Archive for Oktober, 2009

18. September 1989 – Wohngebietsfest

Samstag, Oktober 17th, 2009

Nach dem großen Wochenende mit dem Wohngebietsfest.

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Am Samstagfrüh gemütlich mit C. Dann Einkäufe und dann läuft bald der Countdown fürs Fest.

# Das jährliche Wohngebietsfest war immer die größte Aktion meines  WBA im Jahr. (Die zweitgrößte war jeweils der Frühjahrsputz.) Viele ehrenamtliche Helfer engagierten sich, unsere Geldmittel (deren Hauptquelle waren unsere Pflegeverträge mit der KWV) wurden darauf konzentriert. Die folgenden Bilder sind die letzten, die etwas von einer “heilen DDR-Welt” vermitteln können.  #

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Unser Fest hat uns alles abverlangt. Die Helferbasis wird eher schmaler als breiter. Die Zusammenarbeit mit Habermann (WBA14) war ordentlich. Einige Pannen: Die größte: Der böse Regenguß gegen 15 Uhr 20, der unsere Bastelstrecke zusammenbrechen ließ! Ausfall der Marktstände. Auch schlecht: Ausfall der Tanzmusik für die Rentner, ebenfalls der Schülerdisko, und im Vorfeld schon der Motorradsuchfahrt.

Teilnahme etwas geringer (ca. 200 beim Lampionzug). Trotzdem ein Erfolg. Franz und Walli waren begeistert.

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Es sind aber Schlußfolgerungen nötig: Zwingendere - schriftliche – Vorbereitung, neue Ideen für’s Programm. (Gut u.a. das Schildermalen von C. Das Schminken von Chris und Susanne und die Negerküsse), auch gut die Helferversorgung. Übrigens fiel niemand “aus der Rolle”, Polizei kaum anwesend. Ein “wilder Händler” kam mit Jogginganzügen und “bravo”, welche letztere wir uns verbaten.

# Auf unserem Fest tummelten sich einerseits vor allem kleinere Kinder und ihre Eltern und andererseits Rentner, Jugend weniger.Die ganz anderen “Events” (Das Wort gab es noch nicht.) der Jugendlichen habe ich ebenfalls an diesem Tag dokumentiert - ein Dokumentarfilm über Fußballfans von Ernst Cantzler. #

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Am Sonntag, gestern, Ausflug zu viert zum Kloster Chorin. Das Wetter war herrlich, der ganze Ausflug sehr schön, am Ende war ich sehr erschöpft.

Heute Abend “Coming out” in der Akademie der Künste, recht gut.

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17. September 1989 – Sexfotos

Samstag, Oktober 17th, 2009

Am Freitag ein Brief von H. Gross # mein Lieferant “pikanter” Fotos #, mit diesen Angeboten:

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15. September 1989 – historische Fotografien

Samstag, Oktober 17th, 2009

 # Die “fotografische Konservierung” längst vergangenen Lebens hat mich immer fasziniert.#

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14. September 1989 – Ausreiseantrag

Freitag, Oktober 16th, 2009

Abends Ankunft Kurt, mit der Mitteilung, daß Susanne einen Ausreiseantrag stellen wird.

# Die Einschläge kommen näher und näher. #

 

13. September - Agitatorenanleitung

Freitag, Oktober 16th, 2009

Agitatorenanleitung MSAB, im neuen, besseren Stil; alle Genossen rufen danach, die eigenen, inneren Ursachen der Auswanderungswelle aufzudecken und distanzieren sich von unserer Inrformationspolitik.


Pekingoper Nr. 6 im Friedrichstadtpalast.

12. September 1989 – Harte Auseinandersetzungen müssen kommen

Freitag, Oktober 16th, 2009

# Ein Blick ins Original des Tagebuchs, samt zeitgenössischem Abbild des Schreibers und seines pekuniären Hintergrunds. #

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Außerordentlich unzufriedene Stimmung bei den Genossen des Lehrgangs und darüber hinaus mit der Politik unserer Führung – offene Äußerung. Die Blauäugigkeit der Medien wird entschieden verurteilt. Sie reden völlig am Volk vorbei. Selbst Genosse F. erwartet eine entschieden kämpferische, offene Position, nicht bloß eine ADN-Meldung oder einen ADN-Kommentar.

