Archive for the ‘Macht’ Category

28. Juni 1989 – politischer Pluralismus

Montag, Dezember 31st, 2012

 

890628.jpg # Die sowjetische Dichterin Anna Achmatowa #

A. erzählte, daß Henrik und Harald eine recht negative Meinung über N., # N. ist mein zukünftiger Chef. # den sie seit langem kennen, geäußert hätten. Er sei lahm, lasse sich am liebsten bewundern und andere arbeiten.

In der “NZ” hochinteressanter Artikel über den “Fall” Gdljan/Iwanow. Alles in allem verweist er auf die Verfilzung von “Mafia” und “Bürokratie”. – Das ist Macht, die sich verselbständigt, die Wurzel aller Übel.

Das hat der Kongreß # der Sowjetkongreß in der Sowjetunion # deutlich gemacht. Auf ihm kamen erstmals direkt Volksinteressen zur Sprache. all das geht nicht ohne Meinungspluralismus, der (über geheime und alternative Wahlen) zu erforderlichen Formen des politischen Pluralismus führt.

In “Weltbühne” 26/89 ein typischer Leitartikel von Sus. Schäfer – u.a. Bemerkung über “Personenkult” – das Halblügen der SED!

29. Juni 1989 – Frau Kottke

Montag, Dezember 31st, 2012

 

Frau Kottke

# Sie war die Leiterin des in meinem Wohngebiet gelegenen “Clubs der Volkssolidarität” in der Rheinsberger Straße. Solche Clubs, von denen es viele gab, waren in den Wohngebieten die Anlaufpunkte vor allem für die Alten, Einsamen und Bedürftigen. Es gab Mittagstisch und Kaffe und häufig kulturelle Veranstaltungen. Bei mir war Frau Kottke die Seele des Ganzen, eine zurückhaltende Frau und Ur-Berlinerin, so etwas gibt es. Sie machte ihre Arbeit sachlich, ruhig, freundlich, aufopferungs- und ideenvoll, kurz mit Verstand und Herz. Von “ihren Schäfchen” wurde sie geliebt. Solche Menschen bekommen nie ein Denkmal und sind doch die einzigen, die es verdienen.#

erzählte mir gestern ganz deprimiert, daß ihre Helferin, Frau Steinke, seit vergangenen Montag in die BRD ausgereist sei.

Gestern in “Solaris”, erst 21.00 Uhr, 2 1/2 Stunden, das war anstrengend, aber ein guter Film. Magie Tarkowskischer Filmkunst!

Bin zum anerkannten, ja gefeierten Joghurtmacher aufgestiegen.

Wichtige Artikel in “Gesellschaftswissenschaften” 2/89, so besonders von Ametistow zur Reform des politischen Systems. Interessant S. 175, 183ff über demokratischen Persönlichkeitstyp (und sozialistischen und autoritären).

Dagegen unsere Verhältnisse, die mich immer wieder in Resignation (und Auflehnung) treiben.

30. Juni 1989 – DDR-Größenwahn

Montag, Dezember 31st, 2012

Heute also das Disziplinarverfahren gegen Gr. Gestern HGL-Beratung # HGL – Hausgemeinschaftsleitung # mit extrem geringer Beteiligung. Erstmals Frau Petzoldt dabei. Diskussion zum Thema Kaufhalle – und zur Anspruchslosigkeit.

# Frau Petzoldt, die Frau von Pfarrer Petzoldt. In der Nachfolge meines Wahlgesprächs bei Petzoldts (Vergl. Eintrag vom 18.4. d.J.) hatte eine Zusammenarbeit mit Petzoldts begonnen (Vegl. auch Eintrag vom 28.4. d. J.) Man kann so etwas zynisch betrachten und sagen: Da wollte jeweils die eine Seite die andere benutzen. Ich habe das nie so gesehen, sondern immer als Beweis dafür, daß unsere demokratischen Formen hätten funktionieren können, wenn sie nicht von uns selbst, also von unserer Machthierarchie und unserem Machtverständnis, immer wieder zu reinen Formalien entwertet worden wären. #

Besuch Honeckers in “Magnitka” # Das traditionsreiche sowjetische Hüttenzentrum Magnitogorsk # heute mit 16 Bildern von ihm im ND.

