Schule aus – nach 19 Jahren!!!

Heute hat meine jüngste Tochter ihre mündliche Abi-Prüfung in Geschichte. Hoffentlich ist es ein Thema vor dem 2. Weltkrieg, denn ab da hatte sie immer Konzentrationsprobleme beim Lernen.
Wie auch immer, sie wird sich freuen.

Aber da freut sich auch eine Mutter, die mit dem heutigen Tag nach 19 Jahren kein Kind mehr in irgendeiner deutschen Schule hat. Welch große Erleichterung!

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Erklärt Pereira

Wir haben uns „Erklärte Pereira“ ausgeliehen. Als ich den Film zum Ersten Mal gesehen hatte, war ich tief beeindruckt, habe dann lange vergeblich versucht, den Film über ebay zu bekommen.
Das ist nun schon ein paar Jahre her.

Land: Italien, Portugal, Frankreich, 1995
Darsteller: Marcello Mastroianni, Stefano Dionisi, Nicoletta Braschi, Daniel Auteuil
Regie: Roberto Faenza
Nach dem Roman „Erklärt Pereira“ von Antonio Tabucchi

Was mich damals und auch jetzt wieder so fasziniert hat an dieser Filmhandlung, ist die Person des alten Kulturredakteurs, der eigentlich beschlossen hat, sich in seiner Kunst einzuschließen, sich mit der Dichtkunst und der Welt der Sprache und der Gedanken vor der Wirklichkeit zu schützen.
Wo ihn dennoch die Vorboten des heraufziehenden Faschismus in Portugal erreichen, wo ihn Francos Spanien einholt, versucht er seufzend auszuweichen und sich noch besser zu verschanzen. Er ist alt und hält es nicht mehr für seine Sache, sich um solche Dinge zu kümmern. Er sieht seine Aufgabe gegenüber seinen Lesern darin, die Welt der Dichtung und Kunst für eine Schar Gleichgesinnter lebendig und erfahrbar zu erhalten. Mehr nicht.

Aber er kann diese Haltung nicht auf Dauer durchziehen. Der Kontakt mit zwei jungen Leuten, die nicht bereit sind, sich zu ducken und anzupassen, die versuchen Widerstand zu leisten und dem Regim die Stirn zu bieten, berührt und beunruhigt ihn. So sehr er versucht, sich ihre Haltung und ihren großen Mut zur Wahrheit mit ihrer Jugend zu erklären und für sich Ausflüchte und Entschuldigungen für sein passives Verhalten in seinem Alter zu finden, er kann nicht verhindern, dass die politische Wirklichkeit ihm seine Ruhe und Abgeklärtheit raubt.
Als er miterlebt, wie die Geheimpolizei seinen jungen Freund zu Tode prügelt, handelt er schnell und ohne zu zögern: Er schreibt über diesen Tod und seine Hintergründe in seiner Zeitung, nennt die Schuldigen und klagt sie an.

Mit dieser Entscheidung ist sein ganzes Leben verändert. Er verlässt auf der Stelle Lissabon. Seine Flucht tritt er mit einer gelassenen Fröhlichkeit an, so als hätte ihm diese Entscheidung etwas wiedergegeben, was er für sein Leben schon abgeschrieben hatte: den Mut zur Wahrheit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für diese Wahrheit.
Man weiß in der Schlussszene nicht, ob er an der nächsten Ecke angehalten und gestellt werden wird oder ob es ihm gelingt, bis nach Frankreich durchzukommen. Aber beides hat er einkalkuliert und mit beidem wird er einverstanden sein.

Sehr zu empfehlen!

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Hundesenioren

Meine Tochter, die Hundebesitzerin, hat mir zum Muttertag ein Buch geschenkt, dass mir und Kranich helfen soll, Anka gut bei uns in der Streusandbüchse einzuleben.
Das Buch gefällt mir ausgesprochen gut. Es vermittelt dem Hundelaien hinreichend Informationen über den Umgang mit Hunden überhaupt und Leuten wie mir, die Hunde schon immer hatten, eröffnet es eine ganz neue Perspektive auf das Leben mit dem Wauwau, nämlich das Leben mit Senioren-Hunden.

