Biete sonniges Zimmer

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Im letzten Jahr habe ich mich monatelang mit Plänen herumgeschlagen, aus meiner jetzigen Wohnung in Jena auszuziehen und mir eine kleinere Wohnung zu nehmen. Schließlich sind 4 Räume für mich alleine wirklich zu viel! Aber wenn meine Jüngste endgültig aus Jena weggezogen sein würde, wäre ich nun ganz alleine hier.

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Die Pläne haben sich zerschlagen, zum einen daran, dass ich für zwei Räume in meiner Traumwohnung am Markt fast genausoviel bezahlt hätte wie hier und zum anderen, dass ich in der Innenstadt keine Chance gehabt hätte, mein Auto unterzustellen, da ich nur noch einen Nebenwohnsitz in dieser Stadt habe.

Also blieb alles beim Alten bis auf die erfreuliche Tatsache, dass ich wegen des bevorstehenden Umzuges den Keller und den Boden gründlich entrümpelt hatte und auch sonst alles entsorgt hatte, was irgend überflüssig war.

Und nun ist da das schöne große sonnige neu gestrichene Zimmer meiner Tochter und schaut mich erwartungsvoll an. Nur für meinen Wäscheständer ist es viel zu schön.

Und just jetzt, als ich meine Jüngste wohlbehalten in Irland bei ihrer Aupairfamilie angekommen weiß, kam mir der Gedanke, jetzt doch unterzuvermieten und bei dem Online-Wohnungssuchddienst zu inserieren, bei dem ich im Herbst selber gesucht hatte…

Offenbar sehne ich mich nach jungen Menschen um mich herum. Aber welcher Student würde es vorziehen, mit einer älteren Frau zusammen zuziehen, anstatt in eine fetzige WG zu gehen? Ich habe es versucht.

Geantwortet haben innerhalb der ersten beiden Tage 5 Leute: ein Doktorand, der in Ruhe seine Doktorarbeit bei mir schreiben will, ein Akademischer Rat, der eine Bleibe sucht, bis seine Familie aus München nachgezogen ist und drei angehende Studentinnen. Die eine will Philosophie und Französisch studieren, die andere Psychologie und die Dritte Lehramt und Pädagogik.

Die beiden Männer wären bestimmt ruhige Mitbewohner, aber ich habe Lust auf kleine Schwätzchen am Küchentisch mit jungen Frauen.
Also schreibe ich ihnen zurück und stelle allerhand Fragen: Warum sie meine Anzeige gut fänden, was für sie wichtig wäre, wenn sie mit mir eine Wohnung teilen würden, welche Angewohnheiten sie haben, die mich vielleicht stören könnten, wie sie sich ein Zusammenwohnen vorstellen usw.

Alle drei haben geantwortet, A. innerhalb von 30 Minuten , die anderen nach einem Tag. Alle haben sich bemüht, meine Fragen zu beantworten und alle drei könnte ich mir gut vorstellen. Die eine ist aber vielleicht zu ruhig und in sich gekehrt, die andere wirkt ein wenig abgeklärt. A. ist selbstbewußt, direkt und sympatisch und sehr lebendig. Ihre Musik- und Literaturinteressen sind interessant und nicht direkt üblich für eine 19jährige. Ich schaue mir das Foto an und finde sie sympatisch. Ich entnehme das Foto der verlinkten Homepage. Und obwohl sie so aussieht, als könnte mein Haus bald von einer Schar junger Männer umlagert sein, wirkt sie doch sehr reflektiert und reif. Ich weiß eigentlich gleich, dass sie es ist.
Ein Abenteuer beginnt: Eine WG ganz besonderer Art.

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Die junge Generation und der Faschismus

Nun ist meine Jüngste als Aupair in Dublin gelandet. Gestern ist sie geflogen.

Auf dem Weg von Jena nach Berlin haben wir uns sage und schreibe drei mal auf der Autobahn verfahren, weil wir so heftig und intensiv in eine Diskussion verwickelt waren.

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Es ging um den Nationalsozialismus und seine Einschätzung heute. Meine Tochter ist mit Sicherheit nicht irgendwie rechts angehaucht, aber sie vertrat hartnäckig den Standpunkt, dass auch im Faschismus nicht alles nur schlecht und schwarz gewesen sein kann. In der Schule hätte man ihnen so viel und so einhämmernd Schlechtes und Schreckliches erzählt über diese Phase deutscher Geschichte, dass alle nichts mehr davon hören wollten und so was wie Wut darüber entstand, dass man Ihnen ständig diesen Schuldkomplex einreden wollte.

Alles wäre schlecht und böse gewesen im „Dritten Reich“, so sagen alle, ihre Lehrer und ihre Eltern. Aber sie könne sich nicht vorstellen, dass es nicht auch Gutes und Erfreuliches gab damals. Sie sei es Leid, sich schämen zu müssen, eine Deutsche zu sein. Als wären die Engländer, die Spanier, die Russen Engel. Und am meisten stänke ihr, dass meine Generation sofort wie von der Tarantel gestochen in die Luft ginge, wenn man nicht an das Schreckliche der Nazis glaube. Solche Tabus seien ihr verdächtig. Sie wolle die Sachen hinterfragen können und die Dinge von zwei Seiten sehen.

Ich muss gestehen, dass mich diese Diskussion atemlos gemacht hat. Ihre Argumentation stieß zweifellos bei mir auf die Haltung: Aber es war böse!. Man kann nicht die Autobahnen loben und dass alle Arbeit hatten und sagen, „das war doch gut. Na ja, die paar Kzs…“.

Ihre Argumentation erinnert mich an die Rechten, die fordern, doch auf dem Teppich zu bleiben, die die Verbrechen des Faschismus im Alltag der Menschen verschwinden lassen möchten.

Ich sehe bei meiner eigenen Tochter eine Banalisierung und Relativierung des Faschismus und seiner menschenverachtenden Politik, die mich erschrickt, sehe die Haltung: „Ich bleibe cool. Das kann mich gar nicht beeindrucken. Man kann das sicher auch anders sehen.“ bei ihr und muss an Borat denken, der als Volksfestvergnügen ein ganzes Dorf hinter „Juden“ herjagen lässt und das „Ei“ zerfetzt, das die Frau des Juden fallen lässt – und der auch noch erwartet, dass man darüber lachen kann.

Ihre Forderung, alles hinterfragen zu können ist für mich völlig legitim. Dennoch, warum macht es mich nervös, wenn sie so argumentiert? Warum regt es mich auf, wenn man solche für mich eindeutigen Wertungen infrage stellt?

Und was läuft in den Schulen falsch, wenn die Bearbeitung des Themas Faschismus Gegenreaktionen von Überdruss, Langweile, Abwiegelung, Verharmlosung, Abwehr und Widerspruch auslöst?

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Kreuzfahrt, die 8. – Station Stockholm

Nachzutragen:

Unser letzter Landausflug nach Stockholm.