C. erzählte gestern von schulenden Äußerungen des Dr. Schuchardt vom Außenministerium – DDR-Größenwahn. (Ähnlichen Größenwahn fand ich in den Äußerungen der Helga Labs # Leiterin der Pionierorganisation # auf dem pädagogischen Kongreß über unsere einzigartige Parteiführung.)

04. Juli 1989 – Pekingtrommeln, mein Schweigen

Sonntag, Dezember 30th, 2012

C. las mir ein Interview mit dem Prawda-Korrespondenten in Peking vor (aus der “UZ”).

Gestern als WBA-Vorsitzender zum “Tag der VP” im neuen Revier Brunnenstraße gratuliert. Man unterhält sich über das gleichzeitig (15-18 Uhr) stattfindende Pekingtrommeln, das herüberschallt. Der VP-Revierleiter sagt, er könne nicht einschreiten, weil niemand wegen “ruhestörenden Lärms” eine Anzeige erstattet. Man sagt: “Bei uns wird es das (Tien an men) nicht geben.” Es heißt, daß die Kirche weiterhin die Wahl angreifen werde.

Ich sage dazu nichts,… hätte sagen müssen, daß auch in meinem Wahlkreis andere Ergebnisse als die offiziellen erreicht wurden. Ich “fresse es in mich hinein” – spüre es am Magen – und denke zum 1. Mal, daß ich bei der nächsten derartigen Situation (Wahl) demonstrativ den WBA-Vorsitz niederlegen sollte.

In Gewi 2/89 M. Mamardaschwili – zu Descartes, Kant, Kafka – Rolle der Individualität in der Zivilisation. Auch heute ein Lesetag – in sowjetischen, gesellschaftswissenschaftlichen Publikationen.

Ich bin ein politisch-ideologisch enorm aktivierter und zu weitgehender Untätigkeit gezwungener Mensch.

Doris erzählte, daß wir ab September 89 keine Hörer mehr an die Parteihochschule der KPdSU schicken. Sie erwähnte den Aufbau der Freidenkerbürokratie.

05. Juli 1989 – das Totschweigen!

Sonntag, Dezember 30th, 2012

Gestern F. und L. zur Bahn gebracht, nach Rumänien/Bulgarien.

C. erzählte von der kontroversen Diskussion bei der Vorstandstagung des VFF # VFF- “Verband der Film- und Fernsehschaffenden”, wo sie arbeitete # und davon, wie Erich Hahn unter aller Kritik aufgetreten sei.

Heute Agitatorenanleitung im MSAB. Ich bin mal wieder dabei. Denda und Ritter greifen den Bericht M. Dittrichs an (zur “Konterrevolution in Peking”, er selbst ist nicht da.) Ich nehme noch einmal zur Kommunalwahl Stellung. Ich erlebe wieder, (genau wie C. am selben Tag) die Taktik des Nichreagierens der Verantwortlichen, des Totschweigens.

Tiefe moralische Krise unseres Systems!

Hab’ wieder etliche APN-Broschüren gekauft, so auch N. Schmeljow – überzeugende Qualität!

# APN-Broschüren – APN war ein sowjetischer Verlag, der aktuelle politische Materialien fremdsprachig, darunter auch in deutsch veröffentlichte. In Berlin war es möglich, diese Perestroika-Literatur (die inzwischen offiziell verpönt war) im HdSWK, dem “Haus der sowjetischen Wissenschaft und Kultur” in der Friedrichstr. zu bekommen. #

06. Juli 1989 – politische Krise und persönliche Krise bedingen sich

Sonntag, Dezember 30th, 2012

 

Ruhiges Gespräch mit C. über das Deprimierende unserer Lebenssituation. (Ihre Kollegin, Frau Schmidt, war in grotesker Weise 1 1/2 Monate in den Kampf um eine Jugoslawien-Reise verwickelt, die ihr nun abgelehnt worden ist. Frau Müller erzählte von einigem Drumherum um den Hausbau für Katharina Witt und erzählte, daß es in Hohenschönhausen Häuser bzw. Wohnungen für Stasi-Angehörige gebe, deren jede mit Sauna ausgerüstet sei.)

