Klausi’s Kommentar: Nicht ohne meinen Papa

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Also ich weiß nicht, aber ohne Papa ist es in der Streusandbüchse nicht so schön!
Niemand ist da, der Mama rechtzeitig zur Pause bei der Gartenarbeit auffordert. Jetzt hat sie gleich Rückenschmerzen.
Nachts schließt sie beide Türen ab. Ohne Papa ist es ihr hier ein bisschen unheimlich.
Heute Nacht war es das ja auch, muss ich glatt zugeben: So was von Donnern und solche irren Blitze! Und gegossen hat es! Heute früh stand unsere Straße unter Wasser, im Garten schwamm wieder mal das Hauswasserwerk weg. Aber so mussten wir nicht auch noch gießen, immerhin.
Unser Nachbar ist heute in seinem Garten eingesackt wie ins Moor, er rief kläglich nach seiner Frau und als die kam und ihn sah, brach sie in schallendes Gelächter aus.

Ich bin froh, wenn Papa endlich von seiner doofen Radtour zurück ist und wieder hier sein Unwesen treibt.
Na, am Montag treffen wir ihn auf der Heimfahrt, dann ist er schon irgendwo hinter Leipzig. Und drei Tage später, wenn Mama von der Arbeit heim kommt, ist er dann schon da, am Ziel seiner dreiwöchigen Tour.

Und am nächsten Tag: Rad ins Auto und die ganze Strecke zurück hierher.
Man macht schon was mit bei meinen Alten!

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Erstaunliche Morgenandacht

In letzter Zeit kann ich morgens nicht lange schlafen und sitze oft schon um 6.30 Uhr bei meinem Superfrühstück…. Radio im Hintergrund, zur Zeit ist im Küchenradio MDR Kultur eingestellt.
So kommt es, dass ich mitunter mit einem Ohr die Morgenandacht mithöre. Manchmal haben es die dort auftretenden Christen ja recht gut drauf, aktuelle Themen aufzugreifen und ich habe dann mein kleines Frühstücksvergnügen daran, zu verfolgen, wie und wann sie, die Startrampe der Tagesaktualität verlassend, zum lieben Gott abheben. Manche schaffen das erst mit dem letzten, dann etwas verblüffenden Satz, bei anderen kann ich mich schon bald wieder meiner Zeitung zuwenden, weil mich die christlichen Botschaften schon seit 45 Jahren eher langweilen.
Aber man sollte nicht nie sagen! Heute früh weckten Zahlen meine Aufmerksamkeit, Zahlen, die ich so konkret und brutal noch nicht gehört hatte:
Z.B.:

  • Auf unserem Erdball werden jährlich pro Kopf (also auch für jedes Slumkind und jeden von Aids und Hungersnot bedrohten Afrikaner) 137 Euro für Waffen ausgegeben.
  • Die Rüstungsexporte Deutschlands haben in den letzen Jahren um 40% zugenommen.
  • Deutschland ist der 3. größte Waffenexporteur der Welt (traurige Bilanz des Export-Weltmeisters)

Wer dies so unverblümt und ohne den Lieben Gott dabei zu bemühen seinen Zuhörern mitteilte, ist die Pfarrerin Angelika Obert aus Berlin.
Ich höre fasziniert auf zu essen und warte auf den Augenblick, wo endlich doch noch der liebe Gott ins Spiel kommt. Ich würde es ihr nicht einmal übel nehmen. Schließlich ist sie ja Pfarrerin. Aber vergeblich! Also keine Mogelpackung! Also kein Vehikel für die Botschaft, dem Herrn zu vertrauen. Vielmehr die Botschaft, uns Menschen nicht zu vertrauen.
Ein Aufruf an alle, die Menschenleben achten, auch das der anderen, der Ärmeren, der anders Denkenden oder sogar das der vermeintlichen Schurken, die es Leid sind, von der 1. Welt ausgebeutet und bevormundet zu werden.