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Noch vor dem Frühstück konnte ich vom Promenadendeck aus beobachten, wie sich die Arielle allmählich Stockhom näherte. Das Schiff war in eine längliche Bucht eingebogen, rechts und links zogen sich begrünte Hänge hin, das Grün immer wieder von kleineren aber auch größeren Gebäuden unterbrochen. Und vor uns lag im leuchtenden Morgenlicht die Skyline von Stockholm, eine farbenfrohe Häuserzeile der Altstadt am Ufer der Bucht, und dahinter das Häusermeer von Stockholm….

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Der erste Ausflug gleich nach dem Frühstück ähnelte noch denen der Vortage: Rein in den Bus, Busfahrt entlang des Kais, an dem inzwischen noch mehr Kreuzfahrtschiffe lagen, die meisten größer, moderner aber auch kastiger als unsere Arielle. Dann eine kleine Stadtrundfahrt, vorbei an der Häuserzeile, die uns schon seit dem frühen Morgen so angelockt hatte, ein Stückchen durch die Altstadt, dann im großstädtischen Verkehrsgewühle bis zum Rathaus, Parkplatzsuche, alles aussteigen…

Die Besichtigung des Rathauses, in dem die Nobelpreisverleihungen stattfinden, war noch einmal ein echtes Massentourismuserlebnis. Aber inzwischen nahmen wir es gelassen und schauten uns, am Rande der ganzen Szene stehend, die große Vorhalle und dann den Festsaal an. Das Gebäude stammt aus den Anfangsjahren des letzten Jahrhundert, ist groß, luftig, kühn und auf eine nicht fröstelige Art auch kühl und nüchtern. Gut gefallen hat mir die Art, wie die nackten Ziegelwände durch einfache, glatte Strukturelemente an Eleganz und Ästhetik gewonnen haben.

Im Festsaal war übrigens etwa genauso viel Blattgold für die Wände verarbeitet worden wie in der Isaak-Kathedrale, die wir zwei Tage zuvor in St. Petersburg bestaunt hatten. Aber hier wirkte dieser Reichtum und diese Kostbarkeit nicht erschlagend in ihrer Pracht sondern auf ein menschliches Maß reduziert. Dieses Kultgebäude dient weder Göttern noch Fürsten sondern ist für Menschen gebaut worden, zur Ehrung solcher Menschen, die sich um die Menschheit verdient gemacht haben.

Auf dem Rückweg stiegen wir wie viele, inzwischen klug gewordene Mitreisende, während der Fahrt zurück zum Schiff auf halber Strecke aus dem Bus aus und verbrachten den Mittag und Nachmittag auf eigene Faust in Stockholm: Ein Bummel durch die lebhafte Innenstadt, ein Zug durch die Fußgängerzone mit ihren endlosen Geschäften und Souvenierläden aller Größenordnungen und aller Geschmacksrichtungen.

Wieder bei der Altstadt angekommen, hoben wir 300 Kronen ab, denn unsere letzten Euros waren bei dem Bummel durch Stockholms Straßen schneller dahin geschmolzen, als wir hatten gucken können. Eigentlich hatten wir vor, gemütlich essen zu gehen. Aber da lockte uns eine Pferdekutsche , die vor dem Königspalast auf Fuhrgäste wartete. Wir leisteten uns das, was ich früher mit drei kleinen Kindern nie gemacht habe, obwohl alle drei wie ein Mann darum bettelten: Wir stiegen ein und ließen uns von zwei Pferdestärken durch die Altstadt gondeln, auch wenn uns das mit einem Schlag um unsere ganze neue Barschaft an schwedischen Kronen brachte.

Durch die engsten Gässchen und durch den lebhaftesten Verkehr zogen uns die Pferde, von einer geduldigen jungen Kutscherin gelenkt. Wir genossen in aller Ruhe den Anblick der alten Häuschen, die Szene von Stockholm, viele Durchblicke auf die Bucht und über das Wasser. Die Reisegeschwindigkeit einer Fahrt mit Pferdestärken ist wirklich höchst angenehm. Auge und Ohr, Nase und Kopf, alle konnten bei dieser Fahrt mit dem Tempo mithalten. Von den Erläuterungen und Anekdoten des jungen Mannes, der neben der Kutscherin auf dem Bock saß und uns in Englisch durch die Sehenswürdigkeiten und Schönheiten von Stockholms Altstadt führte, habe ich mehr mitbekommen als bei mancher unserer Busfahrten, einfach, weil ich es auch wirklich verarbeiten konnte und meine Augen das sahen, was er beschrieb.

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Auch hier in Stockholm gab es viele Paläste und viel Königliches. Aber es war angenehm zu hören, wie souverän unser Reiseführer über die Königliche Familie sprach: „Hier arbeitet die Königliche Familie. Sie arbeiten alle hart und machen ihre Sache wirklich gut.“ Er sagte das wie ein Kunde, der sich mit der königlichen Familie einen Luxus geleistet hat, einen teueren Luxus, aber es hat sich gelohnt. Die Königliche Familie mache ihre Arbeit, nämlich das schwedische Volk zu repräsentieren, bestens und erfülle die Erwartungen des Volkes zu seiner vollsten Zufriedenheit.

Der Besuch in Stockholm war viel zu kurz. Beide wären wir gerne noch geblieben. Die Atmosphäre, das intensive Licht, die Lebendigkeit und gleichzeitig die Frische, die diese Stadt für mich ausstrahlten, ließen mich daran denken, dass ein guter alter Freund von mir vor sehr vielen Jahren, als er ganze 16 Lenze zählte, in diese Stadt gereist war und sich hier so glücklich fühlte, wie nie zuvor. Ich habe noch das Foto vor Augen, wie er auf der Freitreppe einer Kirche oder eines Palastes steht, über das ganze Gesicht strahlend, die Arme hochgeworfen, als wolle er rufen: „Leute, hier ist es schön, hier kann man leben, hier möchte bleiben!“
Ich habe mich immer gefragt, ob dieses Glücksgefühl damals wirklich der Stadt Stockholm gegolten hat. Jetzt kann ich mir das sehr gut vorstellen.

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Am Abend müssen wir Abschied nehmen, lange konnte man die Stadt noch sehen…


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Kreuzfahrt, die 7. – Station Helsinki

Nach den Anstrengungen und auch den emotionalen Verwirrungen in einer quasi neo-feudalen Zeit in einem postsozialistischen Land erschien uns Helsinki als reine Erholung!

Schon die Einfahrt in den kleinen, überschaubaren Hafen gefiel mir ausnehmend gut.