Hier der Titel für Interessierte:
Heike Schmidt-Röger und Susanne Blank: „Wenn Hunde älter werden“; Starnberg, 2006

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Was es heißt, mit einem älteren Hund zu leben, habe ich mir bisher nicht wirklich überlegt gehabt. Dieses sensible Buch öffnet einem dafür die Augen und macht fast neugierig auf diese Erfahrung. Was ist bei älteren Hunden anders, was mögen sie, was können sie noch? Es werden Alterskrankheiten besprochen und Hinweise auf die besonderen Lebensbedürfnisse gegeben.

Nebengedanke:
Für so viel Kopfzerbrechen um alte Menschen würde sicher mancher etwas geben, der in unserer Gesellschaft alt geworden ist und nicht unbedingt auf eine vergleichbare Sensibilität bei seinen Mitmenschen stößt!

Aber das ist ja kein Grund, unserer Anka ein gutes Altenteil in der Streusandbüchse zu verweigern. Letztlich passt es gut: Wir drei mehr oder weniger Alten werden uns schon zusammenraufen. Anka ist laut Altersumrechnungstabelle im genannten Buch mit ihren 9,5 Jahren etwa 60. Ich bin also die Jüngste von uns dreien. In einem Jahr schon ist dann Anka die Älteste.


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Sagt NEIN!

images14.jpgHeute in den Nachrichten (nur knapp und fast schamhaft erwähnt und von einer Direkt-Übertragung im O-Ton aus einem wohl existentiell noch wichtigeren Fußballspiel beinahe verdrängt): 3 deutsche Tote und etliche schwer Verletzte bei einem Selbstmordanschlag in Afghanistan.
Ich fühle voller Grauen mit, was die Verwandten der deutschen Opfer erleiden müssen. Aber ich sehe auch mit Entsetzen, was dem Volk in Afghanistan tagtäglich angetan wird. Ich verstehe nicht, wieso irgendjemand davon ausgehen kann, dies alles, dieser „Krieg gegen den Terror“, der selber Terror ist und Terror erzeugt, ließe sich durch irgendetwas rechtfertigen.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID6717172_REF1,00.html
Als ich geboren wurde, lag Deutschland in Trümmern. Den letzten Krieg hatte mein Land angefangen und unsägliche Schuld auf sich geladen und Opfer über Opfer in „Feindesland“ wie im eigenen Land gefordert.
Für mich war eine pazifistische Haltung das Natürlichste von der Welt und das einzig Mögliche und ist es heute ebenso. Aber Pazifismus ist nicht mehr in, wird belächelt und für eine lebensuntüchtige Haltung gehalten.

images14.jpg Die Mahnungen deutscher Künstler ( hier: Käthe Kollwitz) an uns sind bekannt, aber werden nicht befolgt.

Jüngst las ich eine Kritik von Jan Philipp Reemtsmar über Wolfgang Borchert (http://www.trend.infopartisan.net/trd0199/t370199.html), der diesem vorwarf, nur die Opfer und Verluste der deutschen Bevölkerung beklagt und die politische Dimension des 2. Weltkriegs, den Faschismus nicht thematisiert zu haben. Wenn ich Borchert heute lese, wundere ich mich tatsächlich auch über die totale Abwesenheit dieser Dimension.
Aber ich unterschreibe heute wie vor 40 Jahren, als ich ihn zum ersten Mal las, das, was er damals an Konsequenz aus seinen Kriegserfahrungen gezogen hatte:

„Du Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo – Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!“

(Wolfgang Borchert: „Dann gibt es nur eins!“ 1947)