Hut ab Frau Pfarrerin!

zum nachlesen: http://www.tv-ev.de/kirche_im_radio_bundesweit_2167.html

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Mobbing

Gestern abend im Fernsehn einen ganz brauchbaren Dokumentarfilm über Mobbing in unseren Schulen.

gewalt35.jpgWährend ich mir die beiden jugendlichen Betroffenen anschaute, stieg Erinnerung in mir hoch, Erinnerung an Situationen im Schulalter meiner Kinder, in denen es ihnen ähnlich ging, vielleicht nicht so extrem aber durchaus ähnlich.  Ich kann mich noch an das unangenehme Gefühl der Hilflosigkeit erinnern, dass einen als Elternteil dann befällt. Was soll man tun? Man kann ja nichts tun. Und die kleine unterdrückte Wut ist auch in einem drin: Warum ist mein Kind auch so empfindlich, warum kann es sich nicht besser Respekt verschaffen?
Ich vermute, meine Kinder fühlten sie sich alleine gelassen.
Die Tränen der Mutter im Dokumentarfilm, die jetzt, nachdem das Schlimmste vorbei war, noch immer von diesem Ohnmachts- und Verzweiflungsschmerz geschüttelt wurde, haben mich benahe angesteckt.

Was bringt Kinder dazu, so grausam zu sein, so ungerecht, so gemein? Die meisten sind es nur innerhalb ihrer Gruppe. Alleine würden sie sich nicht so verhalten. Was setzt die Gruppenerfahrung und Gruppendynamik in Menschen frei?
Der Überfall der Theaterleute in Halberstadt vor ein paar Tagen fällt mir ein. Auch da die Lust am gemeinsamen Quälen, am Erniedrigen von Schwachen und anders Gestrickten. Das waren Rechtsextreme, aber es war offenbar kein geplanter Angriff sondern ein spontaner Ausbruch von Hass und Gewalt. Die Kinder aber werden wohl kaum politische Motive für ihr Mobbing gehabt haben.
Was also treibt Menschen zu solchem Verhalten? Sicher nicht einfach die „Natur des Menschen“. Woher diese Wut und woher die Bereitschaft, andere zu verletzen und zu demütigen? Wenn man nur die Glotze einschaltet, wundert man sich nicht mehr. Und wenn man einmal nachvollzieht, nach welchen sozialen Überlebensgesetzen unsere derzeitige Welt funktioniert auch nicht.

Da kann man fein Werte predigen und Gewaltfreiheit verlangen! Auf das, was da in den Köpfen und im Bauch der mobbenden Kinder entsteht, können die Rechten fantastisch anknüpfen…..

Ich fühle  Angst in mir aufsteigen. Ich fühle mich konfrontiert mit einem tollwütigen Tier namens Mensch, dessen innere Logik sich außerhalb meines Vorstellungsvermögens befindet und außerhalb jeder nachvollziehbaren Wertvorstellung.
Tiere müssen tollwütig sein für ein solches zerstörerisches, todbringendes Verhalten. Menschen reicht dafür eine Flasche Alkohol und ein paar Kumpel, die genauso drauf sind. Und oft reicht ihnen auch ein „heiliger Krieg“. Da geht es ohne Tollwut zu. Das ist vielleicht noch unheimlicher.

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Sehnsucht nach meiner Streusandbüchse

Nun war ich 14 Tage nicht zu Hause.

Für die Pflanzen hat Kranich zwischendurch gesorgt und dafür seine Radtour unterbrochen. Dieses Wochenende fahre ich hin und werde gießen wie der Teufel. Und werde alle meine grünen Kinder begrüßen.

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Hoffentlich erkenne ich sie noch wieder! Sie werden gewaltig gewachsen sein. Und hoffentlich haben die Schnecken von den Sämlingen noch was übrig gelassen!

