anlässlich meines Geburtstages….

weisheit

mit 16 wusste ich

alles

über mich und die welt.

mit 19 hoffte ich,

mich zu irren.

die letzten 40 jahre

habe ich dazu verwendet,

alle meine irrtümer

zu verifizieren.

 

mehr Gedichte und Texte von mir

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Herbst

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Ob wir es war haben wollen oder nicht: Es ist Herbst geworden……

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G 8 oder die Eliteschmiede

Ich fahre Autobahn, das Radio läuft, Deutschlandsender. Ich höre nur halb hin. Als der Begriff G8 fällt, stelle ich den Sender lauter.

Zu meiner Überraschung geht es nicht um die acht stärksten Wirtschaftländer und ihre Kumpanei sondern um das neue Gymnasiale Modell aus Hessen, das auch in Schleswigholstein diskutiert wird. Gymnasium in 8 Jahren. Die Gesamtschulen bzw. die neu eingeführten Stadtteilschulen bleiben bei 9 Jahren.

Ich staune, weniger darüber, dass sich Bildungspolitiker natürlich nicht von der geliebten Dreigliedrigkeit unseres Schulsystems trennen können und wollen und neben dem halbherzig integrierten Bildungsweg einer Gesamtschule mit Abiturmöglichkeit für die Elite das alte Gymnasium retten müssen….

Ich staune über die Kaltschnäuzigkeit, mit der der ja wohl konnotativ eindeutig belegte Begriff G8 in diesem Zusammenhang gebraucht wird. Das 8 Schuljahre umfassende Gymnasium ist der Bildungsweg, der auf kurzem und effektivem Wege in Richtung Elite und Führungskraft in der Wirtschaft und Politik führen soll.

Ich goggle nach G8 und finde, ein wenig einsam unter lauter Einträgen zu Heiligendamm und Nachfolgethemenn die G8-Schule aus Hessen. Und hier wird ganz klar gesagt, worum es dabei geht:

„Warum allgemeine Schulzeitverkürzung im gymnasialen Bildungsgang?
Um die Chancen der hessischen Jugendlichen im (inter)nationalen Vergleich zu verbessern, müssen die Ausbildungszeiten verkürzt werden. In der Bundesrepublik Deutschland herrscht Konsens darüber, dass hierzu das Schulsystem auch seinen Beitrag leisten muss. Damit zieht Deutschland mit den meisten europäischen und sehr vielen außereuropäischen Ländern gleich.Einhergehend mit Reformen der Studiengänge wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulabsolventen erheblich gesteigert.“ Hessisches Kultusministerium

Eliteschmiede für eine moderne Welt, so ist das also.
Der Rest kann und muss sich mehr Zeit lassen.
Das geht in doppeltem Sinne auf Kosten unserer Kids:

Zum einen wird die Gesamtschule, wie auch immer sie sich nennen mag, dann eine „Restschule“ bleiben und von wirklichen Entwicklungen abgeschnitten bleiben, wenn es daneben – für die „Besseren“ noch immer und verstärkt die Alternative Gymnasium gibt (vgl. mein Beitrag vom 17.6.)

Zum anderen geht diese Auffassung von Eliteschule auf Kosten der betroffenen Kinder. Hier werden Kinder zu Managern abgerichtet. Ein interessanter Beitrag aus der FAZ (immerhin!)

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So sind die Weiber …

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So sind die Weiber, erst jammern sie wochen-, monatelang wegen irgend so einer Kleinigkeit, die ihnen nicht passt. Und dann, wenn man die Geschichte endlich abgestellt hat, dann ist das ganz selbstverständlich und keiner Erwähnung mehr wert… (man beachte den Genitiv; bei mir ist der Dativ nämlich nicht dem Genitiv sein Tod!)

Also Folgendes:

Letzten Herbst stellte meine Mama fest, dass der Lichtschalter im Schlafzimmer auf der falschen Türseite gelandet ist, weil nämlich die Tür anders herum aufgeht, als eigentlich geplant.