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Aber : Nur ein halber Tag für das Land der tausend Seen, was konnte man da schon sinnvolles machen?
Der langen Busfahrten und Besichtigungen müde hatten wir uns zu einer Bootsfahrt zwischen den Schären Helsinkis angemeldet und wurden bei angenehmer Brise eineinhalb Stunden zwischen kleinen und größeren, bewohnten und unbewohnten Inselchen hin und hergegondelt, meistens mit Blick auf die „Skyline“ von Helsinki, das Gesicht der Sonne und dem Wind ausgesetzt…

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Das Beste an dieser Fahrt zwischen den vor allem gehbehinderten Mitreisenden unserer Passagiercrew war allerdings unsere Reiseleiterin, eine schon ältere, kleine Frau, die auf den ersten Blick aussah wie eine brave, eher hausbackene Endfünfzigerin, die aber, kaum machte sie den Mund auf, von Informationen, trockenem Witz, Ironie und Selbstironie nur so übersprudelte. Sie überfiel uns als erstes mit der Tatsache, dass auch in Finnland Frauen nur etwa 80 Cent verdienen, wo Männer einen Euro bekommen und Schulen und Krankenhäuser immer von männlichen Exemplaren der Spezies geleitet werden. Genderfragen waren aber nicht ihr einziges Spezialgebiet, z.B. wurden wir angesichts eines Schwanenpaares, das friedlich zwischen den Inseln dahinglitt, über die lebenslange Treue mancher Paare im Tierreich informiert aber ebenso auch über die Quadratmeterpreise der Nobelwohngen auf den idyllischen Inseln oder am Hafen.

helsinki-2.jpgNeu war mir, dass Finnland schon heute ganz enorm unter dem Klimawandel zu leiden hat. Wir befanden uns gerade am Ende einer für Finnland unglaublichen, 14tägigen Hitzeperiode, bei der es ständig 30 Grad gegeben hatte. Im verglasten Balkon ihrer Wohnung hatte sie schon am Morgen 60 Grad gemessen.
Auch diese Frau strahlte eine gute Portion nationalen Stolzes und nationalen Selbstbewußtseins aus, aber dieses Selbstbewußtsein hatte keine Tendenz, dabei irgend einer anderen Nation an die Karre zu fahren.
Ansonsten überfiel unsere vergnügliche Reiseleiterin dann schließlich doch noch so etwas wie ein missionarisches Sendungsbewußtsein, als es nämlich um das finnische Nationalheiligtum, die Sauna, ging. Dass Kinder in Finnland in der Sauna geboten werden, hatte ich zwar schon gehört. Dass man aber die Toten dort aufbahrt, war mir neu und ich frage mich immer noch, ob ich hier der Selbstironie dieser Dame aufgesessen bin oder ob diese Sitte wirklich existiert.
Auch sie verschwieg uns nicht das Durchschnittseinkommen der Finnen (2500 Euro), wobei das Leben in Finnland teuer ist und z.B. die Rentner kein allzu üppiges Leben haben.

Aber all das mache den Finnen nichts aus. Es gäbe da ein finnisches Wort, das soviel wie Zähigkeit, Kraft, Ausdauer und Mut bedeutet. Ich habe mir dieses Wort natürlich nicht gemerkt, habe noch so einen Klang wie „Saschid“ im Ohr. „Mit Saschid“, so sagt man in Finnland, erzählte sie verschmitzt,“kommt der Finne durch den grauen Granit“.
Ihr jedenfalls konnte man das unmittelbar abnehmen.

Auf dem Rückweg zum Hafen ließen wir uns vom Busfahrer mitten in der Stadt absetzen, um auf eigene Faust den Markt, die alten Markthallen und die Innenstadt von Helsinki zu erleben. Mitreisende hatten mir das wärmstens empfohlen. Die Rückfahrt zum Hafen ließe sich sehr leicht per Taxe bewerkstelligen.

Also schlenderten wir gemütlich für eine gute Stunde durch die alten Markthallen, kauften finnische Süßigkeiten und eine große Tüte getrocknete Steinpilze für kranich, leisteten uns für 3 Euro (1 Bällchen) ein wirklich leckeres Eis.

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Wir staunten danach auf dem offenen Markt über das große Angebot an geschmackvollen und wirklich schönen, freilich recht teuren Andenken. Nur mit Mühe konnten wir uns gegenseitig davon abhalten, einen Kuscheltier-Elch zu erstehen, das netteste und wunderbarste Kuscheltier, das ich seit langem gesehen habe. Lieder fehlen uns aber für solche Käufe inzwischen die Alibikinder und meine Tochter meinte, dass sich ihr irisches Aupair-Kind, dem sie ein kleines Geschenk mitbringen will, über ein deutsches Pferd (denn sie liebt Pferde) mehr freuen würde als über einen finnischen Elch, womit sie wahrscheinlich Recht hat…)

Für die Rückfahrt einschließlich Taxissuche hatten wir uns eine halbe Stunde eingeräumt. Um 17.30 Uhr war Einlassschluss auf der Arielle. Um 17.20 Uhr suchten wir noch immer nach einem Taxi. Diese fuhren zwar ständig, mit Passagieren belegt, an uns vorbei, aber keines hielt am davor gekennzeichneten Stand. Mit hängender Zunge, rasendem Puls und dank der guten Englischkenntnisse und Nerven einer Mitreisenden, der wir uns angeschlossen hatte, erwischten wir dann doch ein Taxi. Aallerdings war unser Anlegekai dem Mann am Steuer unbekannt. Dank Stadtplan und trotz Staus – schon mit Blick auf die Arielle, die weiß und unschuldig hinten im Hafenbecken lag – erreichten wir das Schiff in letzter Minute. Eine halbe Stunde später hätte es unerbittlich abgelegt und wir hätten unsere Reise nach Stockholm aus dem Stand heraus und bis zum nächsten Morgen alleine fortsetzen müssen.In Helsinki haben wir uns spontan beide super wohl gefühlt.
Irgendwie hatte ich mit Finnland Kühle, vielleicht auch Steifheit und Distanz verbunden. Helsinki kam uns jedoch unglaublich vertraut, freundlich, übersichtlich, stressfrei und irgendwie so vor, als wären wir hier immer schon gewesen.
Ich denke, Helsinki kam uns so anheimelnd vor, weil wir das Gefühl hatten, wieder zu Hause zu sein, im nordeuropäischen Westen. Viel war so, wie wir es kennen. Und das, was anders war, war durchweg sympathisch und einladend.
Ich werde mir Helsinki und Finnland vormerken als einen von den Orten, die ich noch eimal in Ruhe besuchen möchte.

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Kreuzfahrt, die 6. – Station St. Petersburg

Am Tag davor in einem Land, wo die Russen gehasst werden. Heute aber in Russland, in Russlands europäischster Großstadt.

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Hafenimpressionen

Unser „Rendezvous mit der Geschichte“ führte uns vor allem zurück in die Zeit der Zaren. St. Petersburg erschien uns als eine Stadt voller Paläste, voller Prunk, voller Kirchen, in denen das Blattgold von allen Wänden schimmerte. „Ein richtiges Märchenland“, meinte meine Tochter.

Die morgendliche Besichtigung des Katharinenpalastes war von der Logistik her ein Skandal und mehr eine Karikatur einer Besichtigung als alles andere.
Unser Gang durch die goldenen Säle sollte uns staunendes Entzücken über den Reichtum und den Prunk der vergangenen Zarendynastie entlocken.

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In einem der Räume saßen Restaurateure an Tischen und kümmerten sich nicht um die Touristenscharen, die an ihnen vorbei zogen.