C. klagte über Magenschmerzen, sie meinte, aus diesen Gründen. Mir geht es ja ganz ähnlich, wenn ich gegen Beton renne.

Der kürzliche VP-Geburtstag, die Agitatorenanleitung – das Fehlen jeglichen Selbstzweifels bei dieser Nomenklatura. Das Fehlen jeglicher Wahrhaftigkeit. Es läuft darauf hinaus auf das unverblümte Bekenntnis zur Macht. Jedes Mittel ist Recht und wird geheiligt, das die Macht stabilisiert. Absolute Verneinung jeder anderen Position. Massenhaftes offenkundiges Mittel: Das Totschweigen.

Das Trommeln an der Kirche gegenüber der Ackerhalle klingt mir (leider?) wie Musik (auch gestern wieder).

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Was tun? Wo doch fast jedes Tun unmöglich ist.

Möglich ist – Anpassung, Resignation x

- Märtyrer/Kampf xx

– Aussteigen xxx

x Das kann ich nicht wegen Gewissen und F.

xx Das kann ich nicht aus Schwäche und Realismus.

xxx ?

C. erzählte, wie sie eingesetzt werden sollte, um von dem Verbandssekretär Prof. Ulbrich (“PU”), der am Moskauer Filmfestival teilnimmt, früh um 6 Uhr ein Telefonat aus Moskau entgegenzunehmen, mit dem er das Freßpaket anmeldet, das ihm (natürlich auf Verbandskosten) nachgereicht werden soll.

R. will nach Westberlin zu einem Begräbnis fahren. Ich werde ihr Urlaub geben.

In der gestrigen Agitatorenanleitung wurde informiert, daß in diesem Jahr, verglichen mit dem Vorjahr, 50% weniger junge Leute den Weg zur Partei gefunden hätten. Deshalb Honeckers “großzügige Geste”. Es sei nicht gelungen, die Jugendlichen an die Wahlen heranzuführen. Wieder habe man den Fehler “großer Foren” gemacht. (So werden am Schluß die armen Schweine, die “vor Ort” organisieren, noch beschimpft.)

 

# Die Eintragungen dieser Tage geben mir zu denken. Mehr dazu im aktuellen Opablog. #

08. Juli 1989 – vom Abwürgen der Subventionsdiskussion

Sonntag, Dezember 30th, 2012

Spätabends gestern nach Skaby raus, Bad im fauligen Störitzsee. Heute fleißige Sensaktion bei drückender Hitze.

Angespannte, dabei gute Beziehung zu C. Angespannt wegen der Bedeutung der in mir gefallenen Entscheidung: Z. B. könnte ich einen Brief an das ZK schreiben, in dem ich meine Besorgnis über die Ersetzung von Überzeugung durch Diktat durch unsere Partei ausdrücke. Beispiele:

Sputnikverbot, Zurückziehen der sowjetischen Filme

Abwürgen der Subventionsdiskussion

Undurchsichtigkeit des Wahlergebnisses.

# “Subventionsdiskussionen” – ein schon groteskes Beispiel dafür, wie die DDR-Herrschenden sich selbst blockierten: Um jeden Preis wurde an den hohen Subventionen = niedrigen Preisen für bestimmte Waren und Leistungen des Grundbedarfs festgehalten (z. B. Brot, Mieten), weil so die Überlegenheit unseres Systems bewiesen werden sollte. Eine Diskussion über eine sinnvolle Anpassung der Preise an die Kosten wurde buchstäblich verteufelt, obwohl es bei vielen anderen Waren Preiserhöhungen gab und obwohl man ja soziale Härten durch Lohnerhöhungen oder Ausgleichszahlungen hätte vermeiden können. Die Unfähigkeit zum rationalen Umgang mit solchen, eigentlich ganz normalen Entwicklungsproblemen einer Gesellschaft, zeigte, welchen Grad der Dogmatisierung bis zur völligen Erstarrung des gesellschaftlichen Lebens der absolute Machtanspruch kleiner und kleinster Gruppen politischer Führer dem Leben aufzwingen wollte.