Gut, mein Papa, die Gutmütigkeit in Person, machte sich dran, den Schalter auf die andere Seite zu legen. Schalter ging aber nicht. Sie kauften einen neuen,. Der ging, aber im Sicherungskasten brummte es gefährlich. Also wieder nichts. Und so blieb es im ganzen Winter und Frühjahr über abends im Schlafzimmer dunkel. D.h. jeder der reinwollte, musste sich erst im Dunklen an die Nachttischlampe herantasten…. Ich fand das immer spannend, denn ich sitze ja da in der Nähe und so war endlich mal was los…

Dann kam der Sommer, die Lampe wurde wegen des gefährlichen Brummens (! S.o.) weiterhin nicht benutzt. Der Besuch des Elektrikers aber verschob sich immer wieder, weil Papa immer noch warten wollte, bis all die kleinen Reparaturen und Nachbesserungen vollständig versammelt auf seiner Liste standen.

Mama grollte, manchmal lauter als das Gebrumm im Sicherungskasten.

Schließlich kamen die Elektriker jetzt, nach einem Jahr, zwei flotte junge Leute, die in 5 Minuten den Schalter mit einem Taster austauschten und sich ansonsten ganze zwei Nachmittage bei uns herumtrieben. Die Rechnung von 600 Euro ist jetzt bezahlt.

Mama nun betritt das Schlafzimmer und „klick“ macht sie herzlos und ohne sich was dabei zu denken einfach die Deckenlampe an. Und ich sitze urplötzlich im Flutlicht, ertappt sozusagen. Vorbei die spannenden Momente meines Lebens: Wird sie den Nachttischlampenschalter finden, ohne die Lampe runter zu schmeißen? Wird er es vorziehen, einfach im Dunklen in ihr Bett zu steigen….

Undankbar sind die Weiber, wirklich. Da ist meine Mama echt auch keine Ausnahme.

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Unruhige Beine (RLS) und das Hoffen auf die Forschung

Mein neuer Hausarzt schaut mich ungläubig an. Restless legs, bei dem die Dopamin-Präparate verschrieben werden, die auch bei Parkinson angewandt werden, soll tatsächlich nichts mit Parkinson zu tun haben? Nun gut, es gibt bis heute wenig Ärzte, die sich mit dieser widerlichen Krankheit auskennen. Ich bin froh, dass es inzwischen aber doch welche gibt, die sich kümmern und zudem die Selbsthilfegruppe RLS. Wieviele Jahre habe ich auch gedacht, ich hätte einfach nur eine psychosomatische Krankheit….

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Dass bis heute Unklarheit über die wirklichen Ursachen besteht, ist traurig. Freilich stirbt keiner an RLS, es sei denn, er setzt aus Verzweiflung seinem Leben ein Ende. Aber mein Hausarzt hat Recht, wenn er sagt: „Solange in unserer Gesellschaft die Gesundheitspolitik vom wirtschaftlichen Interesse der Profite in der Pharmaindustrie gelenkt wird, kann man kaum erwarten, dass die Forschung in die Fragen von Ursache und Heilung investiert.“  Ich muss froh sein, dass etwas für die Therapie getan wird, auch wenn die Krankheit damit unverändert bleibt…..

Und nun kam er endlich:
der lang angekündigte große Fragebogen der RLS-Gesellschaft, bei dem sämtliche Mitglieder der Selbsthilfegruppe mitmachen und ich hoffe noch viele Betroffene mehr. Hier soll endlich etwas mehr Licht in die Erkrankung der „Rastlosen Beine“ kommen!

Aber wie das so ist:

Sicher haben an der Uni Münster viele kluge Köpfe an dem Fragebogen gebastelt. Dennoch gefallen mir die Fragestellungen und die Antwortkategorien nicht. Ich weiß, ich bin eine unerträgliche Fragebogenbeantworterin. Ich schreibe immer Kommentare an den Rand und erläutere, warum mich bestimmte Alternativen nicht befriedigen und nicht wirklich zutreffen. Von den 12 angebotenen verbalen Beschreibungen der Mißempfindungen bei RLS, von Ziehen über Stechen, Drücken, Brennen… bis zum Schmerz gefällt mir keine so recht. Ich ergänze:
„Aufbau einer zunehmenden, bald unerträglichen Spannung in den Beinen (und ggf. Armen), die mich körperlich wie geistig völlig lahmlegt und alles andere ausschaltet und die nur durch eine Entladung gelöst werden kann: entweder durch unwillkürliches heftiges Zuckes des jeweiligen Gliedes (was besonders reizvoll ist, wenn man eigentlich schlafen will) oder durch aktive Bewegung. Wobei sich die Spannung nach wenigen Sekunden Latenzzeit gleich wieder aufläd; nicht eigentlich Schmerz aber Qual….“

Am Ende des Fragebogens lese ich dann die Bitte, davon abzusehen, etwas an den Rand zu schreiben…

Tut mir echt Leid, liebe Forscher und Forscherinnen, aber da sind die RLS-Pferde mit mir durchgegangen und die Hoffnung, dass ihr mit dieser Forschungsaktion endlich einen Schritt schafft in die Erhellung der Hintergründe dieser neurologischen Erkrankung. Zumindest für die nächste Generation sollte sich da doch endlich was ändern! Meine Jüngste hat die Krankheit auch schon (der Erbfaktor ist ja bekannt) und wie soll sie später in ihrer Kapitänskajüte mit ihren unruhigen Beinen klar kommen???

Fragebogen zum Schweregrad der RLS

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Mütter und andere Frauen

Was ich gestern über Frau Herman schrieb, das ist das eine: Sie hat Unrecht, weil sie uns sozusagen die Vaterliebe des Massenmörders als Vorbild hinhält.

Aber da ist auch noch mehr.
Das Frauenbild, das sie vorträgt ist für mich unerträglich, ist eine dümmliche Selbstbeschneidung, eine Verspottung all der Frauen, die für Frauenrechte, für ein gleichberechtigtes Leben von Frauen gekämpft haben. Frau definiert sich ebenso wenig über das Kinderkriegen wie ein Mann sich über das Kinderzeugen definiert. Ich habe drei Kinder und ich habe immer die Frauen verteidigt und anerkannt, die sich bewußt gegen Kinder entschieden haben.
Kinderkriegen ist eine gute Sache. Aber sie ist nicht Angelegenheit der Frau sondern der Menschheit. Eine Frau ohne Kinder ist genau so wertvoll und ein ebenso wichtiger Mensch wie eine Mutter.
Ich möchte mit Verlaub nicht auf meine biologische Funktion reduziert werden. Es ist tottraurig, dass wir, die Frauen der 68er Jahre, heute mit ansehen müssen, wie uns die menschlichen Errungenschaften der Frauenbewegung von einem Teil der nach uns kommenden Generation um die Ohren geworfen wird.

Und ich denke, nicht zuletzt auch so ein erzkonservatives Frauenbild ist ein perfekter Nährboden für eine faschistische Frauensicht, die die Frau nur noch als Gebärerin gesunder Herrenmenschen sieht.

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Die guten Nazis und Frau Herman

Eine ganze Stunde habe ich heute vormittag nach dem Frühstück mit kranich über die Geschichte mit diskutiert. Was hat sie denn eigentlich Schlimmes gesagt? Ich bin sicher, dass viele das fragen werden.
Zweifelos bekam eine Frau im Faschismus mehr gesellschaftliche Anerkennung fürs Kinderkriegen als wir heute. Natürlich war das Kinderkriegen damals „lohnender“. Warum also hat sie unrecht?

  • Weil man eben nicht einzelne Aspekte herausholen kann und sie vom Gesamtzusammenhang der gesellschaftlichen Wirklichkeit des Naziregims trennen kann,
  • Weil es falsch ist, den ganzen Faschismus und seine menschenverachtenden Taten der einen Figur Hitler in die Schuhe zu schieben und so zu tun, als seien alle anderen seine Opfer und als sei niemand hinter ihm gestanden: keine Partei, keine SA und SS, keine Bevölkerung und keine Großindustrie?
  • Weil es nur die sogenannten arischen Mütter gut hatten und ganz sicher nicht die Mütter von Judenkindern oder die Mütter, die behinderte KInder geboren hatten?
  • Weil sie Kinder in einer Gesellschaft großziehen mussten, die sie als Kanonenfutter für Angriffskriege brauchte und verheizte?
  • Weil die Kinder dieser Gesellschaft in einer Ideologie und für eine Zukunft großgezogen wurden, die menschenverachtend war und die das Leben von Millionen anderer Menschen bedrohte und zerstörte?