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Die Zarenfamilie wurde uns während dieses Landganges regelrecht vertraut, fast wuchs sie uns ans Herz. Wir wurden in familiäre Details eingeweiht und begannen ihre Sorgen zu teilen. Ihre gesellschaftliche Rolle freilich und das Leben der Bevölkerung unter ihrer Herrschaft wurden mit keinem Wort erwähnt.
Die Stadtrundfahrt am Nachmittag zeigte uns wieder vor allem Paläste, Paläste an Flussufern vor allem, riesige Paläste mit endlosen Fensterreihen und Zimmerfluchten.

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Man bekam den Eindruck, St. Petersburg sei ein einziger Ballsaal gewesen und die Zarenzeit eine Zeit, in der das Leben in Saus und Braus dahinjagte.
Die Zeit nach der Oktoerrevolution wurde mehr oder weniger höflich ausgespart. Heute schien man zufrieden damit, wieder Anschluss gefunden zu haben an die vorherige geschichtliche Epoche und ging so vertraut mit ihr um wie mit der Geschichte der eigenen Großeltern. Mir kam es so vor, als wolle man eine Gesellschaftsordnung rehabilitieren, die Ruhm und Ehre, Glanz und Reichtum für Russland und die eigenen Identität mit dieser Nation bedeutet, egal was sie sonst darstellte und nicht beachtend, dass sie viele Jahrzehnte lang die Leibeigenschaft pflegte und dass in dieser Epoche – vielleicht wie eben heute auch wieder – ganz wenige Reiche vor lauter Reichtum ihre Wände mit Geld tapezieren mussten, während run herum Armut herrschte.
Die Sowjetunion tauchte in den Schilderungen unserer Reiseführerin nur in den Funktionen auf, die die feudalen Gebäude während ihrer Herrschaft hatten einnehmen müssen: Zweckentfremdungen wie z.B. die Unterbringung eines Museums der Oktoberrevolution im Palast einer Primaballerina, die den Bruder des Zaren im Exil heiratete. Heute gehört dieser Palast selbstverständlich wieder den Nachfahren der Primaballerina.
Vor dem Winterpalast standen Stoßstange an Stoßstange Touristenbusse und Souvenierläden.

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Auf dem Panzerkreuzer Aurora flatterte die russische Flagge.
In der Isaak-Kathetrale hing aus der Mitte der Kuppel ein foucaultsches Pendel, das, wie unsere Reiseführerin mit tiefer Verachtung in der Stimme meinte, beweisen sollte, dass es keinen Gott gebe, da sich die Erde um die Sonne drehe und sich nicht alles um die Erde dreht. Heute hängt hoch oben an dieser Stelle in der Kuppel eine weiße Taube als Sinnbild des ewigen Geistes.
Nicht nur der Feudalismus wird den vergangenen „Schrecken des Kommunismus“ deutlich vorgezogen, auch die Aufklärung muss offenbar über die Klinge springen. So kunstbeflissen die Reiseleiterin war, Brecht’s „Und sie bewegt sich doch“ , schien ihr kein Begriff und das Ganze keine Aussage, die etwas mit Geist zu tun haben könnte.

Einmal freilich erwähnte unsere Reiseführerin einen großen Park mit vielen Seen, der für die arbeitende Bevölkerung gebaut worden sei in der Sowjetunion. Sonst spielte die Bevölkerung kaum eine Rolle, weder die in der Zarenzeit noch die heutige. Nur das heutige Durchschnittseinkommen teilte sie uns mit, es war nicht hoch.
Ein Leibeigener wurde noch erwähnt, der das Modell der Isaak-Kathedrale aus einem Block geschnitzt hatte, dafür 10 Jahre seines Lebens brauchte und als Gegenleistung frei gelassen wurde. Und ohne weiteren Kommentar wurde mitgeteilt, dass die Bevölkerung Russlands als kollektive Strafe für ein Attentat auf einen der Zaren mit zusätzlichen Steuern die sogenannte „Blutkirche“ finanzieren musste.

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Sehr bald habe ich aufgehört, den Ausführungen der Reiseleiterin im Bus zuzuhören und brav bei den Fotostopps den Bus zu verlassen. Ich habe intensiv aus dem Busfenster geschaut und versucht, die Atmosphäre dieser Stadt mitzubekommen, normale Leute zu beobachten, die auf den Straßen liefen oder herumstanden, Ansichten dieser Stadt festzuhalten, die für mich sehenswert waren, auch wenn sie weder mit Blattgold noch mit einem berühmten Namen geschmückt waren. Durch das Bussfenster sind mir eine Reihe Schnapschüsse geglückt, die mir im Nachhinein dieses St. Petersburg wieder lebendig machen.

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Eine lebendige Stadt, beschäftigte Menschen, lachende Menschen, ernste Menschen, Paare, alles nicht herausgeputzt, Vieles eher schmuddelig oder grau aber überzeugend in seiner Weite und Größe, mit seinen breiten Flüssen und schmiedeisernen Brückengeländern, seinen hellen Horizonten.

Das Rendevouz mit der Geschichte, das uns geboten wurde, beschränkte sich auf eine Art „Goldenes Blatt“-Tour für die Gesellschaft des Zarenreiches. Und zu meinem Staunen schienen sich alle mit dieser Gesellschaft, die uns nahegebracht wurde, zu identifizieren, die Reiseleiterin aber auch meine Mitreisenden. „Ganz schön aufwendig das Kochen außerhalb der Paläste damals“, hörte ich hinter mir einen Mann zu seiner Frau sagen, „aber damals hatte man ja noch mehr Personal“.
Ich frage mich, ob dieses Paar sich darüber klar war, dass sie damals wohl kaum zur Zarenfamilie vielleicht aber selber zum Personal gehört hätten.

Einen Lenin sahen wir noch stehen….
„Das hätten die sich 1917 damals besser überlegen sollen“, witzelte ein Reiseteilnehmer, „dann stünden sie heute auch besser da die Russen“.
Die kommunistische Phase wurde uns hier schlicht als Phase der Unterdrückung (Enteignung der Palastbesitzer, Mißachtung der Religion) dargestellt. Heute, so verkündete der Werbefilm für St. Petersburg, der auf unsererem Fernseher auf dem Schiff lief, ist diese Stadt endlich befreit.

Die Befreier haben ihre deutlichen Spuren im Stadtbild hinterlassen: kein Konzern, kein Multi, der hier fehlt, der nicht seinen Schriftzug in großen, beherrschenden Lettern dem Stadtbild aufgedrückt hätte.

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Kreuzfahrt, die 5. – Station Tallinn (Estland)

Die Kreuzfahrt stand unter dem Motto „Rendevouz mit der Geschichte“, das konnte einiges bedeuten. Auf alle Fälle versprach sie mir den ersten Kontakt mit vier großen Städten, am Baltischen Meer, die alle in der Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt haben und heute – bis auf St. Petersburg – Hauptstädte sind.
Ich war gespannt, wie dieses Rendevouz aussehen, vor allem welche Geschichte uns präsentiert werden würde .