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Gedanken am Rande: Goethe am PC

 

Bei der Besichtigung des mittleren Schlösschens in Dornburg, des Rokkokoschlösschens, erfahre ich, dass die Gesellschaften, die sich hier um Goethe scharten, im ganzen Haus über keine Waschgelegenheit und keine Toilette verfügt haben.
Schwer vorzustellen.
Und noch schwerer zu begreifen:
Goethe kannte keinen PC, nicht mal die Eisenbahn, kein Telefon, keine Dampfmaschine. So etwas wie unsere globalisierte Welt hätte er sich nicht einmal vorstellen können. Dennoch hat seine Dichtung auch heute noch viel zu sagen, dennoch bin ich betroffen, wenn ich ihn lese.
Schubert ist mit seiner Familie praktisch in einer Zweiraum-Wohnung unter ärmlichsten und engsten Bedingungen aufgewachsen. Ich habe diese Wohnung in Wien gesehen, die Küche, in der er geboren wurde, und war schockiert. Er kannte in seinem Leben  weder Flugzeuge noch Elektrizität, weder Funk noch Radio. Und dennoch spricht mir seine Musik mitten aus dem Herzen.
Warum ist das so? Wieso ist das möglich? Hat all unsere modere Zeit so wenig Bedeutung für das, was uns wirklich wichtig ist, was uns be-trifft?
Ich glaube das nicht. Erst in den letzten Jahren ist mir aufgegangen, dass ja sogar die Welt, wie ich sie kannte, sich vollständig verändert hat. Und viele dieser Veränderungen sind schwer zu ertragen und fremd. Es scheint manchmal gar nicht mehr meine Welt zu sein. 
Wie ist es dann aber möglich, dass Kunst aus Zeiten, die aus heutiger Sicht so ganz und gar anders waren, so lebendig zu uns sprechen kann? 

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Dornburger Schlösser

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An Frühsommerabenden gibt es kaum etwas Schöneres, als einen Besuch auf den nahe bei Jena gelegenen Dornburger Schlössern, möglichst gegen Abend, wenn die Hitze sich besänftigt hat, nur noch wenige Besucher durch die Gärten wandeln oder still ins Tal schauen. Die Farben leuchten noch, ohne dass die Sonne blendet. Man steht auf dem „Balkon Thüringens“, auf dem Rosen umwachsenen Weg, der die drei Schlösser verbindet. Er führt am steilabfallenden, mit Wein bepflanzten, Hang entlang und öffnet einen weiten, imposanten und gleichzeitig beruhigenden Blick ins Tal, auf den Ort Dorndorf und auf die Hänge an der anderen Seite der Saale.
Umgeben von duftendem Jasmin, unglaublicher Blütenpracht in den Beeten und Rabatten im Barock-Gärtchen und umhüllt von Rosenduft kann man hier wandeln und sich fühlen wie der alte Goethe, der hier bekanntlich oft gewohnt hat und so manches Gedicht geschrieben hat.

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Wahrhaftig, die Umgebung regt an zu Poesie! Nicht dass ich es wage, mich aufschwingen zu wollen zu einem Wettstreit mit dem Dichterfürsten, aber Spaß macht es auch mir, in dieser Atmosphäre Verse zu spinnen….

Blick ins Tal…………………………… blick-ins-tal.jpg
an den Dornburger Schlössern
Ende Mai 07

Die Schattenflecken wandern
auch heute über das besonnte Land.
Hier oben standen wir
und sahen lange zu.
Dort unten liegt das Tal.
Grün leuchtet es in allen Farben.
Es ist genau wie damals.
Weißt du noch?.
Goldwolkennester wiegen
sich im prallen Gras.
Wie war der Blumenname gleich?
Wie war das Zauberwort?
Der Wind geht durch das Laub
und streichelt mein Gesicht.
Ganz sanft, wie du es tatest
und warst so nah bei mir!
Da unten, spielzeugklein der rote Zug!
Er kommt aus deiner Stadt.
Ach, Liebster, wärst du dort
und kämst zu mir herauf!