Die Tendenz zu sagen, „der Hitler war schlimm, aber immerhin hatte da jeder Arbeit, waren die Jugendlichen damals nicht auf der Straße usf., ist inzwischen in der deutschen Bevölkerung ziemlich verbreitet. Ich höre schon, wie viele Leute Frau Herman Recht geben und die Reaktion übertrieben finden. Die Leute nehmen einzelne Aspekte heraus und meinen, den Rest vernachlässigen zu können. Ebensogut könnte man aber sagen „Der Massenmörder X war zwar ein schlimmer Mörder, aber er liebte seine Kinder und war ihnen ein wirklich guter Vater, den wir uns zum Vorbild nehmen können“…

Auf diese Weise wird der Faschismus wieder hoffähig gemacht in unserer Gesellschaft. Zudem tun die Medien in den letzen Jahren das ihre, den Nationalsozialismus „nicht mher so verkrampft zu sehen“. Über Hitler darf endlich gelacht werden, die deutschen Opfer des selbstgemachten Krieges dürfen betrauert und beweint werden, der Alltag im sogenannten Dritten Reich war auch nur ein Alltag wie jeder andere….. Die Institutionen der Erziehung aber haben es offenbar versäumt, den Faschismus in seiner Gefährlichkeit begreifbar zu machen. Wir haben nur ein Tabu geschaffen: „Der Faschismus war schrecklich. Wer das bezweifelt ist selber einer .“ Und nun scheint es einigen wichtig, endlich dieses Tabu zu brechen. Ich muss an meine Tochter denken, die – offenbar geschädigt durch einen intensiven verordneten Antifaschismus in der Schule, der aber nicht zum Nachdenken und zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit dieser Zeit verholfen hat sondern nur ein diffuses und als ungerecht erlebtes Schuldgefühl einreden wollte – ärgerlich darüber war, dass der Klassenkamerad, der „Heil Hitler“ zur Lehrerin gesagt hatte, einfach von der Schule verwiesen wurde. Ethische Werte werden aber bewußt nur angeeignet, wenn man sie als selbst gewählte und selbst erarbeitete Werte für sich sehen kann. Ein Tabu verbietet genau das. Ein Tabu reizt – besonders die Jugend – dieses Tabu zu verletzen, ja es erscheint jungen Menschen als Fortschritt, die Tabus der Älteren infrage zu stellen.
„Endlich kann man in Deutschland mal wieder zugeben, dass man auf sein Land stolz ist!“ Wie viele haben das gesagt zur Zeit der WM.
Ich möchte den Deutschen den Stolz auf ihre (eingekauften) Fußballjungs nicht streitig machen. Stolz auf das eigene Land, seine Leistungen und seine Eigenarten ist etwas ganz anderes als rechte Ideologie. (Hierzu gibt es einen wunderbaren Text von Tucholsky: Heimat). In den meisten Ländern dieser Welt sind die Menschen stolz auf ihr Land und ihr Volk. Warum nur wirkt genau dieser Stolz bei den Deutschen so verdächtig? Vielleicht, weil sie bis heute nicht wirklich begriffen haben, dass es nicht einfach der Stolz auf das eigene Volk war, was die Verbrechen des Faschismus bewirkt hat sondern eine bestimmte Art von Stolz, eine, die andere nicht ihrerseits stolz sein lässt sondern den Anspruch erhebt, sie zu vernichten, zu unterdrücken und als Menschen 2. Klasse zu behandeln.
Solange also niemand wirklich begreift, was im Faschismus mit den Juden und vielen Christen, Sozialdemokraten und Kommunisten, mit Behinderten und Zigeunern, nit Homosexuellen geschehen ist, solange niemand kapiert, dass die faschistische Ideologie von der herrschenden Rasse und dem Herrschaftsanspruch der Deutschen in der Welt keine zu vernachlässigenden Größen sind , die man der persönlichen Pervertiertheit Hitlers zuschreiben kann oder bei der Betrachtung der nationalsozialistischen Gesellschaft einfach außer Acht lassen kann, solange kann eine Frau Herman und können die Ex-Klassenkameraden meiner Tochter weiter sagen: „Komm, so schlimm war das damals alles nicht, es gab auch viel Gutes, wir Deutschen sind gar nicht schlechter als die anderen. So schlimm kann das gar nicht gewesen sein“.