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Unser erster Landgang war in Tallinn, mir bis dahin und vielleicht auch anderen nur bekannt unter dem Namen Reval.

Tallinn ist die Hauptstadt der 1992 gegründeten Republik Estland. Hier leben ca. 400 000 Einwohner, das sind etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes. Das Volk stammt ursprünglich aus der Wolgagegend, ist ca. 600 nach Chr. von dort eingewandert. Die estnische Sprache ist keine indogermaische Sprache und mit dem Finnischen und entfernt mit dem Ungarischen verwandt. Mit den beiden anderen baltischen Ländern Lettland und Litauen gibt es weder sprachlich noch ethnisch wesentliche Verbindungen.
44 % der Fläche des Landes sind mit Wald bedeckt, was Holz zum zentralen Wirtschaftfaktor macht. Das Land hat über 1000 zum Teil kleine Flüsse und 1500 Seen.
Die Gründung von Tallin geht ins frühe Mittelalter zurück.

Estland stand über viele Jahrhunderte hinweg unter Fremdherrschaft oder unter fremder Verwaltung (Deutscher Ritterorden, Schweden, Russen, Dänen, Nazideutschland und die Sowjetunion). Die Deutschen waren in der Oberschicht des Landes lange stark vertreten. Zur Zeit der sowjetischen Verwaltung wurden verstärkt Russen in Estland angesiedelt.
Die Gründung ihrer jungen Republik erfüllt die Esten ganz offensichtlich mit Stolz. Auch unsere Reiseleiterin sprühte vor Stolz und Engagement für ihr Land.

Estland ist inzwischen EU-Mitglied und auch NATO-Mitglied. Der neue Staat wurde nach skandinavischem Vorbild mit wenig Hierarchien aufgebaut. Estland ist eine parlamentarische Demokratie. (Die Wahlbeteiligung für das erste Parlament, entnehme ich Wikipedia, betrug allerdings unter 30%). Estland gilt als moderner und aufgeklärter Staat. Z.B. besteht ein Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Internetzugang für jedermann. (Mein Sohn allerdings machte mich gestern darauf aufmerksam, dass vor kurzem heftige Pöbeleien gegen Homosexuelle in Tallin vorgefallen sind!)
Wirtschaftlich entschied sich die Regierung des Landes für einen neoliberalen Kurs. Derzeit arbeitet man gegen die hohe Inflationsrate an, stramm dem Euro entgegen.
Bis dahin werden die Touristen mit ihren Euros noch mächtig abkassiert und übers Ohr gehauen, wie wir am eigenen Leibe erfahren konnten.
Die Arbeitslosenquote liegt nur bei 2 oder 3 Prozent. Man überlegt, ob man aus Bulgarien Arbeitskräfte ins Land holen soll. Im Ostteil Tallinns besteht eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit, aber die Verkehrsanbindungen sind so schlecht, dass die Leute von dort nicht nach Tallin kommen können, wurde uns erzählt.

Vom Hafen aus präsentierte sich Tallinn, eine ehemalige Hansestadt einladend und malerisch.
Unser 2 stündiger Gang durch die bemerkenswert grüne, touristisch herausgeputzte aber nicht aufdringlich gestaltete mittelalterliche Oberstadt und die neuere Altstadt brachte uns Anblicke hübscher Häuser und prächtiger bürgerlicher Gildegebäude. Unsere kleine Gruppe Nr. 10 lauschte den Ausführungen der gut deutsch sprechenden Fremdführerin, die interessant erzählen konnte, uns viel über Estland und seine Hauptstadt vermittelte und uns einen relativ stressfreien Vormittag ermöglichte, der mit einer halbstündigen Rast am Rathausplatz endete, wo wir uns individuell umschauen konnten. Bis auf ein paar Regentropfen am Beginn des Rundgangs spielte auch das Wetter mit.

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Ich wußte von Estland nichts. Fast nichts:
Unser Holzhaus auf der Streusandbüchse ist ein estisches Haus und wurde von estischen Arbeitern errichtet.
Dann ging vor einigen Monaten die Sache mit dem sowjetischen Kriegerdenkmal in Tallinn durch die Presse, wo eine Reihe von sowjetischen Kriegsgräbern mitsamt dem Denkmal der antifaschitischen Befreiung aus einem kleinen Park der Innenstadt auf einen außerhalb liegenden Soldatenfriedhof verbannt worden war – begleitet von Protesten der russischen Bevölkerung.

Das alles machte mich neugierig.

68% der Bevölkerung ist estnisch. 26% sind Russen.
Ich fragte unsere Reiseführerin, wie sich denn die große russische Minderheit in Estland fühle. Sie antwortete sehr ausweichend. Sie meinte, den Russen passe es nicht, dass Estnisch die Verkehrssprache sei. Ansonsten wollte sie sich über dieses Thema nicht äußern.

Im Wikipedia steht zu lesen: „Trotz zahlreicher staatlicher Programme ist es noch nicht gelungen, die in der Zeit der Sowjetunion zugewanderten bzw. gezielt angesiedelten Einwohner nicht-estnischer Nationalität vollständig zu integrieren. Es gibt sogar Russen, die ihre Familiennamen geändert haben, in der Hoffnung, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Im Durchschnitt verfügen die Esten im Vergleich zu der russischsprachigen Minderheit über ein höheres Einkommen. Esten sind vor allem in Leitungspositionen anzutreffen, Russen eher im Dienstleistungs- und Produktionsbereich. Mittlerweile lassen sich zahlreiche Ausländer einbürgern. Das Einbürgerungsverfahren ist jedoch mit einem Sprachtest verbunden, den viele vor allem ältere Russen als unzumutbar und schwierig empfinden. Teilweise lehnen sie es aus Nationalstolz auch ab, Estnisch zu lernen. Jüngere Russen beherrschen vielfach estnisch und tun sich mit den Aufnahmekriterien leichter. In letzter Zeit bringen Russen vermehrt ihre Kinder in die estnischen Kindergärten und Schulen, um ihnen eine bessere Integration zu ermöglichen.“

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Als wir an dem Park des ehemaligen antifaschistischen Denkmals mit dem Bus vorbeifuhren, erzählte sie von dem Ereignis. In ihren Augen hatten ein paar verrückte Jugendliche mit roten Fahnen herumgewedelt. Aber das Ärgernis sei jetzt beseitigt.
In der Oberstadt führte sie uns vor eine Gedenktafel, auf der ca. 50 Namen (ein Fünftel davon deutsche Namen) von estnischen Bürgern vermerkt sind, die unter der Sowjetischen Oberherrschaft nach Sibirien transportiert wurden. Sie spricht vom „kommunistischen Terror“.