Vor ein paar Tagen gingen mir diese Zeilen durch den Kopf und zu Hause fand ich dann zu meiner Verwunderung ein Gedicht aus früheren Tagen, das ich am gleichen Ort in einer sehr ähnlichen Situation geschrieben hatte.

An den Dornburger Schlössern
Ende Mai 2003
rosenweg.jpg

Wir sind alleine hier
hoch über Fluss und Häusern.
Der helle Abend duftet schwer
nach Flieder und Lavendel.
Die leeren, weißen Bänke leuchten weit
in einem Meer von Grün,
das überschäumt
und glänzt im Abendlicht.
Der Park ist still.
Man kann die Rosen wachsen hören.
Die Schlösser stehen bunt
bemalt wie Bilder.
Es knirscht kein Kies mehr
unter Menschentritten.
Hier oben sind wir beide ganz allein.

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Dornburger_Schl%C3%B6sser

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Gedanken am Rande: Mutter sein, Kinder haben

Venus img_0659.jpgvon Willenberg

In vier Wochen verlässt mein drittes Kind die Stadt, in der es aufgewachsen ist, um seine Zukunft und sein Glück irgendwo in der Ferne zu suchen. Ich trete in eine ganz neue Phase meiner Mutterschaft. Da geht mir manches wieder mal durch den Kopf… Viele sagen, es sei das reine Glück, Kinder zu bekommen und sie groß werden zu sehen.
Ja, es stimmt: Es ist Glück.
Aber Muttersein bedeutet auch Schmerz, Verzicht, Verzweiflung, Angst, Wut, Resignation und Trauer.
Mutter sein tut weh.
Und Kindsein tut manchmal noch weher.

 

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Macht Sudoku süchtig?

Ich habe mir angewöhnt, täglich die Wachheit meiner grauen Zellen an mittleren und schweren Sudokus zu prüfen. Die mittleren gelingen mittlerweile immer, um die schweren muss ich kämpfen. Irgendwie hat dieses Spiel etwas ganz Besonderes. Ich möchte es  nicht missen.

Bild:Sudoku-by-L2G-20050714.svg

Macht Sudoku süchtig?
Im Wikipedia-Artikel ist davon nicht die Rede, aber jeder behauptet es.
Gibt es dazu Erfahrungen?
http://de.wikipedia.org/wiki/Sudoku

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies Sudoku ist nur Deko, aber hier eine unerschöpfliche Adresse: http://sudoku.web.de/production/sudoku/ui/webde/sudoku.html

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Kinder, Hartz IV und Herr Köhler

Die Leute, die die PISA-Ergebnisse erläutern, sprechen oft von „bildungsfernen Familien“, die für ihre Kinder ungünstige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Schulkarriere schaffen.
Chancen im Leben und eine angemessene gute Schulausbildung haben nicht nur mit dieser Bildungsferne sondern auch sehr viel mit konkreter Armut zu tun hat.
Herr Köhler ist gestern mit seinen Patenkindern aus kinderreichen Familien Achterbahn gefahren. Reizend.
Dass kinderreiche Familien sehr oft sehr arme Familien sind, hat er sogar gewusst. Vielleicht hätte er mit den Kindern lieber Schlitten fahren sollen statt Achterbahn. Das wäre passender gewesen.
Zur Armut von Kindern in unserem reichen Land, in dem die Schere zwischen arm und reich kontinuierlich weiter auseinander geht:
http://www.socialtimes.de/nachricht.php?nachricht_id=5620&newsrubrik_id=1

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Noch mal Heiligendamm

Es ist erfreulich, dass es gelungen ist, dass die Proteste gegen den G8-Gipfel nicht im Gewaltchaos der „Autonomen“ und Provokateure untergegangen sind. Das ist der Besonnenheit und der Ausdauer der Veranstalter und der Masse der friedlichen Teilnehmer zu verdanken!

Hier habe ich interessante Gedanken zu diesem Thema gefunden: http://alteeule.blogg.de/

Der Verdacht, der hier geäußert wird, ist keineswegs nur eine Phantasie: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,487554,00.html

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