Auch wenn man die Rolle der Westmedien nicht bestreitet, ist keiner bereit die bei uns selbst liegenden Ursachen zu ignorieren – keiner, außer denen, die etwas zu sagen haben. Die Genossen sehen Ratlosigkeit, wenn nicht gar Konzeptionslosigkeit bei der Führung.

C. erzählte, daß Frau Schmidt, ihre Sekretärin, sagte, sie habe gesetern geweint – aus Verwirrung, Unfähigkeit (Unwillen), sich für den Westen zu entscheiden, Hoffnungslosigkeit in unsere eigene Entwicklung.

DDR – „der doofe Rest“.

Ernst ist es, daß Gorbatschow keine ausreichenden Erfolge aufzuweisen hat.

Uns stehen harte Zeiten bevor. Ich erwarte (und erhoffe zugleich) Zeiten harter Auseinandersetzungen in der Partei. Sie sind unvermeidlich und notwendig. Noch geht es erstmal darum, daß sie beginnen; danach wird es sofort darum gehen, daß sie für den Sozialismus in der DDR hilfreich sein müssen, ihn stärken müssen.

Nasdala regiert nun in seinem kleinen Herrschaftsbereich. Mein Leben hat sich wieder vereinfacht, von der zeitweiligen Verantwortung entlastet. Von Bertriebsleitung hat N. nicht mehr Ahnung als ich. In dieser Hinsicht erreicht er nicht G.s Stärke (die einzige Stärke, die er mir gegenüber hatte), und ich verspüre umso deutlicher den reglementierenden Sinn meiner Nichteinsetzung. So ist, den lebendigen Nichtfähigeren vor der Nase, das kränkende Gefühl der Zurücksetzung deutlich spürbar. Ich gedenke, damit bewußt fertig zu werden. N. hat jedenfalls von vornherein das Bemühen klar gemacht, keine „schiefen“ Diskussionen zu dulden.

Übrigens, Blauert, WBA 15, hat sein Wohngebietsfest ausfallen lassen.

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So werden bei uns Ideen in Memoiren u.a.Formen verbuddelt.

11. September 1989 – “alte Leute”

Freitag, Oktober 16th, 2009

Schönes sommerliches Wochenende in Schmachte. Weinstöcke „Blauer Portugieser“ und „Siegerrebe“ gesetzt. Pflanzung weißer Johannisbeere und zweier Loganbeeren. Badefahrt zum Tonsee.

Wichtige Artikel in der BR („Budapester Rundschau“) 36/89 und NZ 34/89 zum Hitler/Stalin-Pakt und seinem Umfeld.

F. erzählte im Gespräch von älteren Leuten…? - von 40- bis 45-Jährigen. So stehe ich auf einmal im Reich des Alters! Er erzählt, daß er Mückenlarven für eine Fische fängt:”Sie sind etwa 8x so lang wie eine Blattlaus.”

08. September 1989 – Lehrgangsbeginn

Freitag, Oktober 16th, 2009

Polaschewski erzählt vertraulich von der doch recht schweren Erkrankung Honeckers.

Gestern die einführende Beratung zu den ML-Seminaren. Interessante, recht scharfe Meinungsäußerungen von Einigen: „Das Abheben oberer Leitungsebenen“, der „Wahlknacks“.

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06. September 1989 – Rolf Henri

Freitag, Oktober 16th, 2009

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Ein würdiges Bild aus unseren Tagen – dachte ich auf den ersten Blick. (Es geht aber um die Verleihung von Mutterkreuzen 1941 in Berlin-Köpenick.)

Gestern Beendigung der Lektüre des Rolf Henri (”Der vormundschaftliche Staat“, Rowohlt 1989). Es findet sich immer Anregendes bei solch rücksichtslosem Schreiben. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, daß wenig Substanz zu finden ist. (Was soll mir Rudolf Steiner als Theoretiker?)

Mit C. darüber gesprochen, ob wohl ein Mensch, der mit Gefühl (mit innerer Verbundenheit) für das Leben der Pflanzen lebt (an ihm innerlich teilnimmt), ob der nicht notwendig psychisch gesund und ausgeglichen ist.

Nach einem Einkauf behindert mich ein kleines Kind mit seinem Fahrrad. Seine sehr junge Mutter:“Laß doch mal den Opa vorbei.“

 

05. September 1989 – Typisch

Freitag, Oktober 16th, 2009


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