Nein, sie liebt die Russen nicht. Als Leute aus der Gruppe etwas zu einer orthodoxen Kirche fragen, macht sie die Bemerkung, wie hübsch der Platz sein würde, wenn man diese Kirche abreißen könnte….
Je länger ich ihr zuhörte, desto mehr bekam ich den Eindruck, dass sich bei ihr und vielleicht bei vielen Esten der Nationalstolz und die Wut auf jede Fremdherrschaft mit dem Antikommunismus aufs Engste verbunden hat. Russisch, sowjetisch und kommunistisch wurden gleichgesetzt und waren vor allem eins: eine Unterdrückung des estnischen Volkes.
Die Jahre der Besetzung durch Hitlerdeutschland waren für sie keine Erwähnung wert. Was in dieser Zeit mit den estnischen Juden geschehen ist, kam nicht zur Sprache.
Die antifaschistische Befreiung war für sie keine Befreiung sondern die Ablösung einer Fremdherrschaft durch eine andere, noch weniger geliebte.
Die Entfernung des Denkmals war für sie die Verbannung eines verhassten Herrschaftsanspruches der Russen. Dass die Esten damit gleichzeitig die Rolle der roten Armee als die Befreierin von einer faschistischen Okupation nicht nur in ihrer historischen Bedeutung geleugnet sondern wahrscheinlich ganz aus ihrer Geschichtswahrnehmung verbannt haben, war für sie kein Thema.

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Kreuzfahrt, die 4. – Ostseetourismus

Die Kreuzfahrt war für mich eine Begegnung mit dem heutigen Tourismus…

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Das Temp0 von durchschnittlich 17 Knoten, mit dem die Arielle die Ostsee durchkreuzte, war eine angenehme Reisegeschwindigkeit und es war ein gutes Gefühl, eine Nacht und einen Tag zu brauchen, um das 1. Reiseziel anlaufen zu können.
Anders war es dann mit den Geschwindigkeiten an Land: die Busfahrten ließen oft kaum einen Blick auf das von der Reiseleiterin angekündigte oder beschriebene Objekt zu. Manches erhaschte man nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ab und zu war es möglich, einen Anblick für wenige Minuten zu genießen. Die Atmosphäre der Städte, durch die wir auf diese Weise fuhren, vermittelte sich deshalb nur sehr distanziert und auch nur dann, wenn man es schaffte, all die sogenannten angepriesenen Sehenswürdigkeiten zu vernachlässigen und sich auf das Gesamtbild der Straßen, Plätze und Stadtviertel einzulassen… In Petersburg habe ich das geschafft und einfach dem Straßenleben der Petersburger zu geschaut. (s. Kreuzfahrt, die 6. St. Petersburg).

Bei Fußmärschen war das Tempo zwar langsam, dafür wälzte man sich aber meist eng verkeilt in einer Gruppe von Mitreisenden durch irgendwelche Gebäude oder Altstadtstraßen, die mit anderen Touristengruppen vollgestopft waren und wurde von Blickwinkel zu Aussichtspunkte geschleust.

Einzig die Pferdekutschfahrt durch die Altstadt von Stockholm (s. Kreuzfahrt, die 8. Stockholm) legte ein Tempo vor, das einem ermöglichte, mit Genuss und in angemessener Genauigkeit sowohl Gebäude zu betrachten, den Erläuterungen des Reisebegleiters zu lauschen und gleichzeitig auch noch etwas Atmosphäre zu schnuppern…

Da ich sonst immer individuell reise und dabei auch gern recht kleinschrittig vorgehe, also mir überschaubare geografische Räume vornehme und mir möglischst Zeit lasse, um eine Stadt oder einen Landstrich kennen zu lernen und vielleicht sogar vom Leben der Bewohner eine Ahnung zu bekommen, war diese Art von Tourismus für mich neu. Bisher hatte ich mich immer über diese Gruppen von mit Fotoapparaten bewaffneten Touristen lustig gemacht, jetzt steckte ich selber mittendrin.

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Der Gang durch den Katharinenpalast in St. Petersburg, bei dem unsere Reiseführerin uns immer 5 Schritte weiter durch die wogenden Touristenmassen boxte, die alle wie eine große Hammelherde durch die goldbeladenen Prunkzimmer geschleust wurden (das Bernsteinzimmer, auf das alle so schrecklich scharf waren und das nicht fotografiert werden durfte, konnten wir auf diese Weise ganze 30 Sekunden lang anschauen) und die Fotostopps bei der Stadtrundfahrt, die uns erlaubten, für 5 Minuten den Bus zu verlassen, um irgend eine berühmte Sehenswürdigkeit abzufotografieren – das waren wirklich die größten Hämmer in dieser Hinsicht.

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Warten auf den Einlass in den Katharinenpalast

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Der Bus während eines Fotostopps in St. Petersburg

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Fotostopp vor der „Blutkirche“ in St. Petersburg

Ansonsten blieb die Tatsache, in so kurzer Zeit so viele Länder besucht und so viele große Städte gesehen zu haben, für uns seltsam unwirklich. Man war einfach da, wie hingebeamt, man fiel sozusagen plötzlich und unvermittelt mitten in die Stadt hinein und dann war man auch schon wieder weg und gleich wo anders.
Ich möchte mich meinen Reisezielen eigentlich langsam nähern, die Übergänge von einem zu nächsten Land erfahren und erkennen können, möchte irgendwie spüren, dass ich einen langen Weg zurücklegen musste, um dieses Ziel zu erreichen. Der Seeweg blieb für mich in der Hinsicht doch irreal und als Weg auf ein Ziel hin nicht erfahrbar.

Natürlich ist eine große Oberflächlichkeit beim Kennenlernen von Städten und Ländern bei so wenig zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu vermeiden. Aber ich denke, diese Oberfläcjhlichkeit hat auch System. Und wenn ich den im Werbefilm z.B. für Finnland angebotenen 4 wöchigen Abenteuerurlaub per Kanu buchen würde, bliebe sie trotzdem erhalten. Sie beruht m. E. darauf, dass solche Art von Tourismus keine Annäherung an die Wirklichkeit des fremden Landes und der Menschen in diesem Land bedeutet oder auch nur versucht, sondern nur eine Art „Spaßausbeutung“ der Ressourcen darstellt, die dieses Land bietet: staunenswerte, prunkvolle, berühmte, ginnesbuchreife Bauwerke, Orte, Naturerscheinungen und Anblicke, ggf. günstige Einkäufe und Schnäppchen, typische Souveniers, mit denen man die Tatsache anzeigen und signalisieren kann, dass man dort und dort wirklich gewesen ist, Nutzung der landesspezifischen Naturschönheiten und Naturwildheiten für eigene Abenteuer und Erlebnisse.
Das alles erinnerte mich an die Schneeleopardenjagd der arabischen Prinzen in Aitmatows „Der Schneeleopard“ (s. http://meinglashaus.de/2007/05/17/95/). Und es fallen mir die Touristen ein, die nach dem Tsunami schon wieder die Sonne am Strand genossen, noch während an anderen Küstenstreifen die Leichen weggebracht wurden, – und dies sogar damit begründeten, dass sie diesen Ländern am meisten dadurch helfen würden, dass sie als Touristen nicht wegblieben sondern das Land weiter nutzen würden…
Tourismus als gesellschaftliche Erscheinung, bei der sich Menschen von der Tafel fremder Länder nach ihrem eigenen Geschmack und ihren eigenen Bedürfnissen bedienen und dies dürfen und sogar sollen, weil sie zahlen können.