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Humboldt’s Alptraum

Im Radio ist zu hören: Deutschland ist kein Vorreiter bei der Umsetzung des sogenannten Bologna-Prozesses, d.h. der Umwandlung der Studiengänge an den Hochschulen in das internationale System von Bachelor und Master. Das wird angestrebt, um eine größere Vergleichbarkeit der Studieninhalte und der Abschlüsse innerhalb Europas und darüber hinaus zu erreichen.
Das zumindest ist eins der Ziele. Ein anderes ist: Studiengänge effizienter, schneller, kostengünstiger zu gestalten.
Die Notwendigkeit dieser Entwicklung wird nicht mehr hinterfragt. Sie wird einfach vorausgesetzt. Deutschland kann sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Andere sind viel weiter…
Aber nur etwa die Hälfte der Hochschulen und Fachbereiche in Deutschland hat diese Umwandlung schon vollzogen, wird moniert. Die Gründe? Z.B. wehren sich noch immer die Mediziner dagegen. Man ist der Meinung, dass in einem kürzeren Studium die erforderliche Qualifikation nicht mehr zu vermitteln sei.

Als vor Jahren die Perspektive von Bologna neu auftauchte, wurden auch auf dem Fachbereichstag der Studiengänge Soziale Arbeit massiv kritische Stimmen laut: Es wurde eine Abwertung des Studienganges befürchtet, eine noch stärkere Verschulung des Studiums, eine Unstudierbarkeit für StudentInnen, die neben ihrem Studium arbeiten müssen (weil das Bachalor-Studium weit mehr als ein Fulltime-Job von 40 Stunden die Woche für die Lernenden bedeutet). Man fragte sich, warum das Diplom in Sozialer Arbeit abschaffen, das sich in der Gesellschaft doch gerade erst richtig durchgesetzt hatte und akzeptiert war. Man befürchtete, dass in Zukunft immer mehr auf die wissenschaftliche Reflexion der Sozialen Arbeit verzichtet werden würde zugunsten einer stärkeren Effizienzorientierung und zu ungunsten kritischer und gesellschaftskritischer Grundpositionen.
Mit einem reflektierten, kritischen und auf einen autonomen Aneignungsprozess hin orientierten Studium im Sinne des Humboldtschen Bildungsgedankens, so wurde uns allen damals deutlich, würde diese neue Entwicklung nichts mehr zu tun haben.
Aber unsere „Dinosaurier-Position“ wurde einfach von der Realität überrollt.
An unserem Fachbereich haben wir diesen Prozess also bereits hinter uns. Er kam auf uns zu
wie ein Naturereignis. Erst hieß es noch, wir sollten diskutieren, dann wurde angewiesen, wurden vom Ministerium und der Hochschulleitung Termine gesetzt:
Es wird in Zukunft nicht mehr nach 8 Semestern das Diplom sondern nach 7 Semestern den Bachelor geben. Nach weiteren 3 Semestern kann man den Master of social work ablegen und dann z.B. auch promovieren.
Der Umwandlungsprozess hat sehr viel Arbeit gemacht. Neu ist außer der stärkeren internationalen Orientierung vor allem eine größere Verschulung und eine zeitlich Verkürzung. Natürlich versuchen wir, das Beste aus der Situation zu machen
Aber wie es heut zu tage so ist: Keiner gibt zu, dass diese Verkürzung notwendig auch Qualitätsverluste mit sich bringen wird. Alle behaupten kalt lächelnd, dass die neue Struktur kürzer, sprich billiger und gleichzeitig besser sein wird: Der übliche Blick auf die Effizienz, ohne dass die Frage der Effektivität wirklich ernst genommen wird.
Der Verdacht kommt auf, dass die Verkürzung und das einfach nur fit Machen für die Bedürfnisse der unter ökonomischen Zwängen stehenden Praxis dem besser dienen kann, was von der Sozialen Arbeit zukünftig erwartet wird: die Anpassung der Menschen an die Bedürfnisse des Systems.

Außerdem geht der Bachelor traumtänzerisch an der Wirklichkeit der Studierenden vorbei. Hierzu schreibt Martin Kaul in der taz: taz 15.5.07 Deutscher Bachelor ist kein Masterstück

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Das Mobile im Vorgarten


Nun auch noch das „Wunder 6“, das große Mobile im Vorgarten.