Doch das heißt dann, dem modernen Faschismus die Tür sperrangelweit aufreißen!

Tucholsky:“Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich „national“ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da.“

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Eröffnung meiner Texte-Homepage

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Mit dieser Headline-Grafik habe ich soeben meine neue Geschichten-Werkstatt eröffnet.

http://www.poesieundtexte.tageundjahre.de

Ein Jahr lang dümpelte meine alte Texte Homepage „geschichten-werkstatt“, eine Riesen-Homepage mit etwa 50 Seiten und Textmassen, die ausgedruckt nun einen ganzen Ordner füllen, im Netz. Ich hatte sie mit Netobjects in liebevoller Kleinarbeit in etlichen Wochen zusammengebaut. Die unterlegte Musik unterstützte mein Provider nicht, die Fotoverbindungen brachen eine nach der anderen zusammen, manche Seiten gingen nicht auf…Irgendwann verlor ich die Lust daran und holte meine vielen „Kinder“ wieder nach Hause. Und just da erreichte mich die mail einer Leserin, die ganz enttäuscht nach meiner Geschichten-Werkstatt fandete. Also war es doch nicht umsonst.

Aber in alter Form konnte und wollte ich meine Texte nicht mehr ins Netz stellen.
Das Ding erinnert mich fatal an das zweistöckige Segelschiff, das ich neulich in Stockholm im Museum besichtigen konnte. Es wurde von König Adolf im 30jährigen Krieg geordert und sollte durch seine zwei Geschosse mehr Kanonen und mehr Soldaten fassen, als die bis dahin üblichen Schiffe. Die Bauherren hatten den notwendigen Ballast nicht eingebaut und so sank das Schiff wegen seiner ungewohnten Höhe schon bei der Jungfernfahrt im Hafen: Es kippte um und soff ab (Der Baumeister war zu diesem Zeitpunkt zu seinem Glück bereits verstorben). Es lag 300 Jahre im Stockholmer Hafen und wurde erst vor einigen Jahren geborgen und restauriert.

So lange wollte ich nicht warten.

Deshalb habe ich nun eine kleine, übersichtliche, abgespeckte Homepage auf eine eher unkomplizierte Art fabriziert. Sie enthält eine Reihe Textbeispiele aus meinen „Werken“: Gedichte, Kurzgeschichten, Erzählungen, satirische Fabeln und auch Hinweise auf meine aktuellen Schreibprojekte.
Eine Seite enthält Poesie und Texte zu einem bestimmten Thema, diesen Monat zum Thema „Kinderhaben „.
Die Themen dieser Seite werde ich alle zwei Monate ändern und dort und auch auf den anderen Seiten neue Texte einstellen.

Noch ist nicht alles perfekt. Z.B. versagt das Gästebuch noch seinen Dienst. Aber das wird sich richten lassen.

Ich wünsche allen, die sich meine Texte-Homepage anschauen wollen, viel Lesevergnügen .

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Mein Glashaus in einer gläsernen Welt

Vorgestern ist meine Älteste zu einer 4 monatigen Reise nach Nepal aufgebrochen. Heute sehe ich mir im Internet auf ihrer homepage in aller Ruhe die Fotos an, die sie in Istambul gemacht hat und lese ihren Bericht.