Meine Erwägung, einen Brief an das ZK zu richten, zeigt einerseits, daß mein Protest im Rahmen des Systems verblieb und andererseits, daß ich bereit war, den Fehdehandschuh hinzuwerfen, selbst wenn mir Ausschluß drohte. Das System bot keine wirkungsvolle Möglichkeit seiner eigenen Reformierung und zügigen Vervollkommnung.#

Jeder dieser Punkte reicht aus – hartnäckig vertreten -um aus der Partei ausgeschlossen zu werden. Darüber besteht Klarheit.

13. Juli 1989 – Die Macht der Solowezki-Inseln

Samstag, Dezember 29th, 2012

# Eingelegt in den Protokollband 34 fand ich diesen Auszug aus der Zeitschrit “Sowjetfilm”, offensichtlich von April 1989. Dieser Bericht über den Dokumentarfilm “Die Macht der Solowezki-Inseln” hat mich tief beeindruckt. Schritt umd Schritt wurde mir durch solche Berichte das Ausmaß des Stalinschen Terrors bewußter. Die wichtige Frage nach dem Verhältnis Lenins zum (späteren stalinistischen) Terror wurde durch solche Beiträge nicht beantwortet. Obwohl es heute viele Veröffentlichungen gibt, die beanspruchen, auch die letztgenannte Frage zu beantworten, ist mir dazu keine profunde, historisch-kritische Darstellung bekannt. Die mir bekannten Arbeiten zu diesem Thema sind entweder unerträglich parteiisch oder begnügen sich mit einer “vornehmen” Distanz zu ihrem Gegenstand. Mir scheint, das Thema “Lenin” ist heute noch so heiß, daß es nicht möglich ist, die Wahrheit darüber einfach nachzulesen. #

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25. August 1989 – Wir Komunisten und die Macht

Freitag, Dezember 21st, 2012

Tatsachen, wie die Regierungsbildung in Polen oder die Zusammenarbeit der ungarischen und der BRD-Behörden bei der Räumung der BRD-Botschaft in Ungarn von DDR- Bürgern – die spielen in meinem Protokoll kaum eine Rolle.

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Noch vor 1, 2 Jahren hätten solche Meldungen Heiligtümer verletzt. Heute begreife ich, daß die Kommunisten eben von ihrer führenden Rolle verdrängt werden, wenn sie es nicht fertigbringen, wirklich zu führen.

Wenn sie Führung mittels Gewalt und Druck behaupten müssen (nicht gegen irgendeinen Klassenfeind, sondern gegen ihr eigenes Volk), wird das Volk Wege finden, sich ihrer zu entledigen und bemüht sein, bessere Vertreter an ihre Stelle zu setzen. Das beweisen – und dafür sind sie hochwichtige Tatsachen – besonders die Bergarbeiterstreiks im Juli in der SU.

„Die Revolution geht weiter“ – ein zutiefst wahres aber offensichtlich viel größeres Wort als noch vor zwei Jahren zu ahnen war. Es sind wahrhaft titanische Anstrengungen notwendig, um den administrativen Kommandoapparat durch ein flexibles, dialektisches, demokratisches Macht- und Leitungssystem zu ersetzen. Anstrengungen dieser Art kann nur die Arbeiterklasse aufbringen. Den alten Stil mit dem Kommunisten weiter an Einfluß verlieren, weil sie nicht zur Wahrheit vordringen, sondern sich auf Zweckpropaganda beschränken, beweist die SED z. B. mit nebenstehendem Kommentar.

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Man muß (wir müssen) den Weg zum „Neuen Denken“ finden und beschreiten, gerade auch unter der Bedingung, daß der imperialistische Hauptgegner unser Bemühen nicht honoriert, sondern zäh am alten Denken festhält. Er will kein neues Denken und muß durch die Macht der Verhältnisse und Tatsachen dazu gezwungen werden! (Das beweist eindeutig die USA-Politik gegenüber Afghanistan, Angola, Panama, SDI und andere qualitative Rüstung usw.)