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Eigentlich kamen wir auf diese Idee, weil in unserem Vorgarten verschiedene Schachtabdeckungen öde in die Gegend schauen und wir irgendetwas suchten, was den Blick des Beschauers von ihnen und ihrer Hässlichkeit ablenkt. Mir schwebte Montage vor, an der die Beschauer sich spielerisch betätigen können sollten. Schließlich wurde es aber ein Windspiel aus bunt angemalten dicken Holzkugeln (eigentlich Kommodenbeine) und farbig lasierten Resthölzern aus der Werkstatt, die sich, an Nylonfäden aufgehängt, im Wind hin und her bewegen sollten.

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Aber die Hölzer dachten gar nicht daran, sich sachte im Wind zu wiegen, wie erwartet, sondern sie drehen sich wie von einem geheimen Uhrwerk angetrieben um die eigne Achse, mal das, mal jenes Holzstück, dieses rasend schnell, das nächste gemäßigt langsam und zwar sowohl bei starkem Wind als auch bis fast völliger Windstille.

bei der Montage

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meine Hängematte

Ich komme aus einer Stadt mit „7 Wundern“…http://www.uwewalther-jena.de/html/7_wunder_von_jena.html. hier, in der Streusandbüchse haben wir sogar 8 Wunder.

  1. den selber gebauten Kachel-Grundofen „Mobby Dick“ http://opablog.twoday.net/stories/1641253/,
  2. den unerschöpflichen Brunnen mit seinem hohen Pumpenverschleiss und seiner ständigen Herausforderung unserer Kreativität http://opablog.twoday.net/stories/3666401/,
  3. die Außenküche von Kranich http://opablog.twoday.net/stories/3696712/
  4. unsere kleine Sauna direkt im Haus mit dem Fenster zur untergehenden Sonne http://opablog.twoday.net/stories/2558792/,
  5. meine wunderbare Hängematte mit dem Ausblick auf Garten und Haus,
  6. das große Mobile im Vorgarten,
  7. unsere Bibliothek in der Gartenlaube mit dem Blick durch den Sonnenkorridor,
  8. unseren eisernen out-door-Ofen, der alles Altpapier (natürlich verbrennen wir nur das, was ökologisch vertretbar ist) frisst und uns Feuerorgien beschert, vom Grillen ganz zu schweigen

Kranich hat den Grundofen, die Sauna, den Brunnen und die Außenküche schon im opablog vorgestellt.
Jetzt möchte ich mal meine ganz speziellen Wunder vorführen, die Kranich noch nicht gefeiert hat:

Ich fange also heute mal an mit “Wunder 5″, der Hängematte

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Dies ist meine alte, südamerikanische Hängematte.
Die Pappel und die Traubenkirsche  standen hier im Garten, als ich ihn zum ersten Mal betrat, als hätten sie schon Jahrzehnte auf meine Hängematte gewartet.

Wenn ich hier liege, in die hohen, flirrenden Birken hinter unserem Hausdach und in den blauen Himmel zwischen den Zweigen der Traubenkirsche sehe oder wenn ich meinen Blick über den Garten und die Südseite unseres Häuschens schweifen lasse, fängt für mich Erholung pur an.

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zurück in meinem Garten

Bin gestern angekommen.
Gestern Abend Sauna.
Heute war es wärmer. Ich habe über Mittag in noch kühler aber sonniger Luft alle meine Sämlinge in die Erde gebracht. Die Eisheiligen haben jetzt einfach vorbei zu sein!
Ansonsten sieht man dem Garten an, dass er sich über die wieder beginnende Wärme freut. Manches wächst so schnell, dass man meinen könnte, man kann es mit bloßen Auge sehen. Besonders prachtvoll stehen meine im vorletzten Jahr gezogenen Fingerhüte. Nächste Woche werden sie blühen.