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interessantes Gebäudeteil in Istambul

Sie hat vor, per Bus nach Kathmandou zu reisen und hat dafür 3 Wochen eingeplant. Hoffentlich findet sie unterwegs genug Internet Anschlüsse, damit ihre Mutter mit all den vielen deutschen und ausländischen Freunden zusammen diese Reise per Bild und Text verfolgen kann!

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türkische Gebetsflaggen

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 fighting cats…

Früher sass man als Mutter in solchen Situationen auf dem Trockenen, hoffte auf Post, vielleicht auf einen kurzen Anruf; vor zwei Jahren hoffte ich noch auf mails. Jetzt schalte ich mein Notebook ein und kann meinerTochter fast auf ihren Teller schauen, von dem sie eben noch gegessen hat. Ich sehe, dass es ihr gut geht an ihrem Lachen, lese, wie anstrengend der Flug war und wie entspanned der Stadtbummel mit ihren Freunden in Istambul gewesen ist. Also, was will Mutter mehr?

Gleichzeitig zeigt meine mailbox an, dass auf der Homepage meiner Jüngsten einer der 12 Freunde, die gemeinsam zur Gruppe „Logbuch Irland“ gehören, um die Reiseberichte aus Dublin lesen zu können und mit meiner Tochter im www zu snacken, einen Kommentar zu G.’s letztem Eintrag geschrieben hat. Auch hier hat Mutter die Ehre mitten im Pulk der Freundinnen und Freunde mit von der partie zu sein. Eben rief sie auch noch an – es klang als wäre sie nebenan – und bat mich, für sie mal eben in ihre mailbox zu schauen, sie käme gerade nicht an den PC. Und so las ich ihr in O. bei Berlin vor, was ihr Conny aus J. nach Dublin geschrieben hatte.

Es hat was, wie man so schön sagt. Und alle Welt kann das alles auch lesen und die Spuren meiner Töchter in der weiten Welt verfolgen. Genauso könnten die beiden das Blog ihrer Mutter in Kathmandou oder Dublin verfolgen, wenn sie es wollen würden (Aber ich werde ihre Spuren wohl interessierter aufnehmen als sie meine).

Man hat den Eindruck, dass unser aller Bestreben nicht in die Richtung geht, unser Privatleben abzuschirmen und vor fremder Einsicht zu schützen, sondern eher dahin, alle Welt an unseren täglichen Nöten und Erfahrungen teilhaben zu lassen.
Ich hörte vor ein paar Tagen einen Radiobeitrag, wo behauptet wurde, die Menschen litten heute unter einer Art Exibitionismus, hätten das Gefühl, nicht wirklich zu existieren, wenn niemand von ihnen Kenntnis nähme.
Warum ereifert sich also Herrr Schäuble eigentlich so?

Sollte jemand meine Spur im WWW verfolgen wollen, so will ich wenigstens dafür sorgen, dass noch ein zweiter Mitarbeiter dafür eingestellt werden muss, damit der eine sich nicht an meiner Datemmenge verschluckt. Es lebe das Internet!

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Klausi’s Kommentar: Doch, mich gibts noch!

 

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Sie sollten nicht denken, dass es mich nicht mehr gibt:
Nein, ich bin noch da und bin der Alte, obwohl unsere Töle Anka jetzt hier lebt und mein Papa sich jeden Tag als neues Herrchen aufspielt, und obwohl meine Mama von ihrer Kreuzfahrt zwei Meereskuscheltiere mitgebracht hat, die jetzt auch hier irgendwo herumhängen und meinen, sie seien was Besseres.
Ich sitze hier immer noch an Mamas Bett und gucke intelligent aus der Wäsche, soweit vorhanden.
Ansonsten ist nicht so viel los bei uns. Der Garten hat benahe unter Wasser gestanden nach dem vielen Regen, unsere einzige Sonnenblume ist jetzt schon 3 Meter hoch, Papa liest unentwegt den ollen Kempowski und Mama schreibt am Notebook.

Vielleicht sollte ich mich doch mal mit den beiden Neuen anfreunden, damit es

hier nicht so langweilig ist. fridjof-und-nansen.jpg

P.S. Mein schöner gelber Rahmen ist mal wieder abgehauen.

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