: Sich wiederholen oder Realist sein!

    [...]

    Dieser Akt sagt nachdrücklich, wie schön Teilansichten, Detailaufnahmen sein können.

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    Vor kurzem schrieb ich, daß ich ergründen möchte, wofür Evi, Angehörige dieser Generation der 20-Jährigen, leidenschaftlich sind. (Ich glaube die einzige wirkliche Leidenschaft ist die für die Schönheit des Lebens.) Genauso möchte ich das von Frau Rudolph wissen, die wieder ein anderes Jahrzehnt, das der 30-Jährigen repräsentiert. Frau Rudolph, die sich ziemlich mühsam durch Aitmatows „Weißen Dampfer“ quälte, die Spitzweg mag aber nicht „Schulmeisterlein Wuz“.

    Ich ergrübelte mir, nicht wenig geleitet von Goethe, daß der Sinn des Lebens darin besteht, es schön zu finden. (Ein ähnlicher Scheinzirkel wie der von Strittmatter, wenn er sinngemäß sagt, sein Nachdenken führe dazu, daß der Sinn des Lebens darin besteht, darüber – genussvoll – nachzudenken.)

    Andere (Evi; Grit) grübeln darüber nicht, sondern finden das Leben einfach tatsächlich schön, freuen sich ihres Lebens. Im Extremfall erfüllen sie den Sinn des Lebens, ohne je einen einzigen tieferen Gedanken daran zu verschwenden.

    Solche Lebenshaltung und –praxis ist nur unter ganz bestimmten („gesunden“) Lebensverhältnissen möglich. Diese müssen möglichst bewußt geschaffen werden. Der Versuch, ausschließlich aus individueller Sicht, ohne tieferes (philosophisches) Nachdenken, ein „schönes“ Leben führen zu wollen, führt notwendig zu Kollisionen (mit den eigenen „Fernwirkungen“), gefährdet die Ziele und zwingt dann zum Nachdenken. Das Neue in diesem Prozess besteht zunehmend darin, daß dieser Prozess immer weniger spontan ablaufen soll, also auf einer hohen Stufe des sozusagen normalen „Vorausdenkens“.

    # Zu Willibald Mayerl vergleiche hier. #

    Werte Herr und Frau Mayerl!                                                 Berlin, 12.10.82

    Mein Besuch bei Ihnen liegt schon solange zurück, daß ich am besten damit anfange, mich noch einmal vorzustellen. Ja, ich bin der Herr K. aus Berlin, der Sie Ende März des Jahres aus Interesse für die Bilder Ihres Vaters bzw. Schwiegervaters besuchte und der versprach, sich wieder zu melden. Sie waren damals so freundlich, Frau Mayerl, mir die Bilder zu zeigen und haben mich auch reichlich mit Katalogen versehen.

    Warum ich mich nicht gleich im April wieder meldete weiß ich jetzt nicht mehr. Dafür war der Grund danach umso zwingender: Seit April/Mai hatte ich zunehmend unter Ischias/Bandscheibenvorfall zu leiden und war, wie man so sagt, 3 ½ Monate ans Bett gefesselt. Vorgestern wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen.

    Mein Interesse für die Bilder Ihres Vaters ist unvermindert groß, und wenn es möglich wäre würde ich gerne eins kaufen,natürlich keins der Riesenformate und auch keins aus der „naiven Zeit“, sondern aus der Bergmannszeit.

    Ist es zu viel verlangt, wenn ich Sie bitte, mir brieflich mitzuteilen, ob Sie überhaupt verkaufen und wenn ja, in welcher Größenordnung sich der Preis bewegt? (Wie gesagt, für ein Format, das man sich in die Stube hängen kann.)

    Übrigens ist ein Bekannter von mir an dieser Frage ebenso interessiert, wie ich. Er ist ein großer Liebhaber und ich darf wohl sagen auch Kenner besonders von Grafik. (Wir sind beide nicht reich, verlangen aber auch nichts geschenkt.)

    Bitte geben Sie eine kurze Antwort (denn die Reise ist ohne Auto all zu umständlich) und seien Sie herzlich gegrüßt, von

    P. K:

     

    Welche tieferen Motive treiben weibliche Aktmodelle, alle ihre Reize zu offenbaren? Ist es vielleicht das Selbstbewusstsein (oder auch Machtbewusstsein) für einen Mann viel zu schön zu sein, der Wunsch, die ganze Welt zu Füßen zu haben und nicht nur zu Füßen, diese ganze Welt in sich aufzunehmen und zu befriedigen und so die Mutter und Hurenkönigin von allen zu sein?(Dasselbe Streben treibt den Mann in die letzte Falte des weiblichen Körpers.)

    11. Oktober 1982 – Ende des 5. Bandes

    Dienstag, Dezember 2nd, 2008

     Abschiedsbesuch in Buch. Dr. Krause schreibt mich schon heute für den 23.10. gesund. Das ist überraschend für mich.

    Treffen mit den Zimmerkumpels, dann mit Dr. Krause, Dr. Piotrowski, Dr. Hahn, Schwester Christa, Schwester Cordula, Frau Rudolph. Ich baue meine Geschenke auf: drei Flaschen Sekt, selbst gepflückter Blumenstrauß aus dem Garten, eine Grafik, mein Dankgedicht “Mein kleines Testament”.

    Telefoniert mit Dr. Hahn, die sehr freundlich ist. Fester Händedruck mit ihr beim zufälligen Zusammentreffen. Ein Roman mit dieser Schönheit, das wäre….!

    Eilbrief von H. Gross.

    Zum ersten Mal lese ich marxistisch-leninistischer Philosoph etwas von Nietzsche, “Also sprach Zarathustra” – und bin verwundert.

    Spätabends Kassette “Neue Deutsche Welle”, “Gehirnamputiert”, “Wir sind glücklich”, “Die Königin”, “Eiszeit”.

    Damit schließt sich dieser Band des Schmerzes und des Duldens. Doch noch mehr war es eine Zeit neuer Menschen, neuer Verhältnisse. Es war eine interessante und oftmals schöne Zeit. Ich bin nicht unglücklich über diese zwei Monate.

    Mit dem morgigen Tag beginnt ein neuer Abschnitt, denn ich melde mich beim GD Sero.

    Morgen wahrscheinlich auch Treff mit Gross.

    Und ich könnte wieder erblicken Evi und Dr. Hahn, zwei Kleinigkeiten, über die sich mein Herz am meisten freut.

    Die Einen denken lange nach über den Sinn des Lebens und finden, daß er darin besteht, zu leben.

    Die Anderen leben einfach.

    (Diese Beobachtung ist schon einige Tage bewußt. Sie wird sicher im neuen Band ihre Rolle spielen.)

    Möge dieser bildarme Band mit einer anspruchslosen Freude fürs Auge enden.

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