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Mich kritisch betrachtend vermute ich, daß meine (spezifische) Schädigung durch dieses System darin besteht, Ansprüche reduziert zu haben. Und zwar in solchem Maße, daß ich, würde mir plötzlich die Möglichkeit zur Befriedigung dieser Ansprüche geschenkt, kaum Lust hätte, diese zu befriedigen (die damit verbundenen Mühen auf mich zu nehmen). Das Sichbescheiden, die Orientierung nach Innen (auf Null), ist mir zur Natur geworden.

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Übrigens nochmal nachgelesen Materialien KPdSU vom 18.7. – Äußerungen Ligatschow. Im Grunde formuliert er ein Junktim zwischen allgemeiner Abrüstung und Perestroika. Das ist gefährlich. Das könnte auf eine „Begründung“ für die Unmöglichkeit der Perestroika hinauslaufen.

„Die Mauer“ – die Mauer hat zwei Seiten: Sie sperrt die Anderen aus und uns ein.

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30. August 1989 – Lehren aus den Weltkriegen?

Donnerstag, Dezember 20th, 2012

Im heutigen ND wieder ein großmächtiger Artikel zur „Diskussion“ vor dem XII. Parteitag (Ich möchte wissen, wer da diskutiert.) von Kurt Tiedtke, der wieder sämtliche Theoreme und Dogmen der Vergangenheit allen Widrigkeiten der Gegenwart zum Trotz verteidigt. Alle Fragen unserer Gegenwart werden auf den Klassenantagonismus reduziert, und in dieser Hinsicht hatten ja die Kommunisten schon immer absolut recht. In SuF 3/89 gestern las ich noch einen Artikel zu Ossietzky – „ungebundene Menschlichkeit“, der ganz vorsichtig zur Rolle des Humanismus versus kommunistischem Dogmatismus sich äußert – Vorsicht! Vorsicht!

Heute fühlbar: das Fehlen einer modernen, tiefgründigen Darstellung der Ursachen des II. Weltkriegs. Ich glaube diese Frage kann nicht beantwortet werden, ohne vorurteilslose Sicht auf die Politik der UdSSR und der Kommunisten überhaupt. (Ich spreche nicht von einer Mitschuld.) Diese vorurteilslose Sicht wiederum (nicht zu verwechseln mit leichtfertigen Schuldzuweisungen an die Kommunisten), erfordert ebenfalls eine tiefggründige Sicht auf die Ursachen des I. Weltkrieges.

Es steht in allem Ernst die Frage der Selbstausrottung der Menschheit.

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Die Erfahrungen des I. und II. Weltkrieges und die bisher dazu in der Vergangenheit gezogenen Schlußfolgerungen legen nahe, daß diese Gefahr Wirklichkeit wird. Welches neue Denken erforderlich ist, ist nach Gorbatschow in Ansätzen klar (in ersten Ansätzen). Ob das neue Denken Chancen hat zum herrschenden Denken werden zu können; wie es aussehen muß, um zum herrschenden Denken werden zu können (wie es sich mit Inhalt erfüllen und modifizieren muß) und vor allem – was kann ich selber tun, um nach meinen eigenen Kräften größtmöglich beizutragen? – all das sind offene Fragen. Und besonders quälend ist die fehlende Antwort auf die letzte Frage: Was tun? Für neuen Diskussionsstoff unter den Leuten ist gesorgt.

# Offensichtlich als Diskussionsstoff bis heute nicht erschöpft. #

Wortwechsel mit D. # Kaderchef des Ministeriums # Entzündet hatte er sich am Ausreiserproblem. Weiter zur notwendigen Konsequenz bei der Durchsetzung des Leistungsprinzips. Ich sage, daß dies nur mit politischen Konsequenzen zu realisieren sei. Er fragt nach Beispielen für notwendige politische Konsequenzen. Ich sage (nicht mit exakt diesen Worten): Die Manipulierung der Wahl. Er will mir das Gegenteil beweisen, kann es nicht, sagt: “Wenn Du das drüben bei Dir (im Lehrgang) sagst, bist Du fällig!“. Das ist das Diktat der Gedanken!

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