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Im schattigen Bereich des Vorgartens habe ich dieses Jahr versucht, zwischen den Farn und das selbst ausgesäte Springkraut Strandflieder anzusiedeln. Der ist im letzen Jahr hier gut gewachsen, obwohl er angeblich Sonne braucht. Ich versuche, dem Boden meiner Streusandkiste abzulauschen, was er bereit ist, wachsen und blühen zu lassen. Vieles geht einfach nicht. Mein Ehrenpreis hat sich nicht wieder am Tageslicht gezeigt. Meine Rittersporne sind ebenfalls nicht wieder heraus gekommen. Anderes scheint sich wohl zu fühlen oder sich nach einigem Zögern doch mit den Bodenverhältnissen arrangiert zu haben.

Heute Nachmittag Besuch von Kranichs alten Freunden aus Stralsund. Plaudern auf der sonnenbeschienenen Terrasse über Krankheiten und Enkelkinder (nicht unsere!) und Blogs. Man hatte heute schon ein richtiges Sommergefühl im Garten.
Inzwischen ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Abendsonne steht schon hinter dem Walnussbaum der Nachbarn. Morgen werde ich mich in meine Hängematte legen und die ganze Gartenpracht genießen.

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Klausi’s Kommentar: Putzfimmel wider Willen

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Immer wenn ich mit meiner Mama in der Streusandbüchse anreise, das gleiche Lied:
Ich bin noch nicht ganz aus dem Koffer, schon höre ich sie seufzen:
„dort der Teppich, hier der Tisch, da die Fensterbank….“

Nein sie ist wahrhaftig kein Putzteufel! Aber deswegen nimmt sie es meinem Papa ein kleines Bisschen übel, dass er es schafft, dass sie wie einer wirkt. Aber was soll er denn machen mit seinen schlechten Augen?

Jedenfalls geht es Mama meist erst richtig gut, wenn sie den Staubsauger ein bisschen gequält oder einen Lappen über die blauen Fliesen der Ofenbank gejagt hat. Meist hat sie keine große Ausdauer bei diesen Bemühungen und es dauert nicht lange, nach ein, zwei Stunden hat sie sich an den leichten, gemütlichen Schmuddeleindruck unseres Häuschens auch schon wieder gewöhnt. Und Papa und ich, wir atmen auf…

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Emanzipation abgehakt?

Meine Kinder haben immer schon müde abgewunken, wenn ich auf das Thema Frauenemanzipation zu sprechen kam. Heute kein Problem mehr!

Immerhin hat meine Älteste neulich mal festgestellt, dass die Frauen meiner Generation so einiges erkämpft haben, was heute ganz selbstverständlich ist. Das ist doch schon was!

Tatsächlich ist die Situation der Frauen heute eine andere. Vieles ist jetzt möglich und ganz normal, was in meiner Jugend überhaupt nicht denkbar war.
Aber passé ist das Thema wohl doch noch nicht. Zumindest kommen mir immer wieder mal Zweifel, ob es mit der Emanzipation und Gleichberechtigung von Frauen heute so sehr weit her ist, wie viele denken.
So ging es mir z.B. gestern auf unserer Teamkonferenz im Fachbereich, wo die Ergebnisse der Absolventen-Befragung vorgestellt wurden (Befragung bei ca. 500 ehemaligen StudentInnen des Fachbereichs Soziale Arbeit).
Bei uns studieren ca. 15 % männliche Studenten. Soziale Arbeit ist also ein absolut typischer Frauenberuf. Aber wer von unseren ehemaligen Studierenden hat heute Leitungspositionen? Fast alle von den Männern und nur verschwindend wenig von den Frauen. Und das Beste: die Korrelation zwischen der Abgangsnote des Diploms und der Frage, ob sie heute Leitungspositionen einnehmen ergab Folgendes: Es waren tatsächlich nur Frauen mit Supernoten in Leitungspositionen. Bei den Männern spielten die Noten keinerlei Rolle. Eine Vier stand bei Männern einer Karriere nicht ihm Wege. Als Qualifikation reichte es offenbar aus, ein Mann zu sein. Und das in einem Berufsfeld, wo ca. 80% Frauen arbeiten.
Oh Mann, was soll man , was soll frau dazu sagen???

Kennt jemand noch die Gruppe Schneewitchen?


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