Ich will den Tourismus nicht verteufeln. Selbst in Stockholm sagte der Reiseführer, der uns auf der Pferdekutsche durch die Altstadt begleitete, dass Stockholm enorm von den vielen Kreuzfahrtschiffen profitiere, die jährlich eine unglaubliche Masse an Touristen an Land spülten …
O.K. wir waren dabei…

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Warteschlangen bei der Rückkehr der Passagiere aufs Schiff

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Kreuzfahrt, die 3. – Die Kreuzschifffahrer

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Unter den über 1000 Reisenden es gab mehrere Mutter-Tochter Paare wie uns.
Eine besondere Gruppe waren die Familien, die mit meist kleineren Kindern reisten (Kinder konnten bis zum 17. Lebensalter umsonst in der elterlichen Kabine sozusagen im 1. Stock untergebracht und mitgenommen werden). Etwa 140 Kinder und Jugendliche tummelten sich auf dem Schiff und wurden offenbar ziemlich gut betreut, aßen mit ihrer Betreuerin weit weg von ihren entlasteten Eltern und jagten ziemlich munter und meist mit einem geduldigen Lächeln der älteren Passagiere bedacht über die Decks, durch die Treppenhäuser und Flure. Einmal wurde ich um ein Stück lakierten Fingernagel gebeten, den drei kleine Mädchen für ihr gerade laufendes Geländespiel brauchten. Überraschender Weise hatte ich sogar eine Schere dabei und sie wurden bei mir fündig und trugen ihre Trophäe in einer Papierserviette davon. Ob „meine“ Gruppe gewonnen hat, habe ich leider nie erfahren.
Die meisten Passagiere aber waren ältere Paare, 55 aufwärts, einige richtig alte und gebrechliche Leute waren auch dabei. Eine kleine Gruppe Frauen reisten mit Freundinnen.
Die KreuzschifffahrerInnen waren nur zum Teil Individualreisende. Es gab drei größere Gruppen, die über eine Tageszeitung zu dieser Kreuzfahrt gekommen waren.

KreuzschiffahrerInnen sind eine eigene Spezies….
Ich habe mich während der Reise immer wieder gefragt, was eigentlich die Leute an der Kreuzschiffahrt reizt.
Sicher ist für viele, wie für mich, das Meer ausschlaggeben, das Erlebnis, einige Tage von allem getrennt zu sein, zwischen den Alltag und einen selber unüberbrückbare Seemeilen zu rücken…. (Aber es gab immerhin 6 Internet-Plätze auf dem Schiff, die aber nur wenig genutzt wurden).

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Aber was bringt die Menschen sonst noch dazu, sich für so viel Geld mit 1000 Leuten in ein Schiff und enge Kabinen zu zwängen und eine so gedrängte Reise auf sich zu nehmen, die einem in nur 8 Tagen das Erleben von vier verschiedenen Ländern und deren Hauptstädten ermöglicht?
Beim Beobachten unserer lieben Mitreisenden schienen uns folgende Motivationslagen ausschlaggebend:

  • Viele finden es offenbar angenehm, so auf die Schnelle Vieles mitzunehmen. Mein Tischnachbar aus Dortmund, der hiermit die 17. Kreuzfahrt absolvierte, erzählte, dass er und seine Frau auch in Kiel aussteigen  und nicht – wie ein Teil der Gruppe nach Norwegen weiterfahren würden. „Norwegen haben wir ja schon letztes Jahr gehabt“, erklärte er mir mit einem bescheidenen Lächeln.
    Die organisierten Landgänge, die 3 „Sehenswürdigkeiten“ in einen Zeitraum von 3 Stunden hineinstecken, die Busfahrten und Fotostopps durchführen, bei denen man dann drei-, viermal aussteigen kann und jeweils 5 Minuten Zeit hat, um ein paar Fotos von irgendeiner Sehenswürdigkeit zu schießen, kommen diesem Bedürfnis offenbar nach. „Als ich mir letzes Jahr dann meine Fotos angeschaut habe, war ich verblüfft, zu sehen, wo wir alles gewesen sind“, erzählt mir eine Mitfünfzigerin im Bus zwischen Hafen von St. Petersburg und der ersten angefahreenen Sehenswürdigkeit, dem Katharinenpalast. sie hatte mit ihrem Mann auch schon mehrere Kreuzfahrten absolviert.
    Wir hatten nach den Landgängen immer ein völlig unwirkliches Gefühl, so als wären wir gar nicht da gewesen, sondern hätten nur einen der Werbekulturfilme angesehen, die den ganzen Tag auf den Fernsehkanälen des Schiffes gezeigt wurden.
    Aber auch wir waren froh, dass uns andere die Organisation und die Logistik abgenommen haben. Beim Versuch in Helsinki, auf eigene Faust ein wenig die Stadt zu erobern, hätten wir beinahe den letzten Einlass an Bord verpasst, weil unsere Taxe im Stau stecken blieb…)
  • Für Viele steht Kreuzfahrt offenbar für Luxus, für das Vergnügen, sich rund herum verwöhnen zu lassen und es sich leisten zu können: So viel und lecker essen, wie man möchte (schließlich hat man dafür auch ganz schön gezahlt), sich verwöhnen lassen beim Bord eigenen Friseur oder bei einer Teilmassage, jeden Abend eine bunte, etwas kitschige aber durchaus unterhaltende Tanz- und Musikshow genießen, die von den 8 Tänzern, 4 Sängern und den 6 Musikern geboten wird, das gepflegte Speisen im Restaurant an weißgedeckten Tischen mit Gedecken, die 4 verschiedene Gabeln und 2 Weingläser bereithieten, mit Kellnern, die einem die steifgestärkte Serviette eigenhändig auf dem Schoß ausbreitetenn und die schockiert den Kopf schüttelten, wenn man bei den gereichten Salatsoßen selber nach dem Löffelchen griff, anstatt diese Aufgabe dem dienstbaren Geistern zu überlassen.
    Und schließlich sind da noch die beiden Abende, an denen Galakleidung gewünscht wurde für den Empfang beim Kapitätn und dem anschließenden Gala-Diner: Plötzlich quoll alles in Anzug und im kleinem oder langem Schwarzen aus den Kabinen  und zeigte, was man so hatte und was man darstellte.
    In den Unterlagen, die das Reiseunternehmen seinen Gästen vor Antritt der Fahrt zusandte, wurde eine Hotline angeboten für den Fall, dass man sich in Sachen Kleidung für den Galaabend unsicher ist….
    So ist denn auch die Qualität dessen, was die Arielle zu bieten hat im Vergleich zu anderen Kreuzfahrtschiffen und anderen Reiseunternehmungen das Hauptthema unter den Reisenden: Was bekommen wir für unser gutes Geld?
  • Natürlich reizt viele auch die Aussicht auf die endlosen Sonnenbäder in kühler Luft, das Faulenzen angesichts einer zahllosen Crew von Leuten, die tagein, tagaus nur darauf bedacht sind, ihnen den Urlaub so schön und so bequem wie möglich zu machen…..
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Für mich waren diese drei Aspekte der Kreuzfahrt nicht so ganz das, was wir uns von einer Reise versprechen. Es war ganz lustig und interessant, so etwas einmal zu erleben. Aber ich werde die nächste Reise und sicher auch die nächste Seereise nicht mehr auf so einem Kreuzfahrtschiff machen:

