Ostermärsche 2010 – mein Antikriegstagebuch

Vor ein paar Tagen wieder Ostermarsch.

 

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Es waren nur die alten Gesichter da, wenige Junge, viele aus meiner Generation. Und dabei wie immer viele Ausgestoßene, viele Aussteiger, viele radikale Heißsporne, viele eingebunkerte Altkommunisten. Sie sind die Getreuen im Kampf um Frieden. Ich will sie nicht schmähen. Sie bleiben dabei und sind unbeirrbar. Das ist gut. Sie retten wirklich die Ehre unseres Volkes, finde ich.

 

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Aber es fehlen mir die anderen, die ganz normalen Leute, die begriffen haben, dass wir gerade dabei sind, das Kriegführen, das Militär in diesem Lande wieder salon- und hoffähig zu machen.

Es gibt mindestens 30 Bekannte von uns beiden aus Berlin, die von ihren Einstellungen her auch in die Demonstration gehört hätten. Sie alle haben es vorgezogen, uns wohlwollend von Ferne zuzusehen.

Vom Zusehen wird sich nicht ändern.

 

Ich habe mich gewundert, wieso Ostermontag in den Nachrichten ständig und oft an erster Stelle über die kleinen Ostermärsche berichtet wurde. Was sind ein paar Tausend in Berlin und bundesweit 40 Tausend?

Man hätte sie auch totschweigen können. Vielleicht gibt es in den Redaktionen doch noch Leute, die so was für wichtig halten? Oder ging es darum, dem Volk die Botschaft zu überbringen: „Seht, da gibt es noch immer ein paar Spinner, aber von denen geht keine Gefahr mehr für das Ansehen unseres Volkes aus?

 

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