  • Es war mir insgesamt zu voll. Obwohl das Schiff recht groß war und es viele Abwechslungsmöglichkeiten und differenzierte Raum- und Beschäftigungsangebote gab, konnte man sich eigentlich nie zurückziehen, es sei denn in der eigenen Kabine. Bis auf einsame Rundgänge auf dem Promenadendeck nach Sonnenuntergang war man eigentlich immer unter Leuten, manchmal auch im Gedränge.
  • Das, was ich unter Reisen verstehe, sieht ganz anders aus. Wir haben nicht Länder und deren Bewohner kennengelernt sondern sie bloß angeglotzt, uns selektiv aus ihrer Wirklichkeit einige Spaßfaktoren herausgeklaubt und sind dann – wie im Zoo – zum nächsten Käfig, pardon Land, weitergegangen.
  • Das Bedientwerden fiel mir sehr bald auf den Wecker. Ich fühlte mich regelrecht eingeengt und wir speisten lieber im Bistro, wo wir uns das holen konnten, was wir mochten und es so verspeisen konnten, wie wir Lust hatten. (Und selbst hier räumten Kellner die abgegessenen Teller schneller weg als man gucken konnte, und manchmal auch dann, wenn man noch gar nicht ganz fertig war..). Unser „Zimmermädchen“ machte täglich die Betten und klemmte das Oberbett hinten unter die Matraze und wir durften es jeden Abend wieder mühevoll darunter hervorzerren. Und gegen Abend kam sie erneut und schlug die Tagesdecke für uns zurück.
    Bedient werden kann wirklich lästig werden: Wenn man es genau bedachte, fingen  die Fürsten und Kaiser, die Zaren und Prominenten, von denen wir auf dieser Reise so viel zu hören und zu sehen bekamen, schon an, uns richtig Leid zu tun, weil sie ja auch immerzu bedient wurden und nie ihre eigenen Herren waren….
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Kreuzfahrt, die 2. – Zurück auf dem Festland

Seit einigen Tagen bin ich zurück.
Nachdem wir in Kiel unserer Schiff wieder verlassen hatten und durch Schleswig-Holstein, Meck-Pomm und endlich Brandenburg fuhren, stellte ich mit Vergnügen fest, dass das feste Land seine eigenen Reize hat: über strohgelben, abgeerneten Felder lag noch immer Sommerluft und bis auf die Birken, Kastanien und Linden standen alle Bäume noch in Grün da. (Unsere Störche freilich sind genau in meiner Abwesenheit bereits nach Süden abgereist).

Ich bin wieder zu Hause und blättere in unserem Urlaubstagebuch, lasse die 258 brauchbaren Fotos durch den Beamer laufen und recherchiere ein wenig zu den Gegenden und Städten, in denen ich noch vor wenigen Tagen war:
* Die Ostsee, deren Lage und Ausdehnung ich nie wirklich im Kopf hatte,
* Tallinn und Estland, von denen ich fast nichts wußte,
* St. Petersburg, das ich immer so gern besucht hätte, als es noch Leningrad war ,
* Helsinki, das ich nur aus Kaurismäkis „Der Mann ohne Vergangenheit“ kannte,
* Stockholm, mir vertraut aus den Krimis von Sjöwall und Wahlöh und aus den Erzählungen eines Freundes, der dort einmal sehr glücklich war…..

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Für eine ganze Woche war die Arielle unser zu Hause, ein eher kleines Kreuzfahrtschiff mit etwas über 1000 Passagieren und einer Crew, die vor allem aus Moldavien, der Ukraine, aus Bulgarien, von den Philippinen und aus Griechenland stammte. Der Kapitätn war Grieche, ebenso die ersten Offiziere, die Unterhaltungschefin war eine gelernte Musikalsängerin aus Östereich, der Küchenchef, ein 2 Meter Mann, kam aus der Ukraine….
Natürlich lief die Arielle unter der Flagge der Bahamas.
Dieser Sommer wird ihr letzter Sommer als Arielle sein. Sie ist nicht arktisfest und ihr Verkauf steht an.

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Das Beste , um es gleich vorne weg zu sagen, war an der ganzen Kreuzfahrt für mich das Meer: Wasser so weit man sehen konnte, die beiden langen Tage auf See ohne Landaufenthalt, an denen man meinen konnte, der Mensch sei evolutionsmäßig noch nicht aus dem Wasser gestiegen und das Leben auf dem Meer wäre seine einzige Wirklichkeit.

Und auch die leichten Irritationen im Magen bei Windstärke 8 in der vorletzten Nacht konnten dieses Erlebnis nicht trüben.

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Mit einer zukünftigen Kapitänin, die gerade 5 Wochen auf einem Dreimaster ihr Vorpraktikum für das Nautikstudium absolviert hatte, war diese Reise besonders reizvoll, denn ich wurde mit Informationen gefüttert, die den normalsterblichen Kreuzschifffahrern nicht zuteil geworden sind: Z. B. wann man ohnmächtig wird, wenn man über Bord geht und in der kalten Ostsee herumschwimmen muss oder dass nicht der Anker sondern die Ankerkette das Schiff am Meeresboden festhält …
Die Crew und ihre Arbeit waren allerdings für uns tabu. Nur der Kapitän gab sich am 1. Abend die Ehre und ließ sich mit allen Gästen fotografieren.

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Die Bilder hingen dann an den Fluren der Decks. Wir stellten fest, dass der Kapitän auf allen ca. 500 Bildern exakt gleich lächelte. Profi….

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adé Streusandbüchse, ahoi Ostsee

Für die nächste Woche kreuze ich mit meiner Jüngsten auf der Ostsee herum.
Morgen werden die Koffer gepackt. Nachdem meine Lütte auf ihrem Segelschiff fünf Wochen lang kaum die Klamotten wechseln konnte und zum Teil in voller Montour geschlafen hat, damit sie die Ankerwache nachts um 2.00 Uhr nicht so kalt erwischen konnte, nimmt sie nun für unsere Abitur-Geschenk-Kreuzfahrt für jeden Tag ein anders Paar Schuhe mit. Nachholbedarf.

Vorerst also sage ich der Idylle in meiner Streusandbüchse adé. Noch bleibt mir das August Ende und der ganze September…..

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Impressionen vom täglchen Hundespaziergang mit Anka

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Und hier wohnt Familie Storch, zur Zeit ausgeflogen zum Frösche fangen Üben mit dem Nachwuchs in den sumpfigen Wiesen hinter der Pferdekoppel….

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